Hendrik Berg: Dunkler Grund

*Dieses Buch wurde mir von der Penguin Random House Verlagsgruppe zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Eine Tote auf einer Segeljacht, die gespenstisch stille Nordsee und tödliche Rache …

Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 352 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.03.2021
Genre: Nordsee-Krimi
Preis: 10,00 €
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Autor:
Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitete er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

Klappentext:
Eine entsetzliche Entdeckung zerreißt die sommerliche Idylle Nordfrieslands: Auf einer Segeljacht im Husumer Hafen liegt eine erstochene Frau. Wer konnte der reizenden Nantje, die mit ihrem Mann ein beliebtes Fischrestaurant führte, nur so etwas antun? Kommissar Krumme und seine Kollegin Pat haben Nantjes Mann in Verdacht. Doch dann verschwindet der Restaurantbesitzer unter mysteriösen Umständen. Bei seinen Ermittlungen muss Krumme ein großes Risiko eingehen und kommt auf die Spur einer Wahrheit, so tief und dunkel wie die Nordsee …

Meine Eindrücke:
Der siebte Fall für Theo Krumme. Alle Bücher der Reihe habe ich bereits verschlungen und war schon sehr gespannt was mich diesmal erwarten wird.

Hier die Auflistung der richtigen Reihenfolge:

  1. Deichmörder
  2. Lügengrab
  3. Küstenfluch
  4. Schwarzes Watt
  5. Kalte See
  6. Eisiger Nebel
  7. Dunkler Grund

Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da alle in sich abgeschlossen sind. Natürlich empfiehlt es sich dennoch die Reihenfolge einzuhalten, da sich die Charaktere weiterentwickeln und sich die zwischenmenschlichen Beziehungen verändern.

Der brummige Theo Krumme und seine junge Kollegin Pat könnten verschiedener nicht sein, doch sind sie zusammen ein tolles Team. Gemeinsam mit ihnen habe ich mich mal wieder auf eine virtuelle Reise durch Husum begeben.

Herr Berg hat so einen tollen, detaillierten Schreibstil, dass man sich wie ein Nordfriese fühlt. Man hat die Landschaft genau vor Augen und es ist fast wie Urlaub…wäre da nicht der grausame Mord an der jungen Frau Nantje Schreiber, die erstochen auf der Segeljacht ihres Mannes gefunden wurde.

Was ist hier geschehen? War es tatsächlich Sebastian Schreiber, der seine Ehefrau umgebracht hat?

Pat und Krumme haben hier unterschiedliche Meinungen und es herrscht eine gewisse Spannung zwischen den beiden. Während Pat an die Unschuld von Sebastian glaubt, ist Krumme der Überzeugung, dass er es gewesen sein muss.

Da die Ermittlungen nur schleppend voran gehen, wird eine Sonderkommission unter der Leitung von Friedrichs und Ludwig gebildet. Ausgerechnet die beiden verhassten Kollegen. Während Krumme einen Tag Urlaub auf Hallig Hooge genießt, muss sich Pat mit den beiden rumärgern. Sie wird zum Telefondienst abgestellt und regelrecht ausgeschlossen. Doch am Ende haben doch wieder Pat und Krumme zur eigentlichen Auflösung des Falls den größten Beitrag geleistet.

Der Fall selber und die Ermittlungen sind zunächst nicht besonders spektakulär, doch mit fortschreiten der Story steigt die Spannung immer mehr. Ich bin bis zum Ende einfach nicht dahinter gekommen, wer Nantje nun eigentlich umgebracht hat.

Sehr gelungen fand ich die Rückblenden in das Jahr 1362 zu Oke in die Uthlande. Auch hier hat sich grausames ereignet.

Herr Berg verbindet diese Ereignisse mit einer Legende, die um Rungholt kursiert und die im Norden jedes Kind kennt.

