Charlotte Link: Die Suche

Mehrere verschwundene Mädchen, eine Tote in den Hochmooren und scheinbar keine einzige Spur …

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Verlag: Blanvalet
Gebundenes Buch mit 656 Seiten
erschienen: Oktober 2018
Genre: Kriminalroman
Preis: 24,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch »Die Betrogene« und zuletzt »Die Entscheidung« eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang 28,5 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

Klappentext:
In den Hochmooren Nordenglands wird die Leiche der ein Jahr zuvor verschwundenen 14-jährigen Saskia Morris gefunden. Kurze Zeit später wird ein weiteres junges Mädchen vermisst, die ebenfalls 14-jährige Amelie Goldsby. Die Polizei in Scarborough ist alarmiert. Handelt es sich in beiden Fällen um denselben Täter? In den Medien ist schnell vom Hochmoor-Killer die Rede, was den Druck auf Detective Chief Inspector Caleb Hale erhöht.
Auch Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard ist in der Gegend, um ihr ehemaliges Elternhaus zu verkaufen. Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft von Amelies völlig verzweifelter Familie, wird zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem Drama, das weder Anfang noch Ende zu haben scheint. Und dann fehlt plötzlich erneut von einem Mädchen jede Spur …

Wie hat mir das Buch gefallen:
Die Hauptcharaktere aus diesem Buch waren mir bereits aus „Die Betrogene“ bekannt. Gerne könnt ihr meine Rezension dazu HIER nochmal lesen.

Nachdem „Die Betrogene“ meiner Meinung nach nicht das stärkste Buch von Charlotte Link war, hat mich „Die Suche“ wieder absolut begeistert.

In Scarborough verschwinden junge Mädchen. Hannah Caswell ist seit 4 Jahren spurlos verschwunden.

An dem Tag, an dem die seit ungefähr einem Jahr vermisste Leiche von Saskia Morris auftaucht, verschwindet ein weiteres Mädchen. Amelie Goldsby.

Kate Linville, Detective Sergeant von Scotland Yard, gerät zufällig mitten in diese grauenvollen Ereignisse.

Sie ist gerade in Scarborough um ihr Elternhaus zu verkaufen, aber mit den letzten Mietern hatte sie kein Glück. Sie haben das Haus in einem widerlichen Chaos zurück gelassen. Nun muss entrümpelt und komplett renoviert werden. Weil sie in dem heruntergekommenen Haus nicht wohnen kann, quartiert sie sich in dem Bed & Breakfast der Familie Goldsby ein. So erfährt sie aus erster Hand vom Verschwinden der Tochter Amelie.

Nach Bitten der Mutter, lässt Kate sich überreden, selbst ein wenig zu ermitteln, obwohl sie weiß, dass sie damit dem Leiter der Ermittlung, Detective Chief Inspector Caleb Hale, in die Quere kommen könnte.

Ein viertes Mädchen verschwindet. Sie passt jedoch nicht in das Beuteschema des Entführers. Bisher handelte es sich immer um Mädchen aus einem gut behütetem Zuhause. Mandy Allard jedoch kommt aus einer zerrütteten Familie.

Wird man Amelie und Mandy noch lebend finden? Steckt hinter allen Fällen der Hochmoor-Killer? Und was ist aus der vor 4 Jahren verschwundenen Hannah geworden?

Die Geschichte ist sehr gut durchdacht und die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich am Ende wunderbar zusammen. Super fand ich auch wieder die unterschiedlichen Erzählperspektiven. Ich habe Caleb Hale und Kate Linville begleitet, aber auch die verzweifelten  Eltern von Amelie und den Entführer. Ich habe mich beim Lesen nach Scarborough treiben lassen und habe am Leiden der Menschen teilgenommen.

Einen Kritikpunkt muss ich allerdings anbringen. Den habe ich aber nur, weil ich „Die Betrogene“ vorher gelesen haben.

Die Verhaltensmuster von Kate und Caleb haben sich überhaupt nicht verändert. Sie wurden als Menschen mit schweren persönlichen Problemen geschildert.

Kate ist immer noch die graue Maus die von ihren Kollegen bei Scotland Yard nicht akzeptiert wird und auf der Karriereleiter nicht voran kommt. Auch mit einer festen Beziehung will es einfach nicht klappen. Es interessiert sich einfach kein Mann für die unscheinbare Kate.

