Zora Neale Hurston: Barracoon

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven

Verlag: Peguin Verlag
Hardcover mit 224 Seiten
Preis: 20,00€
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Zora Neale Hurston (1891-1960), ist eine der wichtigsten afroamerikanischen Autorinnen des vergangenen Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman „Their Eyes Were Watching God“ („Vor ihren Augen sahen sie Gott“), der 1937 erschien und 2005 von „Time Magazine“ unter die 100 besten englischsprachigen Romane nach dem Ersten Weltkrieg gewählt wurde.

Klappentext:
„Barracoon“ ist der einmalige Zeitzeugenbericht des letzten Überlebenden des Sklavenhandels, der 2018 in den USA erstveröffentlicht wurde und dort wegen seiner berührenden, ungeschminkten Erzählung und authentischen Sprache Aufsehen erregte und zum Bestseller wurde. „Barracoon“ erzählt die wahre Geschichte von Oluale Kossola, auch Cudjo Lewis genannt, der 1860 auf dem letzten Sklavenschiff nach Nordamerika verschleppt wurde. Die große afroamerikanische Autorin Zora Neale Hurston befragte 1927 den damals 86-Jährigen über sein Leben: seine Jugend im heutigen Benin, die Gefangennahme und Unterbringung in den sogenannten „Barracoons“, den Baracken, in die zu verkaufende Sklaven eingesperrt wurden, über seine Zeit als Sklave in Alabama, seine Freilassung und seine anschließende Suche nach den eigenen Wurzeln und einer Identität in den rassistisch geprägten USA.

Ich habe gelesen:
90 Jahre unveröffentlicht. „Barracoon“ ist der authentische Bericht des Cudjo Lewis, aufgezeichnet von der bedeutenden afroamerikanischen Autorin Zora Neale Hurston. Schade das sie die Veröffentlichung nicht mehr erlebt hat.

Das Buch ist etwas Besonderes, denn hier handelt es sich um die selbst erzählte Geschichte eines Menschen, der berichtet wie er aus Afrika entführt wurde, verraten von den eigenen Landsleuten. Wie er zum Sklaven wurde und wie sein Leben nach der Abschaffung der Sklaverei verlaufen ist.

Kossolas Heimatdorf wurde bei Nacht von einem kriegerischen Stamm der afrikanischen Westküste überfallen. Vielen wurden die Köpfe abgeschlagen und junge Frauen und Männer wurden gefangen genommen. Nach einem tagelangen Marsch wurden die Gefangenen in Barracken (Barracoons) gesperrt, um dann an amerikanische Menschenschmuggler verkauft zu werden.

Die Autorin hat sich für einen sehr außergewöhnlichen Schreibstil entschieden. Sie lässt Oluale Kossola, auch Cudjo Lewis genannt, selbst sprechen und verändert seine sehr ungewöhnliche Sprachmelodie nicht. Das hat mir gut gefallen und mich auch einige Male, trotz der traurigen Geschichte, zum Schmunzeln gebracht.

Wenn Cudjo z.B. seine Schilderungen regelmäßig mit einem „ogottogott“ unterbricht, sehe ich den alten Mann regelrecht vor mir auf seiner Veranda sitzen.

Auch schön zu lesen wenn Cudjo seine Erzählungen plötzlich unterbricht und Zora einfach weg schickt und dann sagt: „Komm aber nicht vor Samstag wieder!“ Herrlich!

Cudjo erzählt allerdings weniger von seiner Zeit als Sklave, die fünfeinhalb Jahre anhielt. Mehr Raum nehmen die Kindheitserinnerungen und die Zeit nach der Sklaverei ein.

In meinen Augen ist Cudjo viel zu kurz gekommen. Gerne hätte ich mehr aus seinem Mund erfahren.

Mir war nicht bewusst, dass viele afrikanische Stämme sich ausschließlich über den Menschenhandel finanzierten. Das es Schwarze waren, die andere Schwarze in die Sklaverei verkauft haben. Unfassbar.

Als besonders grausame Lebensphase wird die Sklaverei nicht beschrieben, obwohl das sicher der Fall war. Warum eigentlich nicht? Viel grausamer fand ich die Berichte von der Zeit danach.

Die Freilassung 1965 in einem Land, das nicht seine Heimat war und in dem er immer „der Afrikaner“ blieb.

Doch wie frei ist man wirklich, fernab der Heimat ohne finanzielle Mittel? Von den Weißen erfuhren die Befreiten Rassismus. Von den schwarzen Amerikanern wurden sie als unzivilisierte Wilde beschimpft, die der englischen Sprache nicht mächtig waren.

Cudjo und seine Mitbefreiten gründeten „Africatown“, wo sie versuchten, nach den Regeln und Gesetzen der alten Heimat zu leben. Cudjo heiratete und bekam mit seiner Frau sechs Kinder.

Doch verliert er nach und nach alle seine Kinder und schließlich stirbt auch seine Frau. Eine wirklich sehr traurige Lebensgeschichte.

Sein ganzes Leben wollte Cudjo zurück nach Afrika. Doch haben seine Füße nie wieder das Land seiner Ahnen betreten.

