Silvia Stolzenburg: Puppenjagd

Auf der Spur eines Wahnsinnigen

Verlag: Weltbild
Taschenbuch mit 320 Seiten
Genre: Roman
Preis: 10,99€
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Autorin:
Silvia Stolzenburg, Jahrgang 1974, studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Tübingen. Im Jahr 2006 erfolgte die Promotion über zeitgenössische Bestseller mit Abschluss Dr. phil., in dieser Zeit reifte auch der Entschluss, selbst Romane zu verfassen. Silvia Stolzenburg arbeitet als Vollzeitautorin, sie lebt mit ihrem Mann auf der Schwäbischen Alb.

Klappentext:
Ein brutaler Serienmörder hält Stuttgart in Atem. Offenbar hat er es vor allem auf rothaarige Frauen abgesehen, die er grausam zu Tode quält und verstümmelt. Mordermittlerin Tina Baumann, erst vor Kurzem von der Brandermittlung zur Mordkommission gewechselt, wird Mitglied der SOKO und kann schon bald ihren ersten Fahndungserfolg melden. Doch dann wird wieder eine junge Frau entführt – und bald darauf wird klar, dass dieser Fall weit in die Vergangenheit hineinreicht. Tina und ihr Kollege Manni setzen sich auf die Spur eines Mordes, der vor dreißig Jahren geschah. Niemand ahnt, dass sie sich damit in tödliche Gefahr begeben…

Ich habe gelesen:
Ohne langes Vorgeplänkel nimmt die Handlung rasch an Fahrt auf. Bereits auf den ersten Seiten wird eine Frauenleiche, die wie eine Puppe zurecht gemacht ist, entdeckt. Sie muss fürchterliches durchlitten haben, bevor sie durch einen grausamen Tod endlich Ruhe gefunden hat.

Die Ermittlungen in diesem Fall übernimmt die Kommissarin Tina Baumann mit ihrem Partner Manni.

In einem zweiten Handlungsstrang lernen wir die Studentin Amelie kennen. Sie hat gerade einen jungen Mann im Internet kennengelernt. Eigentlich wollte Amelie es langsam angehen lassen, aber nach dem ersten Zusammentreffen mit Flo hat er ihr so den Kopf verdreht, dass sie alle Ihre guten Vorsätze über Bord wirft und sich gleich voll und ganz auf ihn einlässt.

Normalität wird mit Brutalität verflochten. Der Fund der entsetzlich entstellten Frauenleiche und die scheinbar harmlose Liebesgeschichte, die augenscheinlich nichts miteinander verbindet, lässt mich als Leser dennoch ahnen, worauf dass hinauslaufen wird.

Die Tote wird als die Prostituierte Tamara Reichert identifiziert. Schnell wird auch ein Verdächtiger ausgemacht, doch ihm kann nichts nachgewiesen werden. Auch andere Spuren verlaufen im Nichts.

Dann stoßen die Ermittler auf einen ähnlichen Fall der sieben Monate zurück liegt. Damals wurde die Studentin Julia Heitmann ermordet aufgefunden. Die beiden Frauen haben eine gewisse Ähnlichkeit. Sie sind jung, haben rotblonde Haare und sind zierlich. Das ist aber auch die einzige Parallele, ansonsten kann keinerlei Verbindungen zwischen den beiden ermordeten Frauen festgestellt werden.

Während die Ermittlungen in vollem Gange sind, erfahren wir wie es um die Beziehung von Amelie und Flo steht. Amelie ist total verliebt und schwebt auf Wolke sieben, bis zu dem Tag, als Flo sie zu harten SM-Spielen zwingt. Amelie ist danach so verstört, dass sie sich in aller Öffentlichkeit von ihm trennt und kurz darauf verschwindet sie spurlos.

Da Amelie den beiden Mordopfern sehr ähnelt, schrillen bei den Ermittlern die Alarmglocken.

Ist sie diesem Serienkiller in die Hände gefallen und werden sie Amelie rechtzeitig finden?

