Richard Laymon: Die Jagd

Die Jagd ist Richard Laymons wohl gnadenlosester und provokantester Roman – eine atemlose, zutiefst verstörende Hetzjagd, die an Intensität kaum zu überbieten ist.

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Verlag: Heyne Hardcore
Format: eBook mit 343 Seiten
Erscheinungsdatum: Dezember 2011
Genre: Roman
Preis: 8,99 € (Taschenbuch: 9,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.

Klappentext:
Jody ist ziemlich clever für eine Sechzehnjährige. Nur deshalb ist sie noch am Leben – bis jetzt. Sie war zu Besuch im Haus ihrer Freundin Evelyn, als eine Bande junger Killer sie überfiel. Sie sah ihre Freundin aufgespießt auf einem Speer, aber es gelang ihr zu fliehen, zusammen mit Evelyns jüngerem Bruder Andy. Doch einer der Mörder hat sie gesehen und ist jetzt auf der Jagd nach ihr.

Meine Meinung:
Gleich zu Beginn kommt es zu einem blutigen Massaker, dem die sechzehnjährige Jody und der zwölfjährige Andy ganz knapp entkommen können. Aber die mörderische Bande hat die beiden gesehen und möchte natürlich keine Zeugen zurücklassen.

Simon, ein Mitglied der Bande, wird von seinen Kumpels für das Entkommen verantwortlich gemacht und soll sich um das Problem kümmern. Ihm wird ein Ultimatum gestellt. Sollte er es nicht schaffen die beiden aus dem Weg zu räumen, wird es ihm und seinen nächsten Verwandten an den Kragen.

Die Jagd kann beginnen!

Die Idee, dass Buch aus zwei verschiedenen Sicht- und Erzählweisen zu schreiben hat Abwechslung in die Handlungen gebracht und hat mir sehr gut gefallen.

Zum einen haben wir die gejagten Jody und Andy. Jody, unheimlich tapfer, mutig und nicht klein zu kriegen. In manchen Situationen etwas nervig, aber dennoch habe ich ihren Charakter sehr gemocht. Andy mit seinen 12 Jahren ein richtig kleines Schlitzohr, der sich zum Beschützer von Jody ernannt hat.

Zum anderen haben wir Simon. Er bespricht, während seiner Jagd, einen Kassettenrekorder für die Nachwelt und erzählt seine Lebensgeschichte. Ich kann euch sagen, was man da zu hören bekommt lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Er erzählt wie er zu der Bande kam und was sie alles so erlebt haben. Dafür braucht man echt gute Nerven. Natürlich schildert er auch die Jagd nach Jody und was er gerne mit ihr anstellen würde, wenn er sie endlich zu fassen kriegt.

Wird es ihm gelingen die beiden in die Finger zu kriegen?

Die Erzählungen sind echt abgefahren und krank. Typisch Laymon. An manchen Stellen musste ich sogar, trotz des Grauens, schmunzeln, weil einige Gedanken von Simon so richtig doof waren. Dieser schwarze Humor ist unschlagbar!

Das Ende war auch toll umgesetzt. Gerade als man dachte das es endlich vorbei ist… falsch gedacht…er hat nochmal einen drauf gelegt.

Wer Laymon kennt und seinen Stil mag, wird von diesem Buch begeistert sein.

 

Fazit:
Von der ersten bis zur letzten Seite wurde ich von einem Gruselmoment in den nächsten gepeitscht. Dies ist definitiv das beste Buch welches ich, bisher, von Herrn Laymon gelesen habe. Sein Schreibstil ist in seiner Einfachheit und manchmal auch Niveaulosigkeit geradezu faszinierend. Ein Gemeuchel und Gemetzel und zwischendurch immer noch eine erotische Komponente. Ich bin begeistert.

Richard Laymon: Der Gast

Ich bin näher, als du denkst

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Verlag: Heyne Hardcore
Format: eBook mit 490 Seiten
Erscheinungsdatum: März 2012
Genre: Roman
Preis: 8,99 € (Taschenbuch: 9,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.

Klappentext:
Eine Nacht in Los Angeles: Eher aus Zufall befreit der ängstliche Neal eine junge Frau aus der Gewalt eines Serienkillers. Zum Dank dafür schenkt sie ihm ein Armband, das magische Kräfte besitzt. Mit seiner Hilfe kann man in die Körper anderer Menschen eindringen – fühlen, was der andere fühlt, spüren, was der andere denkt. Doch was zunächst ein prickelndes Erlebnis zu sein scheint, verwandelt sich für Neal schnell in einen Alptraum.

Meine Eindrücke:
Dieses Buch ist eine Mischung aus sehr viel Erotik, Gewalt und Fantasy. Hört sich erstmal gut an.

Herr Laymon punktet mit einem Plot, der wirklich sehr ungewöhnlich und ausgefallen ist. Ein Armband, welches dir ermöglicht in den Körper eines anderen Menschen zu schlüpfen. Die Idee hat mir richtig gut gefallen.

