Sebastian Fitzek: Der Insasse

Ein vermisstes Kind – ein verzweifelter Vater – ein Höllentrip ins Innere der Psychiatrie

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Verlag: Droemer HC
Hardcover mit 384 Seiten
erschienen: Oktober 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 22,99 €
Bestellbar: hier

Autor:
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Klappentext:
​Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt der psychisch kranke Häftling Guido T. auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sicher: Er ist auch der Entführer des sechsjährigen Max, der seit drei Monaten spurlos verschwunden ist. Die Ermittler haben jedoch keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Und ohne die Aussage des Häftlings werden Max‘ Eltern keine Gewissheit haben und niemals Abschied von ihrem Sohn nehmen können.

Drei Monate nach dem Verschwinden von Max macht ein Ermittler der Mordkommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in das psychiatrische Gefängniskrankenhaus ein, in dessen Hochsicherheitstrakt Guido T. eingesperrt ist. Als falscher Patient, ausgestattet mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie nur irgend möglich ist und ihn zu einem Geständnis zwingen kann.

Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.
Dachte er.
Bis er als Insasse die grausame Wahrheit erfährt …

Meine Meinung:
Zwei wirklich grausame Kindermorde hat Guido Tramnitz schon gestanden, doch das Schicksal eines dritten Kindes ist noch offen. Hat er auch den kleinen Max Berkhoff auf dem Gewissen?

Till, Vater von Max, ist der festen Überzeugung, dass Tramnitz auch seinen Sohn getötet hat. Doch warum gesteht er nicht endlich? Was für ein perfides Spielchen wird hier gespielt?

Tramnitz sitzt mittlerweile im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt weiterhin. Till kennt nur noch ein Ziel. Er muss irgendwie zu Tramnitz vordringen und wenn er selbst zum Insassen der Psychiatrie werden muss.

Sein Vorhaben gelingt und Till wird als Patrick Winter in die Psychiatrie eingeliefert. Kaum in der Klinik angekommen, beginnt ein wahrer Alptraum für Till und auch für mich als Leser.

In der Klinik trifft er auf wirklich ungewöhnliche Gestalten. Menschen die ganz klar in der richtigen Einrichtung sind. Doch nicht nur die Insassen legen ein merkwürdiges Verhalten an den Tag.

Wird es Till gelingen an Tramnitz ran zu kommen? Und wenn ja, wird er endlich die Wahrheit erfahren und die Chance bekommen, sich von seinem Sohn zu verabschieden?

Till war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ein Vater, der nur Gewissheit haben möchte, was mit seinem Sohn passiert ist. Der alles daran setzt, die Wahrheit zu erfahren.

Fitzek peitschte mich mit seinem einfachen Schreibstil und einem wahnsinnig tollen Plot durch die Seiten. Super gezeichnete Charaktere durfte ich kenne lernen. Er hat wirklich ein Händchen für ausgefallene Storys.

Natürlich bildet man sich schnell eine Meinung und versucht zu erraten, wie das Ganze endet und was geschehen ist. Tja… und dann kommt man an eine Stelle, an der die Geschichte meine Gedankengänge wieder komplett durcheinander würfelt und mich total verwirrt.

​Niemals hätte ich mit diesem Ende gerechnet. Die Auflösung und auch die psychische Erkrankung, um die es in dem Buch geht, fand ich grandios und sehr realistisch.

Fazit:
Ein fantastischer Psychothriller, der mich vollends überzeugt hat. Ich habe schon viele Werke von Herrn Fitzek gelesen. Der eine etwas stärker, der andere nicht ganz so. „Der Insasse“ ist aber für mich ein sehr, sehr starkes Buch und ein absolutes muss für Fitzek-Fans.

Alex Dahl: Der Junge

Kann mann sich ein schönes Leben auf Lügen aufbauen?

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 464 Seiten
erschienen: Januar 2019
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autorin:
Alex Dahl ist halb Norwegerin, halb Amerikanerin und lebt in Norwegen und London. Sie ist eine entfernte Verwandte von Roald Dahl, spricht fließend Deutsch und Französisch und hat einen Master in Kreativem Schreiben.

Klappentext:
Cecilia Wilborg führt ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Sie wohnt mit ihrem erfolgreichen Mann und den gemeinsamen Töchtern in einer friedlichen und wohlhabenden Kleinstadt in Norwegen. Doch eines Tages wird sie gebeten, sich um einen kleinen Jungen zu kümmern, der plötzlich in der örtlichen Schwimmhalle aufgetaucht ist. Keiner weiß, wo Tobias herkommt oder wer er ist. Dann wird eine tote Frau gefunden, die man für seine Mutter hält. Aber Tobias kommt auch Cecilia merkwürdig vertraut vor. Hat sie ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt? Und wie weit ist sie bereit zu gehen, um es zu schützen?

Meine Meinung:
Cecilia Wilborg lebt mit Ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in einer idyllischen Kleinstadt in Norwegen. Sie führt, nach außen hin, ein perfektes Leben. Aber ist es wirklich so perfekt?

Cecilia war mir von Anfang an total unsympathisch. Ihre Ansichten und ihr Verhalten waren für mich nicht nachvollziehbar. Ihr ganzes Leben ist eine Fassade und diese beginnt ab dem Zeitpunkt zu bröckeln, als Tobias in ihre Leben tritt.

Nach einem Schwimmbadbesuch wird sie gebeten, einen kleinen Jungen nach Hause zu bringen. Er wurde nicht abgeholt. Doch unter der angegebenen Adresse, findet Cecilia nur ein leerstehendes Haus und beschließt den Jungen mit zu sich nach Hause zu nehmen.

Am nächsten Morgen bringt sie ihn einfach in die Schule. Dort wird sich schon jemand um ihn kümmern. Dumm nur, dass er dort gar nicht zur Schule geht. Nun muss sich Cecilia unangenehmen Fragen stellen…und dann wird auch noch eine Frau tot aufgefunden. Ihr Name war Anni. Ist sie vielleicht die Mutter von Tobias?

Mehr von Anni und ihrer Lebensgeschichte erfahren wir durch ihre Tagebucheinträge. Ihre Reise hat mich emotional sehr ergriffen. Ich war aber auch sehr wütend auf sie. Warum hat sie nicht anders gehandelt?

Tobias kommt auch in einzelnen Kapiteln zu Wort und wir erfahren wie sein junges Leben bisher verlaufen ist. Das hat mich tief berührt und auch erschüttert.

Cecilia, Tobias und Anni müssen irgendwie miteinander in Verbindung stehen, aber ich war mir lange Zeit nicht zu 100% sicher, in welche Richtung es gehen wird.

Durch immer neue Wendungen hält Frau Dahl die Spannung auf einem hohen Level. Schnell habe ich begriffen, dass man Cecilia nicht über den Weg trauen kann. