Andreas Gruber: Herzgrab

Wenn Liebe zur Obsession wird und Rache zum blutigen Wahn…

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Verlag: Goldmann 
Klappenbroschur mit 544 Seiten
erschienen: November 2013
Genre: Thriller
Preis: 9,99€
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußerst erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst.

Klappentext:
Die junge Wiener Privatdetektivin Elena Gerink hat den Ruf, bisher noch jede vermisste Person gefunden zu haben. Doch die Suche nach dem verschwundenen weltbekannten Maler Salvatore Del Vecchio gestaltet sich schwieriger als gedacht. Als überraschend ein letztes Gemälde von ihm auftaucht, weist ihr das den Weg in die drückende Schwüle der Toskana. In Florenz trifft Elena auf ihren Ex-Mann Peter Gerink, der als Spezialist des Bundeskriminalamts nach einer in Italien verschwundenen Österreicherin sucht. Schon bald erkennen sie, dass die Ereignisse zusammenhängen – auf eine derart perfide und blutige Art und Weise, dass Elena und Peter dem Fall auch gemeinsam kaum gewachsen scheinen …

Ich habe gelesen:
Teresa Del Vecchio lebt mit ihrer Nichte Monica in Wien. Sie wollen mit ihrer, in der Toskana lebenden, Familie nichts mehr zu tun haben. Doch um an der Trauerfeier für ihre zwei kürzlich zu Tode gekommenen Brüder teilzunehmen, fährt Teresa trotz Diskrepanzen zum Familiensitz der Del Vecchios und verschwindet von dort plötzlich spurlos.

Der BKA-Beamte Peter Gerink wird mit dem Fall beauftragt und mit seinem Ex-Partner Dino Scatozza nach Italien geschickt, um Teresa, die seit mittlerweile einem Monat verschwunden ist, zu finden. Die Kombination Gerink und Scatozza ist leider nicht so passend, denn Peter seine Frau Elena hat ihren Mann erst kürzlich mit Dino betrogen, aber es nützt nichts, da muss Peter jetzt durch.

Gleichzeitig wird die Privatdetektivin Elena Gerink von der jungen Italienerin Monica engagiert um ihren Vater Salvatore Del Vecchio zu finden, der seit einem Jahr spurlos verschwunden ist. Hinterlassen hat er nur einen Abschiedsbrief, in dem er mitteilt, dass er in Ruhe um seine erst kürzlich verstorbene Frau, Monica’s Mutter, trauern möchte und ein letztes Gemälde fertigstellen will. Elena reist für ihren Auftrag nach Italien, um den Spuren, die sie hat, zu folgen.

Wer hat es auf die Familie Del Vecchio abgesehen und warum?

Erst verschwindet Salvatore, dann kommen seine zwei Brüder auf obskure Art und Weise ums Leben und dann ist seine Schwester Teresa auch plötzlich wie vom Erdboden verschluckt.

Was ist hier los?

Kaum haben Peter und Dino Italien erreicht werden sie in ihren Ermittlungen durch die italienische Polizei, wie auch durch die Familie Del Vecchio nur behindert und verarscht. Als sie sich letztlich eigenmächtig auf Spurensuche begeben, geraten sie in einen Sumpf aus Verschwörungen und riesige Felsbrocken werden ihnen in den Weg geworfen.

So verfolgen wir nun die zwei Duo’s bei ihren separaten Ermittlungen und einer wilden Reise durch die Toskana. Zum einen Peter und Dino, die mich mit ihrem neckischen Umgang oftmals zum Schmunzeln brachten und zum anderen Elena mit ihrer Klientin Monica, zwei selbstbewusste Frauen, die dem Geheimnis des verschwundenen Salvatore immer mehr auf die Spur kommen und so ins Visier eines skrupellosen Killers geraten.