Wie im Klappentext beschrieben, erhält Neal nachdem er der jungen Elise das Leben gerettet hat, als Dankeschön, ein magisches Armband von ihr und darf es auch gleich an ihr ausprobieren. Ein unglaubliches Erlebnis für Neal. Nach dieser verrückten Nacht macht er sich dann mit dem Auto auf den Heimweg. Während der Fahrt packt ihn aber die Neugier und er will unbedingt nochmal in den Körper von Elise.

Dort angekommen muss Neal, zu seinem Erschrecken feststellen, dass der Angreifer vom Abend, auf den Neal während seiner Rettungsaktion mehrfach geschossen hat noch lebt und sich bereits im Haus von Elise befindet, um zu Ende zu bringen, was er begonnen hat. Neal kann nichts dagegen tun, denn er ist zwar im Körper von Elise drin, hat aber keinen Einfluss auf die Gedanken und Handlungen. So muss Elise am Ende doch auf entsetzliche Art und Weise sterben.

Doch wie soll er das beweisen. Die Polizei würde glauben, dass er selbst der Mörder ist, deshalb meldet er sich auch nicht als Zeuge, sondern versucht auf eigene Faust den Täter zu schnappen.

Wird ihm das gelingen oder wird er am Ende selbst zum Gejagten?

Wenn man mit einem Armband in andere Körper hüpfen kann, ist das schon sehr mysteriös und dementsprechend auch nicht unbedingt logisch, doch was mich sehr gestört hat, dass Neal sich in jede Frau verliebt, die er trifft, und diese Frauen das nicht nur erwidern, sondern sich ihm auch sexuell aufdrängen. Das fand ich sehr übertrieben. Selbst Marta, Neals feste Freundin, nimmt die Geliebte von Neal herzlich bei sich zu Hause auf und es entwickelt sich sogar so ein Dreierding.

So rasant und spannend wie die Geschichte begonnen hat, durch das viele Liebesgedusel, hat das Buch, für mich, dann sehr an Spannung abgebaut. Das zog sich alles so hin. Es gab zwar zwischendurch noch Spannungsmomente, aber diese waren nicht durchweg vorhanden. Ein bisschen weniger Sex und dafür mehr Blut hätte mir persönlich besser gefallen.

Fazit:
Auch wenn mich dieses Buch nicht vollkommen überzeugt hat, liegt „Die Jagd“ von Richard Laymon schon parat. Ich mag seine offene, brutale, anzügliche Schreibweise und die Storys die er sich ausgedacht hat. Falls ihr Laymon begeistert seid, ist „Der Gast“ nicht unbedingt ein Lesemuss. Alle die noch kein Buch von Richard Laymon gelesen haben, es aber vorhaben, sollten nicht mit Diesem beginnen.

Abbie Taylor: Denn niemand wird dir glauben

Ein Psychothriller, in dem der Alptraum einer jeden Mutter wahr wird.

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Verlag: Goldmann
eBook mit 222 Seiten
Erscheinungsdatum: November 2009
Genre: Psychothriller
Preis: 3,99 € (Taschenbuch: 8,99 €)
Bestellbar: hier

Autorin:
Abbie Taylor stammt aus Irland und arbeitet als Ärztin. Neben ihrem Beruf widmet sie sich dem Schreiben und hat bisher die beiden Romane »Denn niemand wird dir glauben« und »Die sanfte Hand des Todes« veröffentlicht. Heute lebt die Autorin mit ihrem Ehemann und den beiden gemeinsamen Kindern abwechselnd in Irland und Großbritannien.

Klappentext:
Für Emma Turner wird der Alptraum einer jeden Mutter wahr: Beim Einsteigen in die U-Bahn wird sie von ihrem kleinen Sohn Ritchie getrennt, die Türen schließen sich, und Emma bleibt allein am Bahnsteig zurück. Wie durch ein Wunder findet sie Ritchie an der nächsten Station wieder, denn eine hilfsbereite Fremde hat sich ihm angenommen. Diese stellt sich als Antonia vor und überredet Emma, auf den Schreck noch etwas trinken zu gehen. Doch als Emma im Café Antonia für einen Moment aus den Augen lässt, ist diese verschwunden – und hat Ritchie mitgenommen …

Ich habe gelesen:
Für mich und wahrscheinlich alle Mütter und Väter dieser Welt das schlimmste was passieren kann. Das Kind ist spurlos verschwunden. Ich würde Wahnsinnig werden. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Autorin Abbie Taylor in diesem Buch.

Emma ist eine depressive, alleinerziehende Mutter. Sie lebt von Sozialhilfe, hat keine Familie, keine Freunde und ist völlig vereinsamt. Als ihr kleiner Sohn Ritchie verschwindet wacht sie nach einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus auf.

Die Polizei nimmt die Aussagen von Emma auf, glaubt ihr aber zunächst nicht. Nachdem aber die Hausärztin von Emma bestätigt, dass Emma einen Sohn hat, leitet die Polizei die Ermittlungen ein.