Die Legende von Rungholt, dem nordfriesischen Atlantis, das im 14. Jahrhundert untergegangen ist. Bei ruhigem Wetter sind auf dem Wattenmeer manchmal Kirchenglocken zu hören und ein undefinierbares Glitzern, welches von den goldenen Dächern kommen soll, zeichnet sich unter der Wasseroberfläche ab.

Diese Rückblenden tragen zwar nicht zur Auflösung des Falles bei, aber ich fand es eine gelungene Abwechslung.

Auch die humorvollen Passagen aus Krummes Privatleben mit seinem jungen Hund Sonny, gefallen mir gut und zauberten mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht.

Hendrik Berg hat erneut einen Krimi geschrieben, der mich begeistert hat. Krumme ist ein sehr sympathischer Ermittler, der mit seinem Erfolg den hiesigen Kollegen ein Dorn im Auge ist. Er ist halt kein Nordlicht und das bekommt er auch zu spüren. Doch mit jedem weiteren Fall wird auch der aus Berlin-Neukölln stammende Kommissar etwas norddeutscher, auch wenn er wahrscheinlich nie richtig dazugehören wird.

Fazit:
Es ist nicht das stärkste Buch aus der Reihe, hat mir aber trotzdem sehr sehr gut gefallen. Ein Nordsee-Krimi mit tollen Charakteren und einer ganz besonderen Atmosphäre. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Theo und Pat.

Drea Summer: Totennektar

*Dieses eBook wurde mir von der Drea Summer, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Für alle sichtbar soll das Branding sein. Jeder soll es sehen!

Verlag: Empire Verlag
Taschenbuch/ eBook mit 276 Seiten
Preis: 11,99 €/ 0,99 €
Genre: Thriller
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Autorin Drea Summer ist 1978 in Graz auf die Welt gekommen und lebte im schönen Südburgenland. Sie begann ihre Schreibkarriere mit der Auswanderung nach Gran Canaria vor mehr als vier Jahren. . Die „Insel des ewigen Frühlings“ inspiriert sie, schaurige und blutige Geschichten, die in ihrem Kopf herumspuken, niederzuschreiben. Bücher von Sebastian Fitzek, Stephen King, Andrew Holland, Daniela Arnold und Marcus Ehrhardt gehören für die Autorin dazu wie die Luft zum Atmen. Nähere Informationen zur Autorin findet ihr auf Facebook unter „Drea Summer“ oder/und auf Instagram unter „dreasummer1978“.

Klappentext:
Chefinspektor Oliver Johnson eilt durch das kleine Dörfchen Eyam. Schreie einer jungen Frau ertönen immer wieder. Als er das Mädchen erblickt, um das sich schon eine Menschentraube gebildet hat, kann er seinen Augen nicht trauen. Will ihnen nicht trauen! Nackt, verdreckt und blutverschmiert. Ein Brandzeichen am Körper. Genau wie vor 15 Jahren. Die Bestie ist zurück und der Alptraum soll erst beginnen.

Die Geschichte:
Vor 15 Jahren findet Arthur seine Mutter enthauptet und mit einem Brandmal am Körper auf der Wiese vor seinem Haus. Nancy Wright ist bereits das zweite Opfer, welches auf diese Art und Weise aufgefunden wurde.

Arthur ist nicht der einzige Sohn von Nancy. Chefinspektor Oliver Johnson wurde als Baby adoptiert, aber er erfährt erst nach dem schrecklichen Ereignis davon. Nun hat er keine Chance mehr seine leibliche Mutter kennenzulernen.

Bis heute ist dieses Verbrechen nicht aufgeklärt und Oliver wird nicht ruhen, bis er den Mörder seiner Mutter gefasst hat.

Nun scheint der Mörder wieder nach Eyam zurückgekehrt zu sein, denn eine junge Frau wird blutüberströmt und mit einem Brandzeichen am Körper aufgegriffen. Sie ist völlig verwirrt und nicht vernehmungsfähig. Sie wird in die psychiatrische Klinik gebracht, in der Arthur arbeitet. Oliver erhofft sich nun von dieser Frau Informationen zu bekommen, um endlich den Mörder zu finden.

Noch bevor er dazu kommt mit der Frau zu sprechen, verschwindet sie spurlos und mit ihr auch sein Halbbruder Arthur.

Oliver und sein Partner Ian beginnen ihre Ermittlungen, doch wo sollen sie anfangen? Hat Arthur etwas mit dem Verschwinden der Frau zu tun? Aber er kann unmöglich der Mörder sein, denn als seine Mutter starb war Arthur selbst noch ein Kind.

Damals gab es einen Verdächtigen, doch ihm konnte das Verbrechen nicht nachgewiesen werden. Joshua Harris. Er ist mittlerweile auch wieder zurück in der Stadt. Oliver ist der festen Überzeugung das er es gewesen sein muss.

Dann taucht eine männliche Leiche auf. Es ist Harris. Doch wer hat ihn umgebracht und warum befindet sich das Brandeisen, mit dem die Frauen gekennzeichnet wurden, in seinem Besitz?

Während die Leiche von Harris noch nicht ganz kalt ist, werden die Ermittler auch schon an den nächsten Tatort gerufen. Ein enthauptetes, männliches Opfer mit dem Brandzeichen auf dem Oberschenkel. Warum mussten die beiden Menschen sterben? Was hat es mit den Fällen von vor fünfzehn Jahren auf sich?

Oliver zieht einen Geschichtslehrer zur Rate um mehr über das Brandeisen herauszufinden. Doch was der Lehrer da entdeckt ist echt erschreckend.

So nach und nach kommt Licht ins Dunkel und die Ermittler finden die grausame Wahrheit heraus.

Werden Oliver und Ian die verschwundene Frau retten können? Was hat Arthur mit der ganzen Sache zu tun? Wer steckt hinter den grausamen Verbrechen?

Findet es heraus!

Meine Meinung:
„Totennektar war mein erstes Buch von Drea Summer und sie konnte mich nicht nur durch den angenehmen Schreibstil von sich überzeugen.

Das Buch war von der Ersten bis zur letzten Seite sehr spannend. Ich war so gefesselt, wo das Ganze wohl hinführt, dass mich die Neugier nur so durchs Buch gepeitscht hat.

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen und waren authentisch gezeichnet. Oliver, der mit aller macht endlich die Verbrechen aufklären will. Ian, der seinen Kollegen und Freund immer wieder erdet, aber gleichzeitig mit privaten Problemen zu kämpfen hat. Arthur, der irgendetwas zu verbergen hat. Und natürlich der Täter mit der Überzeugung das Richtige zu tun.

Ein bisschen gemein war das Ende…es schreit förmlich nach einer Fortsetzung.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Story war toll durchdacht und stimmig, auch wenn ich die ein oder andere Handlungsweise nicht ganz nachvollziehen konnte.

Ich empfehle „Totennektar“ gerne weiter und freue mich noch mehr von Drea Summer zu lesen.

Olivia Monti: Sterbewohl

Vor kurzer Zeit hat die liebe Olivia mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihren neuen Kriminalroman zu besprechen.

Immer auf der Suche nach neuen, spannenden Büchern, habe ich natürlich nicht nein gesagt.

Taschenbuch mit 220 Seiten
Genre: Kriminalroman
Preis: 9,99€
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Autorin:
Olivia Monti (im realen Leben Olivia Kleinknecht), 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten.
Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Königshausen & Neumann.
1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil.
Olivia Monti ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich.

Klappentext:
Entschlummere sanft mit Sterbewohl. Empfohlen vom Gesundheits-minister.
Deutschland ist nur noch eine Scheindemokratie. Der Staat veranstaltet neuerdings für ältere Menschen Sterbeseminare in Luxushotels. Ihnen soll dort schmackhaft gemacht werden, Sterbewohl, eine tödliche Pille, zu schlucken, um beizeiten die Allgemeinheit zu entlasten.
Nadja, Anna, Max und Fred sind über 65 und in hellem Aufruhr. Alle vier haben vom Gesundheitsministerium eine Einladung zum Sterbeseminar ins komfortable Hotel Paradies auf Fehmarn erhalten. Offiziell ist das Einnehmen von Sterbewohl zwar freiwillig. Wie manche munkeln, kehrt aus den Hotels aber niemand mehr zurück.

Ich habe gelesen:
Der Tod zum Wohle eines finanziell angeschlagenen Staates? Alte Menschen werden nur noch als Belastung angenommen und sollen, wenn es nach dem Staat geht, ihrem Leben ‚freiwillig‘ ein Ende setzen.

Nadja ist gerade mal 65 Jahre alt, als sie eine Einladung zu einem Sterbeseminar erhält. Doch sie ist nicht die Einzige. Auch ihre Freunde Anna, Max und Fred bekommen diese Einladung.

Man erhält die Chance zwei Wochen in einem Luxushotel auf Fehmarn zu verbringen. Dort kann man sich dann überlegen, ob man seinem Leben ein Ende setzen möchte, ehe man pflegebedürftig wird und den Mitmenschen nur noch zur Last fällt.

Sollte man sich aber gegen den Tod entscheiden, kann man auch jederzeit wieder nach Hause zurückkehren.

Die Rentner sind skeptisch. Auch wenn das alles freiwillig ablaufen soll, von einem solchen Seminar ist scheinbar noch nie jemand zurückgekehrt. Die Senioren entscheiden sich für die Reise, aber nicht mit dem Gedanken dem Leben schon eine Ende zu setzen. Sie wollen herausfinden was dort vor sich geht.

Dabei entdecken sie, dass die Realität noch viel schlimmer ist als ihre Vorstellung.

In dem Luxushotel angekommen, genießen die vier viele Annehmlichkeiten und zunächst scheint alles eher harmlos zu sein. Natürlich versuchen die Hotelbetreiber ihre Gäste zu manipulieren. Gruppengespräche, Einzelgespräche und Filmabende führen den älteren Menschen immer wieder vor Augen, wie fürchterlich es werden kann, wenn man nicht mehr kann wie man will. Da sei es doch besser zu gehen, bevor es soweit ist. Wir schlucken eine tödlichen Pille und alles ist gut. Wir liegen dem Staat nicht auf der Tasche und unsere Familienangehörigen werden nicht verpflichtet sich um uns zu kümmern, wenn es nicht mehr geht.

Olivia Monti hat sehr provokative Inhalte in „Sterbewohl“ verarbeitet. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und die Erzählperspektive aus Sicht von Nadja war passend.

Man spürt während des Lesens die Angst und Verzweiflung, welche von den Protagonisten ausgeht und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.

Werden die vier das Hotel wieder lebend verlassen können?

Fazit:
Diese Geschichte ist zwar fiktiv, aber sie lässt einen aufhorchen. Ein sehr ruhiges, aber dennoch unheimlich spannendes Buch, welches mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Wie wird es sein, wenn ich alt bin? Die Mischung aus politischem Skandal und Spannung hat mich total fasziniert.

Charlotte Link: Ohne Schuld

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Wenn dich die Angst dein Leben lang verfolgt, weil du zu viel weißt …

Verlag: Blanvalet
Gebundenes Buch mit 544 Seiten
erschienen: November 2020
Genre: Kriminalroman
Preis: 24,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch »Die Betrogene« und zuletzt »Die Entscheidung« eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang 28,5 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

Klappentext:
Ein wolkenloser Sommertag, die Hitze drückt aufs Land. Im Zug von London nach York zielt ein Fremder mit einer Pistole auf eine Frau. Sie entkommt in letzter Sekunde. Zwei Tage später: Eine junge Frau stürzt mit ihrem Fahrrad, weil jemand einen dünnen Draht über den Weg gespannt hat. Sie ist sofort bewusstlos. Den folgenden Schuss hört sie schon nicht mehr. 
Die Frauen stehen in keiner Verbindung zueinander, aber die Tatwaffe ist dieselbe. 
Kate Linville, neu bei der North Yorkshire Police, wird sofort in die Ermittlungen hineingezogen. Sie kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn der Täter, der eine vermeintliche Schuld rächen will, gibt nicht auf … 

Dies ist der dritte Band der Reihe mit Kate Linville und Caleb Hale.

