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Simon Beckett: Die ewigen Toten

Verlorene Orte, vergessene Tote…

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Verlag: Rowohlt
Hardcover-Buch mit 480 Seiten
erschienen: Februar 2019
Genre: Thriller
Preis: 22,95 €
Bestellbar: hier

Autor:
Simon Beckett ist einer der erfolgreichsten englischen Thrillerautoren. Seine Serie um den forensischen Anthropologen David Hunter wird rund um den Globus gelesen: «Die Chemie des Todes», «Kalte Asche», «Leichenblässe», «Verwesung» und «Totenfang» waren allesamt Bestseller. Sein atmosphärischer Psychothriller „Der Hof“ erreichte Platz 1 der Bestsellerliste. Simon Beckett ist verheiratet und lebt in Sheffield.

Klappentext:
Im 6. Teil der Bestsellerreihe um David Hunter ermittelt der forensische Anthropologe in einem verlassenen Krankenhaus mit schreckensreicher Vergangenheit.
Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert.
Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt…

Meine Meinung:
In seinem neusten Fall verschlägt es David Hunter in ein verlassenes Krankenhaus, welches zum Abriss bereit steht.

Doch wird sich der Abriss noch etwas verzögern, denn das St. Jude birgt mehr als verlassene Klinikbetten und düstere Flure. Auf dem Dachboden wird die Leiche einer schwangeren Frau gefunden. Bei der Bergung der Leiche, stürzt der Boden ein und die Polizei entdeckt einen fensterlosen Raum, der auf keinem Plan verzeichnet ist. Ein verstecktes Krankenzimmer mit noch belegten Betten? Was geht hier vor?

David Hunter steht in diesem Fall wieder einmal vor der Herausforderung die Leichen zu identifizieren und neue Ermittlungshinweise zu liefern. Doch ermittelt er dieses Mal nicht alleine. Er wird mit einem sehr jungen Kollegen konfrontiert. Dem von sich sehr eingenommene Dr. Mears. Doch irgendetwas stimmt mit diesem Mears nicht. Warum liefert er keine Untersuchungsergebnisse?

Die düstere und sehr bedrückende Atmosphäre des leerstehenden Krankenhauses trägt positiv zur Geschichte bei. Hier hat der Autor eine tolle Kulisse gewählt, die sehr viel Potenzial hat. Allein die Vorstellung, durch ein verlassenes, heruntergekommenes Krankenhaus zu gehen, löste bei mir Beklemmungen aus. Doch leider ließ der Autor dieses Potenzial völlig ungenutzt. Schade eigentlich, da hätte ich mir ein wenig mehr erhofft.

Das Buch ist in drei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen wird das St. Jude auf den Kopf gestellt, in der Hoffnung nicht noch mehr Leichen zu finden. Dann verfolgen wir natürlich die polizeiliche und forensische Mordermittlung die nicht ganz reibungslos verläuft und in einem dritten Erzählstrang lernen wir Lola und ihren pflegebedürftigen Sohn kennen, die in der Nähe des alten Krankenhauses wohnen. Eigentlich gibt es noch einen 4ten Strang. Hier wird ein  weit zurückliegendes Ereignis aus einem anderen Band wieder aufgegriffen. Das hat mich fast am meisten begeistert.

Die einzelnen Handlungsstränge sind eng miteinander verwoben und ziehen sich wie ein roter Faden durch den Thriller. Alle Fäden laufen am Ende zu einer logischen und befriedigenden Auflösung zusammen.

Obwohl ich die Handlung stellenweise ein bisschen langatmig fand, fesselte mich die Story dennoch sehr. Was meiner Meinung nach allerdings ein bisschen zu kurz kam war die Beschreibung Hunters Arbeit in der Forensik.

Der Schreibstil ist wieder absolut gelungen. Wie schon erwähnt gibt es stellenweise Längen, die aber im Verlauf des Buches mit rasanten Wendungen wieder ausgebügelt werden.

Auch wenn ich recht früh einen Verdacht hatte, der sich immer mehr verhärtet und am Ende auch bewahrheitet hat, war die Entwicklung der Geschichte an keiner Stelle langweilig.

Fazit:
Ich hatte mich sehr gefreut als ich den sechsten Fall um den sympathischen Anthropologen David Hunter in einem Buchregal entdeckt hatte – und ich wurde nicht enttäuscht. Simon Beckett hat einen sehr beklemmenden Thriller geschaffen, der mir trotz eines etwas zähen Mittelteils spannende Lesestunden bereitet hat. Es war nicht der beste Hunter-Fall, aber trotzdem sehr lesenswert.

Ein Kommentar zu “Simon Beckett: Die ewigen Toten

  1. Habe schon über 1.200 Hörbücher gehört. Fiebere immer danach wenn ein neuer Beckett herauskommt. Das Hörbuch ist dank dem Sprecher Johannes Steck noch mal so gut. Habe mir das Hörbuch vorbestellt sobald es vorbestellbar war. Handlung wie immer typisch Beckett – nur diesmal hat er sich selbst übertroffen. VORSICHT 100% ige Suchtgarantie!

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