Doch nach einem weiteren Gespräch mit der Hausärztin, kommen brisante Aussagen, die Emma getroffen hat, ans Licht und die Polizei glaubt nicht mehr an eine Entführung, sondern eher daran, dass Emma ihren Sohn hat verschwinden lassen.

Was nun? Keiner will Emma glauben. Selbst als sie Ihren Sohn, auf einem Überwachungsvideo, am Flughafen mit einer Frau wiedererkennt hegen die Polizisten Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Emma. Natürlich gehen sie der Spur nach und verhören die Familie die Emma mit Ritschi erkannt hat, aber hier scheint alles in Ordnung zu sein.

Emma ist verzweifelt. Wie kann sie beweisen, dass der kleine Junge auf dem Überwachungsvideo wirklich ihr Sohn ist. Sie bekommt unverhofft Hilfe eines Fremden, der ihr schon am Tag des Verschwindens von Ritschie versucht hat zu helfen. Rafe ist der einzige der nicht an ihr zweifelt und ihr unerschütterlich zur Seite steht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, so dass man der Geschichte gut folgen kann. Immer wieder erfährt der Leser in Rückblicken von Emmas bisherigem Leben, wie es dazu kam, dass sie so vereinsamt ist und wie sie mit ihrem Kind zurecht gekommen ist.

Bis zum Ende wusste ich nicht, wer hier lügt. Hat Emma ihren Sohn wirklich verschwinden lassen? Oder lügt die Familie des kleinen Jungen auf dem Überwachungsvideo. Genauso geht es auch den Personen, die Emma helfen wollen.

Wird Emma ihren Sohn wiederbekommen? Oder hat sie ihren Sohn vielleicht selber auf dem Gewissen?

Um das zu erfahren müsst ihr selber lesen, denn ich werde es Euch nicht verraten.

Fazit:
Ich hatte eigentlich einen Thriller mit spannenden Psychospielchen erwartet, aber davon gab es nicht viel. Mit einem Psycho-Thriller hat dieses Buch also ,meiner Meinung nach, kaum etwas zu tun. Die Geschichte von Emma ist sehr traurig und ich würde es eher in das Genre Drama stecken.

Die Story ging mir sehr unter die Haut und hat mich gut unterhalten!

Michael Koglin: Der Mädchenmacher

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Verlag: Goldmann
eBook mit 200 Seiten
Erscheinungsdatum: Oktober 2014
Genre: Thriller
Preis: 3,99 € (Taschenbuch: 8,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Michael Koglin lebt als freier Journalist, u. a. für Mare, Brigitte, NDR und Die Zeit, sowie als Schriftsteller in Hamburg. Neben Kriminalromanen hat er Kurzgeschichten, Kinder- und Sachbücher sowie zahlreiche Drehbücher und Theaterstücke verfasst. Er wurde mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Bekannt wurde Michael Koglin nicht zuletzt mit der »Dinner for One«-Reihe, schwarzhumorigen Krimis mit dem Personal des bekannten Silvester-Sketches.

Klappentext:
Auf einer gedeckten Tafel liegt die zerstückelte und lukullisch garnierte Leiche von Karen Kreft. Einen solch perversen Tatort hat die junge Polizistin Lina Andersen noch nicht gesehen. Wie sie bald herausfindet, war die Ermordete Mitglied einer Gruppe militanter Tierschützer. Hat sich ein Tierzüchter, der von der Gruppe überfallen wurde, brutal gerächt? Lina ermittelt undercover und schleust sich in die Tierschutzorganisation ein. Viel zu spät merkt sie, dass sie auf der falschen Fährte ist. Und dann gerät sie selbst in den Fokus des Täters, der begonnen hat, sich in einen wahren Blutrausch zu morden …

„Der Mädchenmacher“ ist Michael Koglins zweiter Thriller in dem die Polizistin Lina Andersen ermittelt. Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich natürlich mit dem ersten Buch „Seelensplitter“ begonnen. Ich recherchiere aber vorher fast nie. Ärgert mich natürlich dann im Nachhinein, aber wenn mich der Klappentext anspricht oder ich eine Rezension gelesen habe, die mich neugierig gemacht hat, dann wird das Buch gekauft und los geht’s.

Meine Eindrücke:

Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Die abwechselnden Erzählperspektiven haben mich sehr verwirrt und ich musste sogar zurück blättern und nochmals lesen, weil ich nicht wusste, von wem jetzt gerade die Rede war. Das hat sich zwar mit der Zeit gegeben, aber ich denke 1 bis 2 Handlungsstränge weniger wären besser gewesen.

Die junge, naive Polizistin Lina Andersen ist eigentlich Streifenpolizistin, wird aber zu dem Fall Karen Kreft hinzugezogen, um als verdeckte Ermittlerin in einem Supermarkt herauszufinden, warum die Tierschützerin Karen ermordet wurde. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Lina ist eine sehr sympathische Protagonistin, die allerdings auch ziemlich dickköpfig ist. Sie unternimmt Alleingänge, verstößt gegen Vorschriften und bringt sich dabei, mehr als einmal, in Gefahr. Selbstüberschätzung war an der Tagesordnung.

