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Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur

Ist dieser Täter schlauer als die Polizei?
Der zehnte Fall für Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen

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Verlag: Fischer
Taschenbuch mit 528 Seiten
Erschienen im Februar 2016
Genre: Kriminalroman
Preis: 10,99€
Bestellbar: hier

Autor:
Klaus-Peter Wolf, geboren am 12.01.1954, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norden (Ostfriesland). Seine Fernsehfilme wurden oft zu Einschaltquotenhits. Für sein Drehbuch zum Fernsehfilm „Svens Geheimnis“ erhielt er 1996 den Rocky Award for best made TV-movies (Kanada) und den Erich-Kästner-Preis (Berlin-Babelsberg), sowie 1998 den Magnolia Award Shanghai für das beste internationale Drehbuch. Den Anne-Frank-Preis erhielt er 1985 für Buch und Film Die Abschiebung (Amsterdam). Klaus-Peter Wolf gilt als leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Seine Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt und über 9 Millionen mal verkauft. Zusammen mit seiner Ehefrau und seiner Tochter Maxi Wolf produziert Klaus-Peter Wolf in letzter Zeit gern CDs für Kinder. Sie erscheinen im Jumbo-Verlag und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Klappentext:
Als der Postbote an diesem Morgen bei Ubbo Heide klingelt, bringt er ein großes Paket. Darin liegt ein abgetrennter Kopf. Es ist der Kopf eines Menschen, den Ubbo Heide kennt. Jahrelang hat er versucht, ihn seiner Taten zu überführen, doch am Ende mussten die Gerichte ihn laufenlassen. Dann findet man einen zweiten Kopf. Auch diesem Toten konnte man damals die Tat nicht nachweisen. Ann Kathrin Klaasen beschleicht zunehmend das Gefühl, dass der Täter ihnen immer einen Schritt voraus ist. Fast scheint es so, als ob er aus ihren eigenen Reihen kommt. Ann Kathrin ahnt, wer das nächste Opfer sein wird. Kann sie dem Täter eine Falle stellen?
Auch der fulminante zehnte Band der Mega-Bestsellerserie mit Ann Kathrin Klaasen beweist wieder einmal mehr, dass Klaus-Peter Wolf zu den Spitzenautoren in Deutschland gehört.

Ich habe gelesen:
Der ehemalige Krippochef Ubbo Heide sitzt seit einem Messerangriff im Rollstuhl und hat angefangen Bücher über seine ungelösten Kriminalfälle zu schreiben. Dem ersten erfolgreichen Buch soll schon bald ein weiteres folgen.

Doch mittlerweile bereut er die Veröffentlichung seines Buches, denn ein Unbekannter scheint einen ganz besonderen Rachefeldzug zu planen und kümmert sich auf eine ganz besondere Art und Weise um die ungelösten Fälle.

Gleich zu Beginn bekommt Ubbo Heide ein Paket mit einem abgetrennten Kopf darin. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen Tatverdächtigen. Eigentlich wollte Ubbo seinen Ruhestand genießen und nun findet er sich plötzlich mitten in den Ermittlungen wieder.

Währenddessen hat Martin Büscher die Nachfolge von Ubbo Heide angetreten. Eine unfreiwillige Beförderung, aber Büscher nimmt diese Herausforderung an und muss schnell feststellen, dass die Ostfriesen ein sehr spezielles Völkchen sind und er in der Rangfolge weit unter Ann Kathrin Klaasen und Ubbo Heide eingeordnet wird.

Doch das sollte erstmal seine kleinste Sorge sein, denn das Ermittlerteam hat alle Hände voll zu tun einen skrupellosen Verbrecher zu jagen und der scheint den Beamten auch immer einen Schritt voraus zu sein. Bald muss das Team erkennen, dass sich der Täter anscheinend mitten unter ihnen befindet.

Doch was will der Mörder? Kämpft er gegen das Scheitern der Justiz? Will er nur Gerechtigkeit? Oder ist er ein Serienmörder wie jeder andere?

Im Wechsel wird aus Sicht der Ermittler und eines namenlosen Täters berichtet.

Herr Wolf hat uns hier einen wirklich sehr spannenden Fall präsentiert und die zügig geführten Ermittlungen halten einige interessante Wendungen bereit. Das Thema ist gut gewählt, denn Justizirrtümer gibt es ja leider auch in der Realität. Doch wie geht man damit um? Wie muss sich ein Ermittler fühlen, wenn ein offensichtlicher Täter nicht verurteilt werden kann? Darf man mit einem Unbekannten sympathisieren der für Gerechtigkeit selbst zum Mörder wird?

Die Charaktere sind toll gezeichnet. Es gibt mal keinen Ermittler mit Alkohol- oder Beziehungsproblemen, sodass man sich voll und ganz auf den Fall konzentrieren kann.

Besonders sympathisch war mir Ann Kathrin Klassen. Eine zielstrebige Ermittlerin mit einem guten Bauchgefühl.

Einzig mit Rupert hatte ich ein Problem. Er hat sich nicht im Griff und er ging mir auch mit seinem Machogehabe tierisch auf den Sack. Für mich unverständlich warum der überhaupt noch im Polizeidienst ist.

Fazit:
Ostfriesenschwur war mein erstes Buch von Klaus-Peter Wolf und ich war begeistert. Es gab zwar auch einige Längen und manche Szenen empfand ich als etwas überzogen, dennoch wurde ich sehr gut unterhalten. Ein spannender Ostfriesenkrimi mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor. Dies war bereits der 10. Fall für Ann Kathrin Klaasen und auch wenn ich die Vorgänger nicht kenne, hatte ich keine Probleme in die Geschichte abzutauchen. Meine Daumen gehen hoch!

Ein Kommentar zu “Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur

  1. Dass die Küstenbewohner von ganz eigenem Charakter sind dürfte sich herumgesprochen haben. Das kommt wohl, wenn das Auge keine Fixpunkte findet und man nach dem Aufstehen nicht weiß, ob man mit dem Fuß in etwas Nasses tritt, das durchaus das Meer sein könnte.
    Dass Mörder besonders sind ist eher nicht so, in jeder Hinsicht leider. Sie sind meist sehr gewöhnliche Menschen, ungewöhnlich wirds erst, wenn es zur Gewohnheit wird.
    Und dass irgend ein Täter Gerechtigkeit sucht? Gar einer schlafmützigen Justiz – das ist sie nicht, wie rasch werden jetzt die bösen Buden (und Mädchen und ja, so geht’s echt nicht) aus Hamburg und Stuttgart verurteilt, wie konsequent wurden sie verfolgt, wie klar das Urteil, dass ein Wehrdienstverweigerer aus Syrien keinen Asylstatus haben kann (wenn er zurück kommt, darf er gewiß doch noch auf die eigenen Leute schießen, also, wo ist das Problem?), freilich, es gibt diese anderen Fälle in denen eigenartige Einzeltäter eingesperrt werden, während die grölenden Netzwerke vor der Tür und im Gerichtssaal und womöglich in Uniform faschistische Sprüche klopfen – auf die Sprünge helfen will? Eher nein, der Täter sucht seine Gerechtigkeit. Noch öfter ist da erst, für den Täter so überraschend wie für das Opfer, die Tat und die gerechte Begründung muß erst danach konstruiert werden.
    Dass Feuerwehrleute Feuer legen kommt vor, dass Polizisten Verbrechen begehen auch. Beiden gemeinsam dürfte sein, dass sie glauben, dass ihre Institution zu wenig Mitspracherecht genießt, zu wenig geeignetes Material erhält, das Problem unterschätzt wird.
    Was aber passiert, wenn mehr Polizisten mit mehr Möglichkeiten mehr Spuren nachgehen? Sie finden und es gibt mehr Verbrechen! Wer sollte das wollen? Nicht umsonst wurden die Dorfpolizeistationen geschlossen, wurde der Schutzmann auf der Straße durch die Videokamera ersetzt…

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