Eher durch Zufall stoßen die Ermittler auf einen 30 Jahre zurückliegenden Fall, der gewisse Übereinstimmungen mit den aktuellen Morden aufweist. Doch der damalige Täter ist in Haft verstorben und kann somit nicht für die aktuellen Fälle verantwortlich sein.

Haben wir es mit einem Nachahmungstäter zu tun?

Die Polizisten tappen absolut im Dunkeln und dann wird auch noch Kommissarin Tina Baumann entführt, denn auch sie passt in das Beuteschema des Serienmörders.

Viele Personen kommen als Täter in Betracht, doch die Autorin führte mich immer wieder gekonnt auf die falsche Fährte.

Wer steckt hinter diesen grausigen Taten? Wird man Amelie und Tina lebend finden?

Fragen über Fragen, die ihr nur beantwortet bekommt, wenn ihr das Buch lest.

Fazit:
Eine sehr gut komponierte Geschichte. Toll gezeichnete Charaktere und Spannung von der Ersten bis zur letzten Seite. Die Story war außergewöhnlich, aber dennoch glaubhaft.

Die Autorin war mir bisher nicht bekannt, hat es aber geschafft mich mit diesem Buch auf ihre Seite zu ziehen.

Gerne möchte ich auch das Buch „Feuerspur“ zum ersten Fall von Tina Baumann lesen und ein dritter Teil ist wohl auch schon in Arbeit *freu*

Olivia Kleinknecht: Der Kuss

Nachdem ich „Der Regisseur“ von Olivia Kleinknecht gelesen habe, war ich natürlich neugierig, was es noch über den abgrundtief bösen Menschen Angelotti zu erfahren gibt, deshalb habe ich mir nun auch „Der Kuss“ gekauft.

Gerne könnt ihr meine Rezension zum Regisseur hier nochmal lesen >>KLICK<<

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Kindle Ausgabe mit 188 Seiten
Genre: Roman
Preis: 0,99€
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Autorin:
Natascha Olivia Kleinknecht, 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Doktor der Rechte. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten; die Aquarelle und Ölbilder der Künstlerin wurden bei Ausstellungen in Lausanne, Florenz und Stuttgart gezeigt.
Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Edition Epoca.
1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Olivia Kleinknecht ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich.

Klappentext:
Neunzig Jahre alt ist die Dame, die allein in ihrer Wohnung lebt und außer dem Fernseher keinen Freund mehr hat. Sie blättert in alten Briefen, die ihr früherer Bekannter, der berühmte Regisseur Angelotti ihr schrieb. Während die Frau zusehends altert und kaum noch ihren Haushalt schafft, scheinen Angelottis Briefe direkt aus der Hölle zu kommen.

Ich habe gelesen:
Es ist wirklich traurig zu lesen, wie diese 90-jährige Frau versucht ihren Alltag zu meistern.

Die Wohnung kann sie schon lange nicht mehr in Schuss halten. Auch die eigene Körperhygiene gelingt nicht mehr. Einkaufen, Wäsche waschen, das alles ist nur noch eine Qual.

Das Einzige was die alte Dame eigentlich noch am Leben hält sind Briefe, die sie vor vielen Jahrzehnten von ihrem viel älteren Freund Angelotti erhalten hat.

Oft schon hat sie Diese gelesen. Und nun erhalte ich als Leser die Chance die Briefe gemeinsam mit der alten Frau zu lesen.

Wir lernen einen viel älteren, aber immer noch sehr eitlen Angelotti kennen. Er hatte einst alles und jeden im Griff, tat immer, was er wollte, überschritt alle Grenzen. Doch nun hat er immer mehr Misserfolge zu verzeichnen. Dadurch machen sich Angstzustände und Selbstzweifel in ihm breit. Seine Potenz lässt immer mehr nach und was ist erst, wenn er sein bestes Stück gar nicht mehr benutzen kann?

Doch das alles hindert den Regisseur nicht daran, weiterhin seine abartigen sexuellen Fantasien auszuleben. Immer extremer und gewaltvoller muss es sein und mittlerweile möchte er die Gewalt auch am eigenen Körper spüren, denn nur so findet er Erleichterung und kann sich ein wenig trösten.