Caleb ist auch noch der Alte. Als halbwegs trockener Alkoholiker kämpft er täglich gegen seine Sucht. Gerade in Stresssituationen schreit der Alkohol förmlich nach ihm. Er ermittelt meiner Meinung nach auch noch besonderst gut. Wenn er sich erst an einem möglichen Verdächtigen festgebissen hat, schaut er nicht mehr nach links und rechts und dementsprechend schreiten die Ermittlungen auch nicht voran.

Es wäre schön gewesen wenn Frau Link hier eine positive Entwicklung der beiden Charaktere vorgenommen hätte, das hätte die Spannung noch ein wenig gesteigert. So war das Verhalten der beiden, für mich, doch sehr vorhersehbar.

Fazit:
Frau Link schreibt wie gewohnt sehr flüssig und fesselnd. Mit „Die Suche“ hat sie wieder einen sehr gut konstruierten Kriminalroman geschaffen. Bisher für mich das Beste Buch von ihr.

Bis zum Schluss rätselt man, wer denn nun hinter allem steckt und wie alles miteinander zusammenhängt. Selbst als man es dann endlich weiß, ist die Spannung noch nicht zu Ende, denn es warten trotzdem noch Überraschungen auf mich.

So muss ein guter Krimi sein. Spannend und nicht vorhersehbar! Beide Daumen gehen nach oben!

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Lorenz Stassen: Angstmörder

Er liebt seine Opfer

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Verlag: Heyne
Klappenbroschur mit 352 Seiten
erschienen: Oktober 2017
Genre: Thriller
Preis: 12,99€
bestellbar: hier

Autor:
Lorenz Stassen, geboren 1969, wuchs in Solingen auf und wurde zunächst Chemielaborant. Er wechselte ins Film- und Fernsehgeschäft und arbeitet seit 1997 als freischaffender Drehbuchautor, u. a. für »Alarm für Cobra 11« und »Soko Köln / Soko Stuttgart«. »Angstmörder« ist sein erster Roman. Lorenz Stassen lebt in Köln.

Klappentext:
Als der notorisch erfolglose Anwalt Nicholas Meller die junge Nina empfängt, die sich bei ihm bewirbt, wird schnell klar: Nina sieht genauso gut aus wie auf dem Bewerbungsfoto, und – sie trägt einen körperlichen Makel. Ihr rechter Arm ist zurückgebildet. Ebenso schnell wird klar: Nina ist eine starke Frau, die kein Mitleid duldet und sich durchs Leben kämpft. Beide ahnen nicht, dass ihre Schicksale schon bald durch dramatische Ereignisse verschmolzen werden. Sie geraten in den Fall um einen unheimlichen Mörder, der seine Opfer mit chirurgischer Präzision einkreist und brutal umbringt. Was niemand weiß: Der Angstmörder hat sein nächstes Opfer schon ausgewählt …

Ich habe gelesen:
Der, aus Sibirien stammende, Anwalt Nicholas Meller ist ein eher mäßig erfolgreicher Pflichtverteidiger. Hauptsächlich vertritt er osteuropäische Autoschieber oder Mandanten, die von den erfolgreichen Anwaltskanzleien abgelehnt wurden. Er ist nicht der begehrteste Anwalt und zeigt dementsprechend auch keinen großen Elan an der Arbeit.

Doch als die junge Studentin Nina bei ihm auftaucht und sich als Referendarin bewirbt, ändert sich alles schlagartig. Nina ist attraktiv, doch ihr fehlt ein Arm, was Nicholas anfangs sehr irritiert. Doch schnell werden die beiden ein eingespieltes Team und arbeiten zusammen an dem ersten Mordfall in Mellers Kariere.

Ein ehemaliger Mandant wird beschuldigt seine Ehefrau auf bestialische Art und Weise ermordet zu haben. Die Beweislast ist erdrückend. Nicholas und Nina glauben an seine Unschuld und versuchen einen Alternativtäter ausfindig zu machen.

Dank Nina ihrer guten Recherchen kommen die Beiden gut in dem Fall voran und merken leider viel zu spät, dass sie schon viel zu nah dran sind, denn der Mörder kommt ihnen auf die Spur.

Mir hat der Debütthriller von Herrn Stassen sehr gut gefallen. Ich wurde durchweg gut unterhalten. Der Schreibstil ist sehr flüssig und spannend. Ein bisschen Kritik muss ich aber trotzdem aussprechen. Der Autor hat während der gesamten Story den Spannungsbogen stetig aufgebaut und gerade bei der Auflösung am Ende hat er irgendwie mit Worten gespart. Gut gewähltes und durchdachtes Ende aber mir persönlich etwas zu abrupt.