Fazit:
Wieder mal ein hervorragender Gruber, der mich von der ersten, bis zur letzten Seite überzeugt hat. Es gab unheimlich viele Gänsehautmomente, Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele. Das Motiv und die Art und Weise der Morde waren schauderhaft. Spannung bis zum Schluss, aber zwischendurch auch mal was zum Schmunzeln. Einfach nur Perfekt!

Jetzt freue ich mich auf die Pulaski-Reihe

 

 

 

 

 

Joy Fielding: Die Katze

Wer die Wahrheit sucht, begibt sich in tödliche Gefahr…

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Verlag: Goldmann 
Taschenbuch mit 480 Seiten
erschienen: März 2010
Genre: Roman
Preis: 9,95€
Bestellbar: hier

Autorin:
Joy Fielding gehört zu den unumstrittenen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller »Lauf, Jane, lauf« waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.

Klappentext:
Charley Webb ist Journalistin und allein erziehende Mutter von zwei Kindern. Eines Tages erhält sie eine schockierende E-Mail: Jill Rohmer, die des kaltblütigen Mordes an drei Kindern überführt wurde und im Gefängnis auf ihre Hinrichtung wartet, bietet Charley ihre Geschichte exklusiv für ein Buchprojekt an. Zunächst zögert Charley, doch schließlich willigt sie ein. Während sie aber noch damit beschäftigt ist, erste Recherchen über Jill einzuholen, bekommt sie plötzlich entsetzliche Drohbriefe, in denen der Tod ihrer Kinder angekündigt wird. Charley ist außer sich vor Angst, denn sie ahnt, dass sie Geister rief, die ihr selbst zum mörderischen Verhängnis werden können …

Ich habe gelesen:
Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen, aber als Jill Rohmer ins Spiel kam, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Charley Webb ist Kolumnistin und erntet wegen ihrer oft sehr kontroversen Beiträge Lob, aber auch heftige Kritik von ihren Lesern.

Sie hat eine sehr bewegte Vergangenheit. Ihre Mutter hat die Familie verlassen um mit einer Frau nach Australien auszuwandern. 20 Jahre später taucht sie plötzlich wieder in Charley‘s Leben auf. Das Verhältnis zu ihren 3 Geschwistern ist sehr schwierig und ihr verbitterter Vater möchte gar keinen Kontakt mehr.

Doch im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein Buch, welches Charley schreiben soll. Die, zum Tode verurteilte, Kindsmörderin Jill Rohmer bittet sie ihre Geschichte aufzuschreiben, um die ganze Wahrheit, über den Tod der 3 Kinder, ans Licht zu bringen.

Die Treffen mit Jill setzen Charley sehr zu, denn was sie zu hören bekommt lässt sie Nachts kaum noch schlafen. Dazu kommt noch, dass sie ominöse Drohmails bekommt. Was an sich nichts Ungewöhnliches für die Kolumnistin ist, aber nun werden sogar ihre Kinder bedroht.

Die Geschichte rund um Charleys Familie und die Treffen mit Jill sind sehr fesselnd. Sie versucht zu verstehen, warum Menschen mit einer schrecklichen Kindheit zu Mördern werden, andere wiederum nicht?

So ab der Hälfte des Buches hatte ich so eine leise Ahnung wie Jill’s wahre Geschichte aussieht, aber kurz vor Ende hat mich Joy Fielding doch glatt nochmal an der Nase herum geführt. Am Ende sollte ich dann aber doch Recht behalten.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und die Details sorgen für mächtig Nervenkitzel. Die grausame Thematik war sehr gut umgesetzt und das Buch wirkte im Allgemeinen sehr real. Der Spannungsbogen stieg stetig an und zum Ende wurde es nochmal richtig rasant.

Fazit:
Ein gelungenes Buch von Joy Fieling, auch wenn ich den Titel nicht wirklich ansprechend finde. Insgesamt ist „Die Katze“ eine glaubwürdige Geschichte, die mich durch die spannenden Handlungen überzeugt hat

 

 

Andreas Gruber: Die Engelsmühle

Eine verfallene Mühle vor den Toren Wiens birgt ein düsteres Rätsel – und nur ein Mörder kennt die Lösung…

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Verlag: Goldmann 
Klappenbroschur mit 384 Seiten
erschienen: April 2018
Genre: Thriller
Preis: 9,99€
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußerst erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst.