Diese kranken Fantasien scheinen die alte Dame am Leben zu halten. Krass eigentlich, aber sie schwärmt ja regelrecht von IHREM Angelotti.

Die Autorin hat hier ein Buch geschaffen, dass mich sehr zum nachdenken gebracht hat. Wie wird es für mich sein, wenn ich alt bin? Werde ich auch alleine sein? Möchte ich das überhaupt?

Der Schreibstil und die Erzählweise haben mir sehr gut gefallen. Besonders die eingefügten Briefe haben immer wieder eine gewisse Spannung aufgebaut.

Die alte Dame ist sehr gut und authentisch gezeichnet und ich habe sehr mit ihr gelitten. Am liebsten hätte ich einfach bei ihr geklingelt und ihr geholfen. Zum Ende wurden die Behörden durch die Nachbarn auf die Situation der Dame aufmerksam gemacht. Und der letzte Gang soll ins Pflegeheim führen.

Doch möchte Sie das oder wird sie ihr Leben vorher selbst beenden?

Fazit:
Mich hat dieses Buch gepackt und teils sehr nachdenklich zurück gelassen. Ein Buch voller Gewalt und Trauer. Sehr erschreckend zeigt es die Schattenseiten des Alters auf.

Olivia Kleinknecht: Der Regisseur

Vor einiger Zeit habe ich von der lieben Olivia Kleinknecht die Anfrage bekommen, ob ich Lust hätte ihr Buch „Der Regisseur“ zu lesen.

Immer auf der Suche nach neuem Lesestoff, war ich natürlich nicht abgeneigt und schwupp habe ich das E-Book erhalten und konnte direkt loslesen.

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Kindle Ausgabe mit 428 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 1,49€
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Autorin:
Natascha Olivia Kleinknecht, 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Doktor der Rechte. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten; die Aquarelle und Ölbilder der Künstlerin wurden bei Ausstellungen in Lausanne, Florenz und Stuttgart gezeigt.
Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Edition Epoca.
1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Olivia Kleinknecht ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich.

Klappentext:
Der Regisseur Vittorio Angelotti ist ein Machtmensch, der ohne Skrupel manipuliert und erpresst. Gerade das übt auf andere einen morbiden Reiz aus. Liegt im Leiden nicht die wahre Lust? Er inszeniert sein Leben wie seine Filme. Ihn interessiert nur eins: sein erotisches Vergnügen, die Suche nach dem ultimativen Glückskick.
Doch dann überschreitet Angelotti bei seinem »Spiel« die Grenze zum Verbrechen und gerät in eine Mordintrige.
Hält er wirklich noch alle Fäden in der Hand? Oder ist er vom Handelnden längst zum Spielball geworden?
 

Ich habe gelesen:
Zu Beginn habe ich durch die ständigen Perspektivwechsel eine Weile gebraucht, um mich in den Roman einzufinden, später fügt sich das ganze aber wunderbar ins Gesamtbild. Man lernt verschiedene Charaktere und deren derzeitige Lebenssituation kennen. Doch am interessantesten ist der Charakter des Regisseurs.

Vittorio Angelotti ist ein erfolgreicher, machthungriger Mensch, der immer bekommt, was er will. Er kennt keine Grenzen und Tabus und nimmt auf niemanden Rücksicht. Er begehrt Männer, Frauen und mit seiner perfiden sexuellen Neigung, ist er auch kleinen Jungen gegenüber nicht abgeneigt.

Der Autorin ist es gelungen eine extrem autoritäre, unsympathische und abgrundtief böse Figur zu erschaffen. Ein Psychopath durch und durch. Und keiner scheint auch nur ein bisschen Menschenverstand zu haben, um zu merken welche Gefahr von Angelotti ausgeht. Alle lassen sich freiwillig mit ihm ein und er lenkt die Charaktere wie es ihm passt.

Der Regisseur ist immer auf der Suche nach dem gewissen Kick. Momentan arbeitet er an einem Film über den Papst. „Il Papa“. In diesem umstrittenen Film spielt er selbst natürlich den Papst und lebt seine kranken Fantasien aus. Gewalt, Mord, Vergewaltigung und Erniedrigung. Doch irgendwann reicht ihm das nicht mehr.