Nachdem Band 1 „Die Betrogene“ meiner Meinung nach nicht das stärkste Buch von Charlotte Link war, hat mich Band 2 „Die Suche“ absolut begeistert, aber wie hat mir nun „Ohne Schuld“ gefallen?

Die Bücher können alle unabhängig voneinander gelesen werden, da die Fälle in sich abgeschlossen sind. Dennoch empfehle ich die Reihenfolge einzuhalten, da ja die Beziehungen der Protagonisten aufeinander aufbauen.

Die Ermittlerin Kate Linville hat ihren Job bei Scotland Yard gekündigt, um in die Dienststelle von Caleb Hale bei der North Yorkshire Police zu wechseln.

Doch noch vor ihrem Dienstantritt wird Caleb suspendiert. Bei einem Einsatz führte er die Telefonverhandlung mit einem Familienvater und scheiterte, denn kurz nach dem Telefonat erschoss Jayden White seine ganze Familie. Anschließend wird Caleb von einem Kollegen gemeldet, er sei betrunken gewesen und nicht mehr tragbar.

Für Kate absolut unvorstellbar ohne Caleb, aber was soll sie machen? Sie tritt ihren Dienst unter der Leitung von Robert Stewart an und da überschlagen sich auch schon die Ereignisse.

In einem Zug wird auf Xenia Paget geschossen. Dank Kate, die sich ebenfalls im Zug befand, ist Xenia mit dem Leben davongekommen.

Ein paar Tage später fährt die junge Lehrerin Sophia Lewis mit ihrem Fahrrad ihre alltägliche Runde durch den Wald. Jemand hat einen Draht über den Waldweg gespannt. Als Sophia schwer verletzt am Boden liegt, wird auf sie geschossen, doch die Kugel verfehlt ihr Ziel.

Obwohl die beiden Frauen sich nicht kennen und auf den ersten Blick rein gar nichts gemeinsam haben, stellt sich heraus, dass auf beide mit derselben Waffe geschossen wurde.

Kate beginnt die Vergangenheit der beiden Frauen zu durchleuchten und geht jedem noch so kleinen Hinweis nach. Was sich da so nach und nach rauskristalisiert ist echt unfassbar.

„Ohne Schuld“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Wer die Bücher von Charlotte Link kennt weiß, dass es immer mehrere Handlungsstränge gibt, die anfangs den Eindruck erwecken, dass das eine absolut nichts mit dem anderen zu tun haben kann.

Doch nach und nach zieht sich das Netz immer enger zusammen, bis man endlich den AHA-Moment erlebt.

Ich mag ihren Schreibstil und auch die Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten.

Die Story ist unheimlich gut durchdacht und raffiniert angelegt. Ich hatte immer mal eine Ahnung, wo das Ganze hinführen könnte, aber trotzdem hat mich die Autorin immer wieder überrascht.

Eine unglaubliche Geschichte steckt hinter den ganzen Geschehnissen, die tragischer und trauriger nicht sein könnte.

Doch wer ist hier eigentlich ohne Schuld?

Fazit:
Dieses Buch hat mich voll und ganz in seinen Bann gezogen. Für Spannung ist durchgehend gesorgt. Charlotte Link hat mich hier wieder mal zutiefst gefesselt.