Klappentext:
In einer Villa am Stadtrand Wiens wird der pensionierte Arzt Abel Ostrovsky brutal gefoltert und ermordet. Vor seinem Tod konnte Ostrovsky noch ein Videoband verstecken. Auf der Suche nach diesem Film zieht der Mörder eine blutige Spur durch die Stadt. Dem Privatdetektiv Peter Hogart gelingt es, das Video zu finden, von dem er sich einen entscheidenden Hinweis auf den Täter erhofft. Doch die rätselhafte kurze Schwarz-Weiß-Sequenz, die über den Bildschirm flimmert, gibt Hogart nur noch weitere Rätsel auf. Der entscheidende Hinweis zu deren Lösung scheint in der Vergangenheit zu liegen – und in einer verlassenen Mühle vor den Toren der Stadt …

Ich habe gelesen:
Nach „Die schwarze Dame“ ist „Die Engelsmühle“ der zweite Band rund um den Versicherungsdetektiv Peter Hogart.

In seinem zweiten Fall ermittelt er in seiner Heimatstadt Wien. Das erste Mordopfer lässt auch gar nicht lange auf sich warten. Herr Ostrowsky versucht kurz vor seinem Tod telefonischen Kontakt zu Hogarts Bruder Kurt aufzunehmen, erreichte aber nur den Anrufbeantworter. Aufgrund der Dringlichkeit der Nachricht bittet Kurt seinen Bruder  der Sache auf den Grund zu gehen.

Als Hogart bei Ostrowsky ankommt, findet er aber nicht ihn, sondern nur noch den Tatort seines brutalen Mordes samt Polizeiaufgebot vor. Schnell gerät sein Bruder Kurt, aufgrund dieses ominösen Anrufes unter Tatverdacht und kommt in Untersuchungshaft, da er sein Alibi für den Tatabend nicht preisgeben möchte.

Eigentlich müsste sich der Versicherungsdetektiv um einen Brand in einer Gebietskrankenkasse kümmern. Den Fall hatte er leider schon angenommen, doch nun, da sein Bruder in Haft sitzt hat Hogart keine Wahl mehr und stürzt sich in die Ermittlungsarbeit, um Kurt zu entlasten. Dabei ist er der Polizei meist eine Nasenlänge voraus und den ermittelnden Beamten ein Dorn im Auge.

Unterstützt wird er gelegentlich von Kurts 16-jähriger Tochter. Sie begleitet ihn zu diversen Ermittlungsschauplätzen, an denen er allein eher auffällig wirken würde. Wenn dieses Duo irgendwo auftauchte gab es auch immer was zu schmunzeln.

Herr Gruber geht, wie in allen seinen Thrillern mächtig ins Detail, gerade was die Schauplätze der Morde und die Opfer angeht. Ich frage mich immer wieder, was für eine kranke Fantasie manch ein Autor hat. Wahnsinn.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Die Handlungen waren stimmig, auch wenn es manchmal schon ein wenig seltsam war, dass gerade Peter Hogart immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Das ist im wahren Leben leider nicht immer der Fall.

Die Reihe um Peter Hogart gefällt mir und es stellt sich mir die Frage, warum Herr Gruber nach dem zweiten Band die Reihe nicht fortgeführt hat. Peter Hogart hätte  Potential für weitere Abenteuer.

Fazit:
Ob Hogart oder Sneijder, man kann mit Gruber einfach nichts verkehrt machen. Ich bin ein großer Gruber-Fan und freue mich nun auf die Pulaski-Reihe, die schon zum Lesen bereit liegt.

Wer noch nichts von Andreas Gruber gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Ein absolutes Thriller-Fan-MUSS!!!