Wie fühlt es sich an einen echten Mord zu begehen?

Mehr als einen Menschen hat er in dieser Geschichte direkt oder indirekt auf dem Gewissen.

Und je weiter man in der Geschichte voranschreitet, desto mehr hat man das Gefühl, dass er den Bezug zur eigenen Realität völlig verloren hat. Man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass er sein eigenes Dasein, mit dem von ihm gespielten Papst vermengt.

Ich muss sagen, dass es mir ganz schön schwer fällt eine Rezension zu schreiben, da dieses Buch irgendwie sehr ungewöhnlich geschrieben ist.

Der Schreibstil ist sehr direkt. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. Man springt zwischen dem echten Leben und dem Film hin und her. Alles ist etwas verworren und nicht sofort durchschaubar. Man möchte mehr von dem skrupellosem Angelotti erfahren und wartet aber auch gleichzeitig darauf, ob es denn auch mal Konsequenzen gibt.

Fazit:
Mir war das Ganze etwas zu verworren. Ich denke etwas weniger wäre in diesem Buch mehr gewesen. Auch die Spannung wollte sich nicht so richtig aufbauen.

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und ich denke jeder muss sich einlesen und herausfinden, ob das Buch seinem Geschmack entspricht.

Nichts desto trotz, möchte ich gerne wissen, wie es weiter geht mit dem Regisseur. Ein wenig hat er mich dann doch in seinen Bann gezogen und deshalb werde ich mir Teil 2 „Der Kuss“ noch besorgen.

Camilla Grebe: Tagebuch meines Verschwindens

*Dieses Exemplar wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

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Verlag: btb
Paperback mit 608 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: 15,00€
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Camilla Grebe und Åsa Träff sind Schwestern, aufgewachsen in Älvsjö in der Nähe von Stockholm. Der Roman „Die Therapeutin“ war ihr erstes Gemeinschaftsprojekt, fast zwangsläufig entstanden aus ihrer Liebe zur Kriminalliteratur. Camilla, geboren 1968, lebt in Stockholm mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Dalmatiner. Sie ist studierte Betriebswirtin, hat den Hörbuchverlag „StorySide“ gegründet und betreibt ein Beratungsunternehmen. Åsa, geboren 1970, lebt in Gnesta mit ihrem Mann und zwei Kindern. Sie arbeitet als Psychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie und betreibt in Stockholm mit drei Kollegen eine Gemeinschaftspraxis, die sich auf Angststörungen und neuropsychologische Störungen spezialisiert hat.

Klappentext:
Eine Tote, mitten im Wald. Getötet an dem Ort, wo vor Jahren das Skelett eines kleinen Mädchens lag. Ein cold case, der nie gelöst wurde. Wer sind die Toten? Was hat der spurlos verschwundene Kommissar mit ihnen zu tun? Und warum erinnert Profilerin Hanne sich an keine Ermittlungsergebnisse? Die Einwohner des kleinen trostlosen Omberg, das mitten zwischen dunklen Kiefernwäldern liegt, halten sich bedeckt. Doch niemand, nicht einmal die Polizei, kann der Wahrheit entkommen, die sich nach jahrelangem Schweigen bahnbricht…

Ich habe gelesen:
Ormberg ist ein trostloses Kaff in Schweden. Hier gibt es rein gar nichts außer Kiefernwälder, stillgelegte Betriebe und ein Flüchtlingsheim. Viele Menschen haben Ormberg bereits verlassen, da es einfach keinerlei Perspektiven gibt.

Vor einigen Jahren wurde hier die Leiche eines kleinen Mädchens in einer Geröllhalde gefunden. Es konnte bis heute nicht identifiziert werden, da es anscheinend keiner vermisst.

Heute, acht Jahre später, wird ein Ermittlerteam nach Ormberg geschickt, um sich mit diesem Cold Case zu beschäftigen. Darunter sind der Ermittler Peter, die Profilerin Hanne und die junge Polizistin Malin. Sie stammt aus Ormberg und hat damals das tote Mädchen gefunden.