Fazit:
Ich hatte etwas andere Erwartungen an dieses Buch, denn es beinhaltet nicht nur das Interview mit Cudjo, dieses macht den eher sehr kleinen Teil des Buches aus. Mehr Platz übernimmt die Einleitung, Vorworte, ein Nachwort und zahlreiche Anmerkungen.

Bei dieser Lektüre handelt es sich eher um eine Fachpublikation. Das sollte sich der Leser vorher bewusst machen.

Mir war das nicht bewusst, sonst hätte ich dieses Buch nicht gelesen. Das heißt aber nicht, dass es schlecht ist. Es ist halt einfach nicht nach meinem Geschmack. Mir hätte es besser gefallen, wenn ich nur Cudjo seine Geschichte gelesen hätte.

Jennifer Hillier: Liebe mich, töte mich


*Dieses Exemplar wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Der Mörder hinterlässt grausame Botschaften. Und du weißt, sie gelten dir.

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Verlag: Peguin Verlag
Taschenbuch mit 464 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Jennifer Hillier hat Angst im Dunkeln – bevor sie schlafen geht, überprüft sie mehrmals, ob alle Türen gut verschlossen sind. Trotzdem ist ihr Lieblingsautor Stephen King. Mit ihrem Mann und dem gemeinsamen kleinen Sohn lebt sie in Toronto, Kanada. »Liebe mich, töte mich« ist ihr erstes Buch auf Deutsch.

Klappentext:
Vor vierzehn Jahren kehrte Geos beste Freundin Angela nach einer Party nicht nach Hause zurück. Nun wird ihre zerstückelte Leiche gefunden. Für die Polizei ist schnell klar: Angela ist das Opfer des berüchtigten Serienmörders Calvin James. Doch für Geo ist Calvin nicht nur ein Serienmörder. Für sie ist er ihre erste große Liebe. Seit vierzehn Jahren weiß sie, was in dieser einen Nacht geschah, und vierzehn Jahre lang hat sie niemandem davon erzählt. Doch dann werden weitere Frauen ermordet, auf dieselbe Weise wie damals Angela. Der Mörder hinterlässt am Tatort eindeutige Botschaften. Und diese Botschaften gelten Geo …

Ich habe gelesen:
Georgina (Geo) und Angela waren beste Freundinnen. Doch als sie beide 16 Jahre alt waren sollte sich alles ändern. Nach einer Party wird Angela brutal ermordet und verschwindet spurlos. Geo war Zeugin dieses schrecklichen Verbrechens.

Vierzehn Jahre lang hat Geo geschwiegen und ihr Leben weiter geführt, als wäre nichts gewesen. Sie ist mittlerweile eine erfolgreiche Geschäftsfrau und steht kurz vor ihrer Hochzeit, doch dann holt die Vergangenheit sie ein.

Die zerstückelte Leiche von Angela wird gefunden. Sie ist das erste Opfer eines Serienmörders, der bereits drei weitere Frauen auf dem Gewissen hat. Calvin James wird verhaftet und auch seine Ex-Freundin Geo muss sich vor Gericht verantworten. Sie erhält fünf Jahre für ihr Schweigen.

Die Zeit im Gefängnis ist für Geo nicht einfach, doch sie arrangiert sich mit ihrem Schicksal und boxt sich durch.

Kurz vor Geo’s Entlassung bricht Calvin James aus dem Gefängnis aus und das Morden geht weiter. Die aufgefundenen Leichen sind mit Botschaften versehen und die stehen ohne Zweifel mit Geo in Verbindung.

Doch ist wirklich Calvin für die Mordserie verantwortlich?

Als Geo aus dem Gefängnis entlassen wird, fällt ihr die Wiedereingliederung sehr schwer. Keiner kann vergessen, dass Geo so lange geschwiegen hat, denn wäre sie nach dem Mord an Angela gleich zur Polizei gegangen, hätten die drei Frauen nicht durch Calvins Hände sterben müssen.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive von Geo und ihrem ehemaligen besten Freund Kaiser erzählt. Er ist mittlerweile Polizist und hat damals Calvin und auch Geo verhaftet und ermittelt nun in der aktuellen Mordreihe.

Stück für Stück kommen die Geschehnisse der Nacht um Angelas Verschwinden ans Tageslicht.

Die Protagonisten sind sehr authentisch gezeichnet und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Geo’s Ängste und ihr schlechtes Gewissen. Kaiser, der damals wie heute, in seine beste Freundin Geo verliebt ist und nun in einem Zwiespalt steckt.

Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Sie versteht es, die Geschehnisse sehr bildhaft zu beschreiben und hat den Spannungsbogen bis zur letzten Seite aufrecht erhalten.

Bis zum Ende tappte ich im Dunkeln und wurde überrascht, denn mit diesem Ende hatte ich so gar nicht gerechnet.

Fazit:
Ein sehr packender, spannender und nervenaufreibender Thriller mit unvorhersehbaren Wendungen. Ein echter Pageturner mit einer sehr gut durchdachten Story und glaubwürdigen Charakteren. Dieses Buch ist wirklich lesenswert.