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Randomhouse, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

 

 

 

 

Andreas Gruber: Die Schwarze Dame

In den dunklen Gassen Prags fordert ein skrupelloser Killer seine Gegner zu einem teuflischen Spiel heraus…

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Verlag: Goldmann 
Klappenbroschur mit 384 Seiten
erschienen: Dezember 2017
Genre: Thriller
Preis: 9,99€
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußerst erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst.

Klappentext:
Auf der Suche nach einer spurlos verschwundenen Kollegin wird der Wiener Privatermittler Peter Hogart nach Prag geschickt. Doch die Goldene Stadt zeigt sich Hogart von ihrer düstersten Seite: Mit seinen Ermittlungen sticht er in ein Wespennest und hat binnen Stunden nicht nur eine Reihe äußerst zwielichtiger Gestalten, sondern auch die gesamte Prager Kripo gegen sich aufgebracht. Nur die junge Privatdetektivin Ivona Markovic, die gerade eine Reihe bizarrer Verstümmelungsmorde untersucht, scheint auf Hogarts Seite zu stehen. Als die beiden bei einem Anschlag nur knapp dem Tod entrinnen, wird klar, dass es eine Verbindung zwischen ihren Fällen geben muss. Und dass ihnen die Zeit bis zum nächsten Mord davonläuft …

Ich habe gelesen:
Andreas Gruber zählt seit der „Maarten S. Sneijder Reihe“ zu meinen absoluten Lieblingsautoren des Thriller-Genres. Nun wollte ich auch mal eines seiner ersten Bücher lesen.

Doch zu Beginn des Buches war ich irgendwie verwirrt. Normalerweise legt Herr Gruber immer gleich richtig los, aber bis zur Hälfte des Buches passierte irgendwie nichts aufregendes. Ich finde im Vergleich zu Grubers neuen Thrillern ist Peter Hogarts erster Fall viel zu wenig „blutig“.

Der Einstieg in das Buch war so langatmig, dass ich versucht war es aus der Hand zu legen. Das konnte doch aber nicht sein. Da muss noch was kommen…also habe ich tapfer weitergelesen.

In der tschechischen Hauptstadt sollen sehr wertvolle Gemälde bei einem Brand vernichtet worden sein. Alexandra Schelling wurde beauftragt einen evtl. Versicherungsbetrug in Prag aufzudecken. Nachdem ihre Ermittlungen abgeschlossen sind verschwindet sie kurz vor ihrem Rückflug nach Wien und bleibt spurlos verschwunden.

Nachdem weder die tschechische, noch die Wiener Polizei Spuren der Vermissten findet, soll Peter Hogart seine Kollegin aufspüren, ihren letzten Spuren folgen und den Versicherungsbetrug aufdecken.

In Prag angekommen lernt Peter Hogart die Privatdetektivin Ivona Markovic kennen. Bald bemerken die beiden Detektive, dass es einige Parallelen zwischen ihren Fällen gibt. Der zu Beginn thematisierte Versicherungsbetrug gerät sehr bald in den Hintergrund und die Beiden begeben sich auf die Jagd nach einem Serienkiller…

Nun nimmt die Geschichte endlich an Fahrt auf und Abgründe tun sich auf, so dass mir die Nackenhaare zu Berge standen. Wahnsinn was er sich hier wieder ausgedacht hat.

Fazit:
„Die Schwarze Dame“ ist ein gelungenes Buch, aber nicht perfekt. Der Anfang hat sich ganz schön in die Länge gezogen, aber ich bin froh, dass ich dennoch weiter gelesen habe, denn ab der Hälfte wurde ich für mein Durchhalten belohnt. Der Spannungsbogen stieg kontinuierlich an und endete in einem temporeichen Finale.

Nun warte ich auf den zweiten Fall von Peter Hogart „Die Engelsmühle“. Dieser erscheint am 18. April im Goldmann Verlag.

 

Karen Dionne: Die Moortochter

Wenn du in der Wildnis aufwächst, weißt du nicht, was gut und böse ist – bis dir die Wahrheit die Augen öffnet.