Während Hanne und Peter im Alleingang ermitteln, verschwinden die Beiden. Nur kurze Zeit später wird Hanne verwirrt und orientierungslos am Waldrand gefunden. Das Problem ist, Hanne kann sich an nichts erinnern.

Sie hat schon seit längerer Zeit Gedächtnislücken. Aus diesem Grund führt sie Tagebuch, um Vergessenes wieder abrufen zu können. Doch leider ist das Tagebuch, ebenso wie Peter spurlos verschwunden.

Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, taucht in der Geröllhalde eine weibliche Leiche auf. Genau an der Stelle an der vor acht Jahren die Mädchenleiche gefunden wurde.

Was ist hier los? Und wer ist diese unbekannte Frau mit dem eingeschlagenen Gesicht?

Neben den spannenden Ermittlungen lernen wir den Teenager Jake kennen. Er hat Hanne am Waldrand gefunden und ihr Tagebuch an sich genommen. Doch statt das Tagebuch der Polizei zu übergeben, liest er heimlich darin und erfährt Dinge, die er besser nicht gewusst hätte.

Das Buch wird aus drei Perspektiven erzählt. Polizistin Malin, Profilerin Hanne und Jake kommen abwechselnd zu Wort. Dadurch ist die Story sehr spannend gehalten und man bekommt immer mehr Einblicke in die Psyche, die Schwierigkeiten, aber auch die Sehnsüchte und Hoffnungen der einzelnen Charaktere.

Was mich wahnsinnig gestört hat, auf den ersten Seiten wurde ein Charakter mal Saga und dann wieder Sara genannt und das nicht nur einmal. Wie denn nun? Zum Glück zog sich dieser Fehler nicht durch das ganze Buch.

Die Protagonisten sind lebendig beschrieben und der Schreibstil ist sehr flüssig. Die Einsamkeit, das dauerhaft schlechte Wetter, die Kälte und der Schnee unterstreichen die Düsternis dieses Buches und das triste Leben der Einwohner von Ormberg.

Meiner Meinung nach, gab es zeitweise etwas unnötige Längen, doch die unerwarteten Wendungen und auch das völlig überraschende Ende haben mich dafür entschädigt.

Fazit:
Aktuelle Themen werden gekonnt durch Frau Grebe und ihre Schwester in die Story eingebaut. Das regt einige vielleicht zum Nachdenken an.

Der Thriller ist psychologisch raffiniert und fesselnd. Jeder hat Geheimnisse und vieles ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. So bleibt das Buch, bis auf einige Längen, spannend bis zum Schluss und ich wurde sehr gut unterhalten.

Yrsa Sigurdaróttir: R.I.P

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Dunkel. Brutal. Gandenlos.

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Verlag: btb
Hardcover mit 448 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 20,00€
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir, geboren 1963, ist eine vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, deren Spannungsromane in über 30 Ländern erscheinen. Sie zählt zu den „besten Kriminalautoren der Welt“ (Times). Sigurdardóttir lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Reykjavík. Sie debütierte 2005 mit „Das letzte Ritual“, einer Folge von Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir. DNA ist Start einer neuen Serie um die Psychologin Freyja und Kommissar Huldar von der Kripo Reykjavik.

Klappentext:
Er mordet kalt und brutal: Zwei Jugendliche sind seine Opfer. Über Social Media müssen Freunde deren letzte qualvolle Minuten mitansehen. Und dieser Mörder ist noch nicht fertig: Ein weiterer Junge wird vermisst. Was verbindet die Jugendlichen? Wer glaubt, sie verdienten den Tod? Und kann der Junge noch gerettet werden?

Huldar und sein Team ermitteln. Auch Psychologin Freyja wird wieder in die Untersuchungen einbezogen, trotz anfänglichen Widerwillens. Gemeinsam müssen sie den gnadenlosen Mörder finden, bevor er wieder zuschlägt…

Ich habe gelesen:
Stella wird brutal ermordet. Ihre Freunde bekommen ihre letzten qualvollen Minuten über Snapchat geschickt.

Nur wenige Tage später erhalten die Freunde von Egill auch solch fürchterliche Videos über Snapchat. Doch im Gegensatz zur Tat an Stella, wo offensichtlich ist, dass sie diesen Angriff nicht überlebt hat, hoffen nun die Ermittler Egill, zwar schwer verletzt, aber dennoch lebend zu finden.