Daniel Leitner: Muttermal

*Rezension*

Kindle Ausgabe: 0,99 €
Taschenbuch: 9,99 €
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Autor:
Daniel Leitner, geb. am 17.06.1992 in Wels/Oberösterreich. Mit dem Schreiben hat er sehr früh begonnen. Anfangs waren es Horror-Kurzgeschichten – bis er 2013 seinen allerersten Roman „Von Tauben und Lämmern“ veröffentlichte. Seit über zehn Jahren leitet er einen Musicalverein „MuVe“, bei dem er Drehbücher schreibt, Regie führt und manchmal selbst als Sänger, Tänzer und Schauspieler auf der Bühne steht. Auf seinen Youtube-Kanal „UNITED COLORS OF DANIEL“ lädt er wöchentlich Cover-Songs, Musikvideos, Serien und Kurzfilme sowie Videos zu persönlichen Themen hoch.

Klappentext:
Von seinen leiblichen Eltern weiß der dreißigjährige Deutschlehrer Jonas kaum etwas. Das ändert sich jedoch schlagartig, als seine vermeintliche Mutter plötzlich vor seiner Wohnungstüre auftaucht.

Jonas willigt ein, ein Wochenende mit ihr in einer Hütte im Wald zu verbringen, um all seine Fragen endlich beantwortet zu bekommen. Das Familienglück scheint perfekt – doch während seine leibliche Mutter immer mehr von ihrem Leben preisgibt, bemerkt Jonas Widersprüche und stellt sich die Frage: Wer ist diese Frau wirklich und welches Geheimnis verbirgt sie?

Abgeschottet von der Außenwelt beginnt ein Katz- und Mausspiel, in dem nichts so ist, wie es zunächst scheint.

Wie hat mir das Buch gefallen?
30 Jahre lang wusste Jonas nicht, wer seine leibliche Mutter ist, denn direkt nach seiner Geburt wurde er zur Adoption freigegeben.

Doch dann plötzlich steht eine Frau vor seiner Tür und behauptet, seine Mutter zu sein. Sie bittet ihn um ein Wochenende zu zweit, um sich kennenzulernen.

Die Entscheidung fällt Jonas nicht leicht. Soll diese Frau wirklich seine Mutter sein? Nach all der langen Zeit sollen endlich seine vielen Fragen beantwortet werden? Wird es ihm nach dem Treffen besser gehen?

Er entscheidet sich schließlich für das Wochenende mit Christine und sie bereisen eine einsame Hütte im Wald.

Dort angekommen fangen beide an, Stück für Stück, ihre Geschichten zu erzählen. Doch Jonas ist hin und her gerissen. Irgendetwas scheint mit Christine nicht zu stimmen. Er hat das Gefühl, dass sie nicht ehrlich zu ihm ist.

Was verbirgt sie? Und was hat sie vor?

Dies ist ein sehr ruhiger Thriller, der von den Geschichten der beiden Hauptprotagonisten lebt. Anfangs dachte ich: „Oje, das wird bestimmt langweilig.“

Doch falsch gedacht. Die steten Perspektivenwechsel halten die Spannung das ganze Buch über hoch. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wo das Ganze hinführt.

Herr Leitner hat einen sehr flüssigen, angenehmen Schreibstil und die Charaktere sind toll gezeichnet. Wer ist Jonas heute? Wie verlief seine Kindheit? Auch Christine berichtet von ihrer Jugendzeit und wie es ihr bis heute ergangen ist.

Wo führt uns die Reise der beiden hin?

Die Auflösung hat mich sehr überrascht und ich finde es ein echt geniales Ende. Allgemein war die Story sehr stimmig und gut durchdacht.

Fazit:
„Muttermal“ war mal etwas anderes. Es ist kein blutrünstiger Thriller, wo an jeder Ecke eine neue Leiche wartet. Dennoch erwartet Euch ein packendes Leseerlebnis, welches von Gefühlen und Emotionen lebt.

Freut Euch auf jede Menge Drama und unerwartete Wendungen.