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Verlag: Goldmann 
Klappenbroschur mit 384 Seiten
erschienen: Juli 2017
Genre: Psychothriller
Preis: 12,99€
Bestellbar: hier

Autorin:
Karen Dionne hat in jungen Jahren mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter ein alternatives Leben in einer Hütte auf der Upper Peninsula geführt. Ihre damaligen Erfahrungen in der Wildnis hat sie nun in ihren außergewöhnlichen Psychothriller „Die Moortochter“ eingebracht. Heute lebt Karen Dionne mit ihrem Mann in einem Vorort von Detroit, wo sie an ihrem nächsten Psychothriller schreibt.

Klappentext:
Helena Pelletier lebt in Michigan auf der einsamen Upper Peninsula. Sie ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin – Fähigkeiten, die sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat, als sie in einer Blockhütte mitten im Moor lebten. Für Helena war ihr Vater immer ein Held – bis sie vor fünfzehn Jahren erfahren musste, dass er in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter entführt hatte. Helena hatte daraufhin für seine Festnahme gesorgt, und seit Jahren sitzt er nun im Hochsicherheitsgefängnis. Doch als Helena eines Tages in den Nachrichten hört, dass ein Gefangener von dort entkommen ist, weiß sie sofort, dass es ihr Vater ist und dass er sich im Moor versteckt. Nur Helena hat die Fähigkeiten, ihn aufzuspüren. Es wird eine brutale Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen …

Ich habe gelesen:
Zunächst muss ich sagen, dass ich, dem Klappentext nach zu urteilen, eine etwas andere Geschichte erwartet habe. Ich dachte es handelt sich hier um eine rasante Verfolgungsjagd durchs Moor, doch das war nicht wirklich der Fall. Es geht mehr um ein Leben in Gefangenschaft.

Helena erzählt ihre Geschichte.

Das Buch ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. In dem einen Handlungsstrang geht es um Helenas Kindheit und die Zeit im Moor. Man erfährt wie sie sich im Moor gefühlt hat und was sie dort alles mit ihrem Vater erlebt hat. Das sie und ihre Mutter eigentlich gefangen gehalten wurden wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Im zweiten Handlungsstrang befinden wir uns in der Gegenwart und erfahren, dass Helena verheiratet ist und zwei Töchter hat. Alles ist gut, bis zu dem Tag, als ihr Vater aus dem Gefängnis ausbricht.

Helena weiß, dass die Polizei ihren Vater niemals finden wird, denn keiner kennt das Moor so gut wie er. Er ist schließlich der „Moorkönig“, also beschließt sie selbst auf die Jagd zu gehen, um ihre Familie und sich zu schützen.

Wird es Helena gelingen ihren Vater zu finden bevor er sie findet?

Den größten Teil des Buches nimmt Helena’s Vergangenheit ein. Eine Zeit in der sie ihren Vater noch vergötterte. Die gesamte Geschichte ist unheimlich spannend und interessant. Wer aber einen richtigen Psychothriller erwartet, der liegt weit daneben. Erst im letzten Drittel haben wir ein wenig Thriller-Feeling. Hier handelt es sich eher um ein Drama. Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Karen Dionne hat einen sehr flüssigen und tollen Schreibstil. Ihre Charaktere haben das Buch sehr lebendig und authentisch gemacht.

Fazit:
Nicht wirklich ein Psychothriller, aber dennoch eine sehr spannende Geschichte, die mich in ihren Bann gezogen hat. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung!!!

Abbie Taylor: Denn niemand wird dir glauben

Ein Psychothriller, in dem der Alptraum einer jeden Mutter wahr wird.

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Verlag: Goldmann
eBook mit 222 Seiten
Erscheinungsdatum: November 2009
Genre: Psychothriller
Preis: 3,99 € (Taschenbuch: 8,99 €)
Bestellbar: hier

Autorin:
Abbie Taylor stammt aus Irland und arbeitet als Ärztin. Neben ihrem Beruf widmet sie sich dem Schreiben und hat bisher die beiden Romane »Denn niemand wird dir glauben« und »Die sanfte Hand des Todes« veröffentlicht. Heute lebt die Autorin mit ihrem Ehemann und den beiden gemeinsamen Kindern abwechselnd in Irland und Großbritannien.