Als ob das alles nicht schon schlimm genug ist, scheint es auch noch ein drittes Opfer zu geben.

Das Ermittlerteam aus Reykjavík versucht die Fälle schnellstmöglich zu lösen. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn es gibt keine offensichtlichen Hinweise auf das Motiv der Taten oder Verbindungen zwischen den Opfern. Die Jugendlichen waren augenscheinlich sehr beliebt und hatten keinerlei Probleme.

Kommissar Huldar wird zunächst nicht wirklich in die Ermittlungen mit einbezogen. Er und sein Partner bekommen so gut wie keine sinnvollen Aufgaben zugeteilt, dabei drängt die Zeit und jeder gute Mann wird gebraucht.

Grund dafür sind private Differenzen zwischen Huldar und seiner Chefin.

An dieser Stelle möchte ich kurz auf die vorherigen Bände eingehen. Huldar hat im ersten Band „DNA“ eine Nacht mit Freyja verbracht und war dabei nicht ganz ehrlich zu ihr. Im zweiten Band „SOG“, ist er nach einem alkoholgetränkten Abend mit seiner Chefin im Bett gelandet. Was natürlich ein riesen Fehler war, denn eigentlich möchte Huldar das Herz von Kinderpsychologin Freyja gewinnen, aber er bekommt es einfach nicht auf die Reihe. Erla wiederrum ist gekränkt.

Doch das Erla nun einen ihrer besten Ermittler aufs Abstellgleis stellt, nur weil sie eifersüchtig ist, geht gar nicht und behindert die Arbeit. Spannungen im Team sind was Normales und gerade wenn einem die Zeit im Nacken sitzt. Aber diese Reaktionen einer Chefin sind für mich ein absolutes no go und hat meiner Meinung nach auch zu viel Raum in der Story eingenommen und somit den Spannungsbogen immer wieder nach unten gedrückt.

Huldar lässt sich aber nicht unterkriegen und er schafft es sogar Freyja wieder mit ins Boot zu holen. Wie praktisch für ihn. Freyja hat gleich von Anfang an den richtigen Riecher, was den Grund der Taten anbelangt. Doch Erla glaubt nicht an diese Theorie.

So nach und nach kristallisiert sich heraus, weswegen gerade diese Jugendlichen zu Opfern wurden. Wahrlich waren die beiden keine Unschuldslämmer und sie haben fürchterliches getan. Was in meinen Augen die Wut und die Rachegelüste auch verständlich machen, aber entsetzt hat mich die Brutalität und überhaupt die Art und Weise der Rache.

Die Auflösung war sehr verstrickt und umfangreich, aber dennoch gut durchdacht. Doch hat mich auch dieser Band wieder etwas unbefriedigend gelassen. Auch wenn die Ermittlungen abgeschlossen wurden, zeigt das letzte Kapitel, dass doch noch nicht alles offengelegt wurde und somit eine Frage offen bleibt.

Auch die Beziehung zwischen Huldar und Freyja ist noch immer sehr angespannt. Irgendwann müssen sie doch mal zusammenfinden. Man möchte ja am liebsten in das Buch hineinkriechen und die beiden mal richtig schütteln.

Der Schreibstil ist wie gewohnt locker und leicht verständlich.

Anmerken möchte ich noch, dass der Titel „R.I.P.“ überhaupt nicht zu diesem Buch passt. Müssen es immer nur drei Buchstaben sein? Warum hat man nicht den isländischen Originaltitel einfach übersetzt?

Fazit:
Hier hat die Autorin ein weitgefächertes und brandaktuelles Problemfeld angesprochen, was ich sehr gut finde. Vielleicht öffnet das einigen Menschen die Augen, wenn man bedenkt wie die Opfer leiden und das meist ein Leben lang. Oder sie ihr Leben vielleicht schon vorzeitig beenden, weil sie mit ihrer Situation nicht mehr zurecht kommen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich auf weitere Bände mit den, mir liebgewonnenen, Charakteren Huldar und Freyja.