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Hendrik Berg: Dunkler Grund

*Dieses Buch wurde mir von der Penguin Random House Verlagsgruppe zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Eine Tote auf einer Segeljacht, die gespenstisch stille Nordsee und tödliche Rache …

Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 352 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.03.2021
Genre: Nordsee-Krimi
Preis: 10,00 €
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Autor:
Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitete er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

Klappentext:
Eine entsetzliche Entdeckung zerreißt die sommerliche Idylle Nordfrieslands: Auf einer Segeljacht im Husumer Hafen liegt eine erstochene Frau. Wer konnte der reizenden Nantje, die mit ihrem Mann ein beliebtes Fischrestaurant führte, nur so etwas antun? Kommissar Krumme und seine Kollegin Pat haben Nantjes Mann in Verdacht. Doch dann verschwindet der Restaurantbesitzer unter mysteriösen Umständen. Bei seinen Ermittlungen muss Krumme ein großes Risiko eingehen und kommt auf die Spur einer Wahrheit, so tief und dunkel wie die Nordsee …

Meine Eindrücke:
Der siebte Fall für Theo Krumme. Alle Bücher der Reihe habe ich bereits verschlungen und war schon sehr gespannt was mich diesmal erwarten wird.

Hier die Auflistung der richtigen Reihenfolge:

  1. Deichmörder
  2. Lügengrab
  3. Küstenfluch
  4. Schwarzes Watt
  5. Kalte See
  6. Eisiger Nebel
  7. Dunkler Grund

Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da alle in sich abgeschlossen sind. Natürlich empfiehlt es sich dennoch die Reihenfolge einzuhalten, da sich die Charaktere weiterentwickeln und sich die zwischenmenschlichen Beziehungen verändern.

Der brummige Theo Krumme und seine junge Kollegin Pat könnten verschiedener nicht sein, doch sind sie zusammen ein tolles Team. Gemeinsam mit ihnen habe ich mich mal wieder auf eine virtuelle Reise durch Husum begeben.

Herr Berg hat so einen tollen, detaillierten Schreibstil, dass man sich wie ein Nordfriese fühlt. Man hat die Landschaft genau vor Augen und es ist fast wie Urlaub…wäre da nicht der grausame Mord an der jungen Frau Nantje Schreiber, die erstochen auf der Segeljacht ihres Mannes gefunden wurde.

Was ist hier geschehen? War es tatsächlich Sebastian Schreiber, der seine Ehefrau umgebracht hat?

Pat und Krumme haben hier unterschiedliche Meinungen und es herrscht eine gewisse Spannung zwischen den beiden. Während Pat an die Unschuld von Sebastian glaubt, ist Krumme der Überzeugung, dass er es gewesen sein muss.

Da die Ermittlungen nur schleppend voran gehen, wird eine Sonderkommission unter der Leitung von Friedrichs und Ludwig gebildet. Ausgerechnet die beiden verhassten Kollegen. Während Krumme einen Tag Urlaub auf Hallig Hooge genießt, muss sich Pat mit den beiden rumärgern. Sie wird zum Telefondienst abgestellt und regelrecht ausgeschlossen. Doch am Ende haben doch wieder Pat und Krumme zur eigentlichen Auflösung des Falls den größten Beitrag geleistet.

Der Fall selber und die Ermittlungen sind zunächst nicht besonders spektakulär, doch mit fortschreiten der Story steigt die Spannung immer mehr. Ich bin bis zum Ende einfach nicht dahinter gekommen, wer Nantje nun eigentlich umgebracht hat.

Sehr gelungen fand ich die Rückblenden in das Jahr 1362 zu Oke in die Uthlande. Auch hier hat sich grausames ereignet.

Herr Berg verbindet diese Ereignisse mit einer Legende, die um Rungholt kursiert und die im Norden jedes Kind kennt.

Die Legende von Rungholt, dem nordfriesischen Atlantis, das im 14. Jahrhundert untergegangen ist. Bei ruhigem Wetter sind auf dem Wattenmeer manchmal Kirchenglocken zu hören und ein undefinierbares Glitzern, welches von den goldenen Dächern kommen soll, zeichnet sich unter der Wasseroberfläche ab.

Diese Rückblenden tragen zwar nicht zur Auflösung des Falles bei, aber ich fand es eine gelungene Abwechslung.

Auch die humorvollen Passagen aus Krummes Privatleben mit seinem jungen Hund Sonny, gefallen mir gut und zauberten mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht.

Hendrik Berg hat erneut einen Krimi geschrieben, der mich begeistert hat. Krumme ist ein sehr sympathischer Ermittler, der mit seinem Erfolg den hiesigen Kollegen ein Dorn im Auge ist. Er ist halt kein Nordlicht und das bekommt er auch zu spüren. Doch mit jedem weiteren Fall wird auch der aus Berlin-Neukölln stammende Kommissar etwas norddeutscher, auch wenn er wahrscheinlich nie richtig dazugehören wird.

Fazit:
Es ist nicht das stärkste Buch aus der Reihe, hat mir aber trotzdem sehr sehr gut gefallen. Ein Nordsee-Krimi mit tollen Charakteren und einer ganz besonderen Atmosphäre. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Theo und Pat.

Ein Kommentar zu “Hendrik Berg: Dunkler Grund

  1. Alle Bände in traulichem nordseegrau, nur der letzte, das war das Erste, was mir aufgefallen ist, jetzt in strahlendem blau? Ich erinnere die Region dort oben tatsächlich noch in Novemberfarben, dazu das fragwürdige Grün des ständigen Grünkohls… faszinierend, aber gewöhnungsbedürftig. Und flach. Also das Land, den Krimi müßte ich erst lesen! Die See gibt tatsächlich stets – Nordsee ist Mordsee – eine gute Kulisse für derlei Geschichten ab.

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