Klappentext:
Für Emma Turner wird der Alptraum einer jeden Mutter wahr: Beim Einsteigen in die U-Bahn wird sie von ihrem kleinen Sohn Ritchie getrennt, die Türen schließen sich, und Emma bleibt allein am Bahnsteig zurück. Wie durch ein Wunder findet sie Ritchie an der nächsten Station wieder, denn eine hilfsbereite Fremde hat sich ihm angenommen. Diese stellt sich als Antonia vor und überredet Emma, auf den Schreck noch etwas trinken zu gehen. Doch als Emma im Café Antonia für einen Moment aus den Augen lässt, ist diese verschwunden – und hat Ritchie mitgenommen …

Ich habe gelesen:
Für mich und wahrscheinlich alle Mütter und Väter dieser Welt das schlimmste was passieren kann. Das Kind ist spurlos verschwunden. Ich würde Wahnsinnig werden. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Autorin Abbie Taylor in diesem Buch.

Emma ist eine depressive, alleinerziehende Mutter. Sie lebt von Sozialhilfe, hat keine Familie, keine Freunde und ist völlig vereinsamt. Als ihr kleiner Sohn Ritchie verschwindet wacht sie nach einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus auf.

Die Polizei nimmt die Aussagen von Emma auf, glaubt ihr aber zunächst nicht. Nachdem aber die Hausärztin von Emma bestätigt, dass Emma einen Sohn hat, leitet die Polizei die Ermittlungen ein.

Doch nach einem weiteren Gespräch mit der Hausärztin, kommen brisante Aussagen, die Emma getroffen hat, ans Licht und die Polizei glaubt nicht mehr an eine Entführung, sondern eher daran, dass Emma ihren Sohn hat verschwinden lassen.

Was nun? Keiner will Emma glauben. Selbst als sie Ihren Sohn, auf einem Überwachungsvideo, am Flughafen mit einer Frau wiedererkennt hegen die Polizisten Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Emma. Natürlich gehen sie der Spur nach und verhören die Familie die Emma mit Ritschi erkannt hat, aber hier scheint alles in Ordnung zu sein.

Emma ist verzweifelt. Wie kann sie beweisen, dass der kleine Junge auf dem Überwachungsvideo wirklich ihr Sohn ist. Sie bekommt unverhofft Hilfe eines Fremden, der ihr schon am Tag des Verschwindens von Ritschie versucht hat zu helfen. Rafe ist der einzige der nicht an ihr zweifelt und ihr unerschütterlich zur Seite steht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, so dass man der Geschichte gut folgen kann. Immer wieder erfährt der Leser in Rückblicken von Emmas bisherigem Leben, wie es dazu kam, dass sie so vereinsamt ist und wie sie mit ihrem Kind zurecht gekommen ist.

Bis zum Ende wusste ich nicht, wer hier lügt. Hat Emma ihren Sohn wirklich verschwinden lassen? Oder lügt die Familie des kleinen Jungen auf dem Überwachungsvideo. Genauso geht es auch den Personen, die Emma helfen wollen.

Wird Emma ihren Sohn wiederbekommen? Oder hat sie ihren Sohn vielleicht selber auf dem Gewissen?

Um das zu erfahren müsst ihr selber lesen, denn ich werde es Euch nicht verraten.

Fazit:
Ich hatte eigentlich einen Thriller mit spannenden Psychospielchen erwartet, aber davon gab es nicht viel. Mit einem Psycho-Thriller hat dieses Buch also ,meiner Meinung nach, kaum etwas zu tun. Die Geschichte von Emma ist sehr traurig und ich würde es eher in das Genre Drama stecken.

Die Story ging mir sehr unter die Haut und hat mich gut unterhalten!