Ich habe Einblicke in die Psyche der Opfer und auch in die des Täters, oder vielleicht auch der Täter?, erhalten. Das Thema Kannibalismus wurde aufgegriffen und war echt ekelerregend. Auch Korruption und Tierschutz spielten eine Rolle.

Immer wieder habe ich aufs Neue gerätselt, wer hinter diesen grausamen Taten stecken könnte. Die Handlung hält viele Wendungen bereit. Es werden Immer wieder kleine Hinweise gestreut, die jedoch erst am Ende für Aufklärung sorgen.

Auch habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was es denn mit dem Buchtitel auf sich hat. Zum Glück hat Dieser am Ende auch noch einen Sinn ergeben.

Fazit:
Zu 100% hat mich dieser Thriller nicht überzeugt. Wie schon angedeutet waren es für mich persönlich zu viele Handlungsstränge. Zeitweise sehr verwirrend. Weniger ist manchmal einfach mehr.

Trotzdem wurde ich sehr gut unterhalten und Spannung war bis zum Ende gegeben, sodass ich jetzt neugierig bin, was Herr Koglin im ersten Buch „Seelensplitter“ für den Leser bereit hält.

 

 

 

Wendy Walker: Kalte Seele, dunkles Herz

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Verlag: FISCHER Scherz
eBook mit 308 Seiten
Erscheinungsdatum: September 2017
Genre: Roman
Preis: 12,99 € (Taschenbuch: 14,99 €)
Bestellbar: hier

Autorin:
Wendy Walkers Spannungsdebüt »Dark Memories – Nichts ist je vergessen« wurde auf Anhieb zum Bestseller, erschien weltweit in 20 Ländern und wird in Hollywood verfilmt. Wendy Walker lebt mit ihrer Familie in Connecticut und arbeitet neben dem Schreiben als Anwältin für Familienrecht.

Klappentext:
»Ich stand frierend im Wald, von Furcht erfüllt zu scheitern. Es stand so viel auf dem Spiel. Sie mussten mir meine Geschichte glauben. Sie mussten Emma finden. Und um Emma zu finden, mussten sie nach ihr suchen. Es hing allein von mir ab, ob meine Schwester gefunden wurde.«
Früh an einem Sonntagmorgen im Juli ist Cassandra – Cass – Tanner plötzlich wieder da. Sie steht auf der Türschwelle ihres Elternhauses und sagt immer wieder „Findet Emma!“

Drei Jahre zuvor waren die 15-jährige Cass und ihre zwei Jahre ältere Schwester Emma spurlos aus der Kleinstadt in Connecticut verschwunden. Niemand konnte sich erklären, was passiert war. Es gab keine Hinweise, keine Zeugen, nur Emmas Auto am Strand, daneben ihre Schuhe, die Autoschlüssel und ihr Portemonnaie auf dem Sitz. Die Ermittlungen liefen ins Leere, Emma und Cass blieben vermisst.

Nur die forensische FBI-Psychologin Dr. Abby Winter hatte schnell eine Theorie zu diesem ungewöhnlichen Fall, eine Theorie, die nur zu schmerzlich mit ihrer eigenen Kindheit und Jugend in Verbindung steht. Aber niemand glaubte an ihre Sicht der Dinge.

Jetzt erzählt Cassandra, was Emma und ihr widerfahren ist. Je mehr sie preisgibt, desto klarer erkennt Abby, dass etwas an Cass‘ Geschichte nicht stimmen kann. Und dass sie selbst die ganze Zeit über recht hatte: Cassandra und Emma sind in keiner „normalen“ Familie groß geworden. Ihr Leben schien nach außen unbeschwert, war aber im Inneren eine psychische Hölle. Perfekte Täuschung, unbarmherzige Manipulation.

Die Dämonen der Kindheit lauern noch immer im Elternhaus der Tanner-Schwestern. Abby wird diese Dämonen ans Licht zerren müssen, um eines zu verstehen: Warum ist Cass zurückgekehrt? Und wo werden sie Emma finden?

Meine Eindrücke:
3 Jahre ist es her, dass Cass und Emma verschwunden sind. Kein einziges Lebenszeichen. Und plötzlich steht Cass an einem Sonntagmorgen bei ihrer Mutter vor der Tür. Doch wo ist Emma?

Cass ist zurück gekommen um ihre Schwester zu finden. Doch sie scheint auch noch etwas anderes zu planen. Man hat das Gefühl, dass sie ihre Mutter fertig machen will. Doch warum? Man fragt sich wo dieser riesen Hass, der in Cass tobt, her kommt.

