Hendrik Berg: Eisiger Nebel

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Mit dem Eisnebel kommt der Tod an die Nordsee

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Verlag: Goldmann 
Taschenbuch mit 352 Seiten
Erschienen im März 2020
Genre: Nordsee-Krimi
Preis: 10,00€
Bestellbar: hier

Autor:
Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitet er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

Klappentext:
Über die Küste Nordfrieslands bricht eine Kältewelle herein – und sie bringt Schlimmeres als Schnee und Eis. Im Husumer Hafen wird die übel zugerichtete Leiche eines Unbekannten aus dem Wasser gefischt. Kommissar Theo Krumme nimmt mit seiner Kollegin Pat die Ermittlungen auf. Die Spur führt sie in einen kleinen Ort auf der Halbinsel Eiderstedt, dessen Einwohner eng zusammenhalten. Und als ein Eisnebel über dem Deich heraufzieht, müssen Krumme und Pat die Dorfgemeinschaft vor einem skrupellosen Mörder schützen …

Ich habe gelesen:
Dies ist bereits der sechste Fall von Kommissar Krumme und ich war schon sehr gespannt was mich diesmal erwartet.

Etwas bedroht die Menschen an der Küste Nordfrieslands. Doch was ist?

Es ist jedenfalls nicht die heftige Kältewelle und der Eisnebel, der selbst den abgehärteten Friesen sehr zusetzt.

Ist es vielleicht der Wolf, der sich auf Eiderstedt herumtreiben soll? Oder sind es die zwielichtigen Gestalten, die durch die Gegend streifen?

In einem Hafenbecken wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden und die Ermittler haben einen sehr verzwickten Fall zu lösen.

Wie bereits aus den ersten Büchern gewohnt, tritt das Ermittlerduo Krumme und Pat zusammen auf. Die Spur des Täters führt sie in ein winziges Dorf auf der Halbinsel.

Nach der ersten Befragung der Dorfbewohner haben sie das Gefühl, dass hier irgendwas nicht stimmt und sie auf der richtigen Fährte sind, denn die Einwohner von Bornhörn verschweigen etwas.

Die Charaktere sind liebevoll norddeutsch dargestellt. Da treffen sich zum Beispiel die Frauen von Bornhörn zu ihren regelmäßigen Häkelrunden und tauschen den neusten Klatsch und Tratsch aus. Aktuell über die aufgefundene Leiche und den Wolf, der auf Eiderstedt sein Unwesen treiben soll. Ich habe die Damen direkt vor mir gesehen, wie sie alle mit der Häkelnadel in der Hand in der Stube zusammen sitzen und ein Likörchen nach dem anderen trinken. Herrlich.

Die Spannung baut sich am Anfang langsam auf. Zunächst beschreibt der Autor die Protagonisten und deren Leben. So kann man sich erstmal einen Überblick über die Menschen verschaffen, ehe es so richtig los geht.

Verschiedene Handlungsstränge werden Stück für Stück miteinander zu einem plausiblen Ganzen verwoben.

Auch das Privatleben von Pat und Krumme kommt nicht zu kurz und hat mich wieder, trotz der düsteren Stimmung des Buches, häufig zum Schmunzeln gebracht. Ich habe dieses ungleiche Paar richtig ins Herz geschlossen.

Harke und Watson waren auch wieder mit dabei. Ich finde es toll, dass Hendrik Berg nicht auf Charaktere aus den Vorgängern verzichtet.

Die Personen sind sehr gut ausgearbeitet. Facettenreich mit Ecken und Kanten, die sie zu etwas ganz Besonderem machen.

Der Schreibstil ist gewohnt locker und flüssig und die kurzen Kapitel peitschten mich durch das Buch. Der Autor schafft mit seinen Küsten-Krimis immer eine ganz besondere Atmosphäre. Während des Lesens fühle ich mich immer, als ob ich direkt vor Ort bin. Ich konnte die Küstenluft regelrecht riechen. Einfach toll!

Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, denn sie sind alle in sich abgeschlossen. Ich persönlich finde es aber schön, die Entwicklung der einzelnen Charaktere mitzuerleben, deshalb habe ich auch alle nacheinander gelesen.

Deichmörder -> Lügengrab -> Küstenfluch -> Schwarzes Watt -> Kalte See -> Eisiger Nebel

Fazit:
Für mich war es wieder ein perfekter Küsten-Krimi. Genau so muss es sein. Aufregend, spannend, packend und fesselnd. An keiner Stelle wurde es langweilig. Eine überzeugende Kriminalgeschichte mit echter Nordfriesland-Atmosphäre. Eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber von norddeutschen Krimis