Michael Koglin: Seelensplitter

Die Dämonen der Vergangenheit sind erwacht – und bringen den TodScreenshot_20171019-193019.png

Verlag: Goldmann
eBook mit 192 Seiten
Erscheinungsdatum: Dezember 2012
Genre: Thriller
Preis: 3,99 € (Taschenbuch: 8,99 €)
Bestellbar: hier

Autor:
Michael Koglin lebt als freier Journalist, u. a. für Mare, Brigitte, NDR und Die Zeit, sowie als Schriftsteller in Hamburg. Neben Kriminalromanen hat er Kurzgeschichten, Kinder- und Sachbücher sowie zahlreiche Drehbücher und Theaterstücke verfasst. Er wurde mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Bekannt wurde Michael Koglin nicht zuletzt mit der »Dinner for One«-Reihe, schwarzhumorigen Krimis mit dem Personal des bekannten Silvester-Sketches.

Klappentext:
»Es wird mich töten, Lina«, sagte Carolin. »Uns alle.« Die junge Polizistin Lina Andersen kennt Carolin aus einer Gruppentherapie. Lina hatte schon damals Carolines paranoide Züge bemerkt, deshalb schickt sie die Frau nun weg. Außerdem will Lina nichts mehr mit der Vergangenheit zu tun haben. Das ist vorbei. Eine Woche später steht Lina vor Carolins Leiche. Die junge Frau wurde brutal ermordet. Als eine weitere ehemalige Teilnehmerin der Therapiegruppe umgebracht wird, kann Lina nicht mehr vor der Vergangenheit fliehen. Die alten Dämonen sind erwacht …

Nachdem ich „Der Mädchenmacher“ von Michael Koglin bereits gelesen habe, wollte ich das erste Buch aus der Reihe um Lina Andersen natürlich auch gerne lesen, auch wenn mich „Der Mädchenmacher“ nicht gänzlich überzeugt hatte.

Meine Meinung:

Zwei Leichen aus dem Umfeld von Lina…und es sollten nicht die Letzten sein. Mord durch einen explodierten Vibrator? Was ist da los? Um was geht es hier? Alle Hinweise führen in die Vergangenheit von Lina.

Lina beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. An sich ist das ja nichts Schlimmes. Was mich aber hier unheimlich stört ist, dass eine Polizistin Beweise und Hinweise zurück hält, die den Täter vielleicht schon eher entlarven könnten. Kann man so eine Polizistin überhaupt ernst nehmen?

Nun gut…ist halt so. Unterstützung erhält sie von dem sympathischen Asiaten Che. Ihn hat sie während ihres Dienstes kennengelernt. Che steht Lina immer zur Seite und auf ihn kann sie sich verlassen. Oder?

Gemeinsam stellen sie sich der Vergangenheit, doch die Zeit arbeitet gegen sie. Immer mehr Menschen müssen sterben wegen einer Vergangenheit, an die Lina sich nicht erinnern kann.

Zwischendurch erhält der Leser erschütternde Rückblicke und Gedankenblitze eines offensichtlich missbrauchten Kindes. Echt Grausam. Handelt es sich hierbei etwa um Lina?

Die Geschichte ist gut konstruiert. Der Autor schaffte es mich bis zum Schluss im Unklaren zu lassen. Ich hatte keine Vermutung, wer der Täter sein könnte, es war absolut nichts vorhersehbar und das hat mir sehr gut gefallen.

Die Auflösung am Ende war natürlich der absolute Hammer. Damit hätte ich nie gerechnet. Allerdings muss ich sagen hier fehlten mir noch ein paar Seiten. Die Auflösung gab es, ja, aber dieses abrupte Ende hat dann doch noch ein Paar neue Fragen aufgeworfen.

 

Fazit:
Michael Koglin ist mit „Seelensplitter“ ein überaus spannender Thriller gelungen. Packend und nervenzerreißend. Trotz kleinerer Kritikpunkte erhält das Buch von mir eine Leseempfehlung.