Sie erzählt eine unglaubliche Geschichte. Das Ermittlerduo Dr. Abby Winter und Leo Strauss versuchen mehr von Cass zu erfahren um Emma möglichst schnell zu finden. Sie erzählt auch bereitwillig ihr Erlebtes, doch irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen. Was verheimlicht Cass? Was ist wirklich passiert?

Diese Frage peitschte mich von einer Seite zur Nächsten. Immer wenn ich meinte…ok so war es, kam wieder eine Wendung und ich Stand wieder am Anfang.

Erst am Ende erfahren wir was und wie sich alles zugetragen hat.

Sehr geschickt führt uns die Autorinin in eine Welt der Intrigen, die sich hinter der heilen Familienfassade der Martins verstecken. Die psychische Erkrankung Narzissmus und seine zerstörerischen Auswirkungen spielen hier eine große Rolle.

Fazit:
Ein sehr spannendes Buch welches viele Interessante Wendungen bereit hält. Bis zum Schluss tappt man als Leser im Dunkeln und wird dann mit einem unerwartetem Ende überrascht. Auch der Schreibstil hat mir unheimlich gut gefallen.

Absolute Leseempfehlung!!!

Max Bentow: Das Porzellanmädchen

Ist sie wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

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Verlag: Goldmann
E-Book mit 266 Seiten
Erscheinungsdatum: 17.07.2017
Genre: Psychothriller
Preis: 11,99 € (Taschenbuch: 15,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Max Bentow wurde in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Seit seinem Debütroman „Der Federmann“ hat sich Max Bentow als einer der erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren etabliert, alle seine Bücher waren große SPIEGEL-Bestseller-Erfolge.

Klappentext:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele, und ihre Bücher gehen unter die Haut. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, und eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sie will eintauchen in die bedrohliche Atmosphäre des einsam gelegenen Hauses, in dem sie einst gefangen war, und versuchen zu verstehen, was damals geschah. Gemeinsam mit Leon, dem Sohn einer Freundin, richtet sie sich ein in dem verlassenen Haus im Wald. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Meine Eindrücke:
Dieses Buch ist mal ein wenig anders als die, die ich bisher gelesen habe. Hier haben wir ein Buch in einem Buch. Eine tolle Idee, wie ich finde.

Luna hat als 16-jähriges Mädchen etwas schreckliches erlebt. Sie wurde entführt und gepeinigt, aber sie konnte entkommen, nur leider wurde ihr Peiniger nie gefasst. Mittlerweile ist sie eine gefeierte Autorin und hat schon 2 erfolgreiche Thriller geschrieben. In ihrem dritten Buch möchte sie nun ihr erlebtes verarbeiten.

Dazu hat sie sich einen ganz besonderen Ort ausgesucht. Ein altes Haus in der Abgeschiedenheit, in dem erst vor kurzem ein grausamer Mord passiert ist.

Für 2 Wochen hat Luna nun auch den Sohn ihrer besten Freundin in Obhut und ihre bleibt nichts anderes üprig als Leon mit in das alte Haus zu nehmen.

Doch war das wirklich eine gute Idee?

Leon möchte gerne die ersten Seiten von Luna’s neuem Buch lesen, doch sie verbietet es ihm. Niemand soll das Manuskript lesen ehe es fertig ist. Doch Leon zieht sich mit einem USB-Stick die Datei herrunter und fängt heimlich an zu lesen.

Doch was er da zu lesen bekommt macht ihm richtig Angst. Die Hauptprotagonistin Maria erinnert ihn an Luna, doch Maria ist eine kaltblütige Mörderin. Und dann ist da noch diese unheimliche Porzellanpuppe die anscheinend Böses über die Menschen bringt.

Schreibt Luna hier etwa über ihr eignes Leben? Man rätselt gemeinsam mit Leon und fragt sich: „Was ist Realität und was Fantasie?“

Exsistiert diese Puppe wirklich? Und die wichtigste Frage: Befindet sich Leon in Lebensgefahr?

Das Buch ist wirklich toll geschrieben und Spannung war von der Ersten bis zur letzten Seite gegeben. Herr Bentow hat es geschafft mich bis zum Ende zu verwirren. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was ist Fiktion und was die Wahrheit?

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, waren die Mystery-Elemente. Diese wurden zwar geschickt eingebaut und passten auch zur Handlung, aber das ist nicht so meins.

Fazit:
Herr Bentow setzt auf Spannung, Verwirrung, viel Blut und einen Hauch von Mystery. Insgesamt ein sehr fesselnder Thriller.

Caleb Roehrig: Niemand wird sie finden

Zwei können ein Geheimnis bewahren – wenn einer von beiden tot ist

Niemand wird sie finden von Caleb Roehrig

Verlag: cbj
Format: eBook
Seiten: 268
Genre: Roman
ISBN: 978-3-641-18564-0
Preis: 11,99 € (Taschenbuch: 14,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Caleb Roehrig ist Autor und TV-Producer. An Chronischem Fernweh leidend, hat er bereits in Chicago, Los Angeles und Helsinki gelebt. Er hat über dreißig Länder bereist und kann Empfehlungen abgeben, wie man trotz eines bescheidenen Budgets die schönsten Orte zu sehen bekommt. Niemand wird die finden ist sein erster Roman.