Fazit:
Lorenz Stassen ist mit „Angstmörder“, trotz meines kleinen Kritikpunktes, ein spannender Thriller gelungen. Packend und auch bewegend wenn ich über die Opfer nachdenke und was sie erlitten haben, aber auch die Beweggründe des Mörders haben mich traurig gemacht. Das Buch erhält von mir eine Leseempfehlung.

Dieser Thriller wurde mir von der Verlagsgruppe Randomhouse, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Michael Koglin: Seelensplitter

Die Dämonen der Vergangenheit sind erwacht – und bringen den TodScreenshot_20171019-193019.png

Verlag: Goldmann
eBook mit 192 Seiten
Erscheinungsdatum: Dezember 2012
Genre: Thriller
Preis: 3,99 € (Taschenbuch: 8,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Michael Koglin lebt als freier Journalist, u. a. für Mare, Brigitte, NDR und Die Zeit, sowie als Schriftsteller in Hamburg. Neben Kriminalromanen hat er Kurzgeschichten, Kinder- und Sachbücher sowie zahlreiche Drehbücher und Theaterstücke verfasst. Er wurde mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Bekannt wurde Michael Koglin nicht zuletzt mit der »Dinner for One«-Reihe, schwarzhumorigen Krimis mit dem Personal des bekannten Silvester-Sketches.

Klappentext:
»Es wird mich töten, Lina«, sagte Carolin. »Uns alle.« Die junge Polizistin Lina Andersen kennt Carolin aus einer Gruppentherapie. Lina hatte schon damals Carolines paranoide Züge bemerkt, deshalb schickt sie die Frau nun weg. Außerdem will Lina nichts mehr mit der Vergangenheit zu tun haben. Das ist vorbei. Eine Woche später steht Lina vor Carolins Leiche. Die junge Frau wurde brutal ermordet. Als eine weitere ehemalige Teilnehmerin der Therapiegruppe umgebracht wird, kann Lina nicht mehr vor der Vergangenheit fliehen. Die alten Dämonen sind erwacht …

Nachdem ich „Der Mädchenmacher“ von Michael Koglin bereits gelesen habe, wollte ich das erste Buch aus der Reihe um Lina Andersen natürlich auch gerne lesen, auch wenn mich „Der Mädchenmacher“ nicht gänzlich überzeugt hatte.

Meine Meinung:

Zwei Leichen aus dem Umfeld von Lina…und es sollten nicht die Letzten sein. Mord durch einen explodierten Vibrator? Was ist da los? Um was geht es hier? Alle Hinweise führen in die Vergangenheit von Lina.

Lina beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. An sich ist das ja nichts Schlimmes. Was mich aber hier unheimlich stört ist, dass eine Polizistin Beweise und Hinweise zurück hält, die den Täter vielleicht schon eher entlarven könnten. Kann man so eine Polizistin überhaupt ernst nehmen?

Nun gut…ist halt so. Unterstützung erhält sie von dem sympathischen Asiaten Che. Ihn hat sie während ihres Dienstes kennengelernt. Che steht Lina immer zur Seite und auf ihn kann sie sich verlassen. Oder?

Gemeinsam stellen sie sich der Vergangenheit, doch die Zeit arbeitet gegen sie. Immer mehr Menschen müssen sterben wegen einer Vergangenheit, an die Lina sich nicht erinnern kann.

Zwischendurch erhält der Leser erschütternde Rückblicke und Gedankenblitze eines offensichtlich missbrauchten Kindes. Echt Grausam. Handelt es sich hierbei etwa um Lina?

Die Geschichte ist gut konstruiert. Der Autor schaffte es mich bis zum Schluss im Unklaren zu lassen. Ich hatte keine Vermutung, wer der Täter sein könnte, es war absolut nichts vorhersehbar und das hat mir sehr gut gefallen.

Die Auflösung am Ende war natürlich der absolute Hammer. Damit hätte ich nie gerechnet. Allerdings muss ich sagen hier fehlten mir noch ein paar Seiten. Die Auflösung gab es, ja, aber dieses abrupte Ende hat dann doch noch ein Paar neue Fragen aufgeworfen.

 

Fazit:
Michael Koglin ist mit „Seelensplitter“ ein überaus spannender Thriller gelungen. Packend und nervenzerreißend. Trotz kleinerer Kritikpunkte erhält das Buch von mir eine Leseempfehlung.