Klappentext:
Flynns Freundin January ist verschwunden. Die Polizei vermutet ein Verbrechen und stellt Fragen, die Flynn nicht beantworten kann. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, schließlich war – ist – er ihr Freund und die waren in der Nacht vor ihrem Verschwinden zusammen…

Ein grausamer Mord scheint die naheliegende Erklärung zu sein. Doch die Aussagen von Mitschülern und Freunden zeichnen ein völlig fremdes Bild von dem Mädchen, das Flynn so gut zu kennen glaubte. Er muss herausfinden, was mit January geschehen ist, ohne dabei zu verraten, dass er ebenfalls ein Geheimnis hat. Vor seinen Eltern. Vor seinen Freunden. Und vor allem vor sich selbst…

Ich habe gelesen:
Nachdem January verschwunden ist denkt sich ihr „Freund“ Flynn zunächst nichts dabei. Vielleicht ist sie einfach nur abgehauen, denn sie wurde in ein Leben gepresst, welches sie nicht führen will.

Alles war in Ordnung, bis January’s Mutter wieder geheiratet hat, den Politiker Mr. Walker, der kurz vor dem Senatswahlkampf steht. Nach der Hochzeit erfolgte der Umzug in eine Villa. Dort muss sie mit ihrem eigenartigem Stiefbruder zurecht kommen. Dann musste January auf eine Privatschule wechseln, das gehört sich schließlich so für eine „Senatorentochter“.

Zunächst deutet vieles darauf hin, dass sie einfach die Schnauze voll hatte und abgehauen ist. Doch Flynn versucht trotzdem herauszufinden was passiert sein könnte und besucht Orte und Menschen, die January mal erwähnt hat, um vielleicht Hinweise darauf zu finden, wo sie stecken könnte oder was ihr zugestoßen ist.

Was Flynn über seine Freundin erfährt lässt January in einem ganz anderen Licht erscheinen und alles deutet darauf hin, dass es sich hier vielleicht doch um ein Verbrechen handelt. Er erfährt Dinge über sie von denen er einfach nicht glauben möchte das sie Wahr sind. Dann wird eine Freundin von January ermordet aufgefunden und für Flynn ist nun klar was passiert sein muss. Oder täuscht er sich vielleicht doch?

Neben den Grausamkeiten die sich ereignet haben, entwickelt sich aber auch eine schöne Liebesgeschichte. Das rundet das Buch ein wenig ab…hat mir sehr gut gefallen, weil sich auch mit dem Thema Selbstfindung beschäftigt wird.

Das Ende war für mich dann nicht sehr überraschend, weil ich während des Lesens schon meine eigene Theorie entwickelt hatte. Aber eigentlich hätte die Polizei den Fall schnell lösen können, wenn sie ihre Arbeit ordentlich gemacht hätten. So aber hat Flynn den entscheidenden Hinweis gefunden und den Fall, für sich, gelöst.

Doch um die Lösung zu erfahren müsst ihr „Niemand wird sie finden“ selber lesen. 

Fazit:
Für Jugendliche auf jeden Fall ein gelungener Thriller, der sich nicht nur auf menschliche Verbrechen beschränkt, sondern sich auch mit Themen wie dem Erwachsenwerden und mit sich in Einklang zu kommen beschäftigt.

Für mich war es eine schöne Lektüre zwischendurch.

Kanae Minato: Geständnisse

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

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Verlag: C.Bertelsmann
Format: eBook
Seiten: 207
Genre: Roman
ISBN: 978-3-641-18321-9
Preis: 13,99 € (Taschenbuch: 16,99 €)
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Autorin:
Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller „Geständnisse“, der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet.

Klappentext:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Ich habe gelesen:
Die Geschichte beginnt recht harmlos. Der letzte Tag vor den Ferien in Japan. Die Lehrerin Yuko Moriguchi teilt ihrer Klasse mit, dass sie nach den Ferien nicht zurück kommen wird. Schnell werden die Umstände für ihre Kündigung klar und ab da wird für einige Schüler nichts mehr so sein wie es einmal war…Warum???

Die Tochter von Moriguchi ist im Schwimmbecken auf dem Schulgelände ertrunken und zunächst glauben alle an einen schrecklichen Unfall. Doch Frau Moriguchi glaubt nicht an einen Unfall. Zwei Schüler ihrer Klasse sollen am Tod von Manami schuld sein.

Geschrieben ist das Buch aus verschiedenen Perspektiven. Aus Sicht der Lehrerin, der 2 „schuldigen“ Schüler, einer Mitschülerin und der Mutter eines der beschuldigten Schüler. Einige Einzelheiten werden aufgrund der verschiedenen Perspektiven mehrfach geschildert, aber dennoch kommt keine Langeweile auf, da die Autorin immer wieder neue wichtige Details zusteuert, die oft zu unerwarteten Wendungen führt. So erfährt der Leser nach und nach was es mit dem „Unfall“ auf sich hat. Das gefiel mir sehr gut, denn das hat den Spannungsbogen noch mehr erhöht.

Die Charaktere sind allesamt toll gezeichnet und sehr überzeugend dargestellt. Im Laufe der Erzählung lernt der Leser die Beweggründe der einzelnen Protagonisten kennen und wahre menschliche Abgründe tun sich auf.

Fazit:
Ich finde diese Story absolut gelungen. Ein sehr spannendes und toll geschriebenes Buch, welches mich als Leser absolut gefesselt und sehr zum Nachdenken angeregt hat. Zu diesem Roman gibt es auch die Verfilmung „Confessions“, die ich mir auf jeden Fall auch noch anschauen möchte.

Dieses eBook wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!

Richard Laymon: Das Haus

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Verlag: Heyne Hardcore
Format: eBook
Seiten: 288
Genre: Roman
ISBN: 978-3-641-15977-1
Preis: 8,99 € (Taschenbuch: 9,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.

Klappentext:
Halloween. In der amerikanischen Kleinstadt Ashburg gibt es dieses Jahr eine große Party. Geladen wird ins Sherwood- Haus. Ein ganz besonderes Haus. Vor vielen Jahren ist dort eine Familie bestialisch ermordet worden. Seitdem wird es gemieden. Doch trotz dieser finsteren Vorboten öffnen sich am Abend die Tore. Das blutige Spiel beginnt …

Ich habe gelesen:
Der Einstieg in das Buch ist gruselig und brutal. Wir werden Zeuge von 2 bestialischen Morden. Der Autor weiß wie er seine Leser schockt, aber nach diesem tollen Auftakt wird es leider etwas langatmig bis wieder etwas passiert.

Sam Wyatt nimmt die Ermittlungen auf, doch nicht nur der Mord an seinem Kollegen beschäftigt ihn.

Er führt schon seit einiger Zeit eine Beziehung mit einer alleinerziehenden Mutter, doch als ihr Sohn Eric eines Abends von der Beziehung erfährt, ist dieser gar nicht begeistert davon. Er möchte das seine Mutter Cynthia mit seinem Vater zusammen kommt, der kurz vor seiner Geburt abgehauen ist.

Das macht es Sam natürlich nicht leicht Zugang zu Eric zu bekommen.

Eric geht noch zur Schule und hat es dort nicht leicht. Die Mädchen schenken ihm keinerlei Beachtung. Von den Jungs wird er gemoppt und auch einige Lehrer gehen nicht fair mit ihm um. Im Laufe des Buches erfährt man mehr über Eric, seine Vergangenheit und sein Verhalten.

Eines Tages bekommt Eric die Chance Rache zu nehmen für alles was ihm angetan wurde. Es wird eine Halloweenparty im Sherwood-Haus geben. Eric darf jeden einladen, den er nicht leiden kann.

Eric denkt, dass den Partygästen einfach nur ein Streich gespielt werden soll. Das ihnen ein mächtiger Schrecken eingejagt wird. Er hat keine Ahnung, dass die Party von einem Mörder geplant wird, der seinen Blutdurst stillen will.

Das Buch ist flüssig und fesselnd geschrieben. Wenn es zur Sache ging musste ich auch heftig Schlucken, denn Herr Laymon hat eine echt kranke Fantasie, aber zwischendurch gab es sehr lange Durststrecken die mich ein wenig gestört haben.

Die letzten Seiten des Buches nehmen dann wieder richtig an Fahrt auf und waren nichts für schwache Nerven. Das Ende war dann aber sehr seltsam. Viel zu kurz und irgendwie mitten im Satz vorbei. Hat Herr Laymon keine Lust mehr gehabt weiter zu schreiben? Ich hatte das Gefühl als wollte er das Buch einfach schnell zu Ende bringen und lies mich leicht grübelnd zurück…wirklich Schade.

Fazit:
Nachdem ich „Das Loch“ von Herrn Laymon gelesen hatte wollte ich mehr. Auch „Das Haus“ war gut, auch wenn mich das Ende etwas enttäuscht hat. Ich fühlte mich trotzdem gut unterhalten. Ich mag die Art wie er schreibt und ich freue mich auf weitere gruselige Bücher, denn da stehen noch einige auf meiner muss-ich-noch-lesen-Liste. Schade das er nicht mehr unter uns weilt.

Dieses eBook wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!

Haroon Gordon: Palast aus Staub und Sand

Ein dunkles Geheimnis, das immer weiter an die Oberfläche dringt…

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Verlag: Hockebooks
Format: eBook
Seiten: 310
Genre: Roman
ISBN: 9783957511577
Preis: 7,99 € (12,99 € Taschenbuch)
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Autor:
Haroon Gordon, Jahrgang 1969, geboren als Sohn eines Auswanderer-Ehepaares vom indischen Subkontinent, lebt viele verschiedene Leben. Nach seinen erfolgreichen Studien der Musik und Informatik arbeitete er in jungen Jahren unter anderem als Programmierer, Musiker, Lehrer, Musikkritiker, Texter, Produzent, Tontechniker und Dirigent. Während er in seiner Freizeit schon als Jugendlicher am liebsten Flugzeuge mit und ohne Motor flog, taucht er heute gerne Haien hinterher, klettert trotz ungünstigem Kraft-Masse-Verhältnis immer wieder für ihn gefährlich anmutende Steilwände hinauf, verliert aus seiner Sicht viel zu häufig im Squash und Badminton und reist so oft es irgend geht durch die Welt, um möglichst viele Länder und deren Leibgerichte kennenzulernen – nicht ohne seine Reisen in Bild und Blog zu dokumentieren.
In seinen Romanen bringt Gordon den indisch und südamerikanisch inspirierten, magischen Realismus auf andere Kontinente und in deren Kulturen, um so »große« Themen wie Freundschaft, Liebe, Loyalität, Verrat, Tod, Religion und Eifersucht in spannenden Erzählungen mit überraschenden Wendungen neu zu beleuchten.

Klappentext:
Eines Abends ist er einfach da. Baptiste, der scheue, junge Mann, von dem niemand in der verschlafenen Ortschaft in der Provence weiß, woher er gekommen ist. Und er scheint dort sein Glück zu finden, bis Jahrzehnte später seine verschwiegene Vergangenheit aufersteht. Mit aller Macht ziehen ihn die Erlebnisse vergangener Tage wieder in ihren Bann, und mit ihnen die Erinnerungen an Abda, das längst vergessene Frauengefängnis in der algerischen Wüste, in dem eine ungewöhnliche, tiefe Freundschaft, aber auch sein dunkelstes Geheimnis begraben liegen. Eines, das in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit immer weiter an die Oberfläche drängt …

Ich habe gelesen:
Im ersten Handlungsstrang erzählt uns Herr Gordon die dramatische Familiengeschichte von Baptiste. Er wächst als Sohn eines Gefängnisdirektors in Abda auf. In diesem Gefängnis wurde sein Freund Gabriel geboren. Eine sehr tiefe, innige Freundschaft verbindet die beiden und wird zum Hauptthema dieses Romans.

Als junger Mann verlässt Baptiste jedoch sein Geburtsland Algerien und somit auch Gabriel und heiratet in Frankreich die Liebe seines Lebens. Nach einigen heftigen Schicksalsschlägen sucht Baptiste einen neuen Sinn in seinem Leben. Er schmeißt alle Brocken hin und macht sich auf in eine ungewisse Zukunft. Hier beginnt die Reise zurück in seine Kindheit und er erinnert sich an seine enge Freundschaft mit Gabriel.

Im zweiten Handlungsstrang lernen wir Ella kennen. Eine junge Frau mit traumatischer Vergangenheit und klaren Zielvorstellungen. Sehr sympathisch, aber auch unheimlich naiv. Sie arbeitet in Chila (Algerien) mit ihren Freunden an dem Hilfsprojekt „Little Hearts“. Doch die Bürokratie legt ihnen haufenweise Steine in den Weg. Nun brauchen die Freunde für ihr Projekt mehr Geld, also reist Ella mit ihrem Freund Jason nach Frankreich, um Spendengelder zu sammeln.

Hier treffen Ella und Baptiste aufeinander und so nach und nach kommt der Leser hinter das dunkle Geheimnis von Baptiste.

„Palast aus Staub und Sand“ hat mich emotional absolut umgehauen. Haaron Gordon hat einen so wundervollen und einfühlsamen Schreibstil. Ich war gefangen in dieser Geschichte und hatte das Gefühl, dass ich das alles selber erlebt habe. Wahnsinn! Die Charaktere sind einzigartig und mit sehr viel Tiefe gezeichnet. Es ist eine Geschichte über Liebe, Schmerz, Freundschaft, Hoffnung, Leid, Gewalt und soooo viel mehr.

Das Ende ist auch großartig. Zwischendurch hatte ich schon eine Ahnung worauf alles hinauflaufen wird und hatte auch teilweise recht, dennoch wurde ich noch überrascht. Alle Geheimnisse sind gelüftet, bis auf ein klitzekleines…aber lest unbedingt selbst!

Fazit:
Der schönste Roman den ich seit langer Zeit gelesen habe. Eine Geschichte von 3 Menschen die ihrer Vergangenheit entfliehen wollen und dennoch nie vergessen können. So ein tolles, gefühlvolles, ruhiges Buch, das einen dennoch in seinen Bann zieht. Ich war absolut überwältigt. Es gibt selten Bücher, die ich mehrfach in die Hand nehme, aber dieses Buch wird definitiv nochmal gelesen.

Dieser Roman wurde mir von



zum rezensieren zur Verfügung gestellt.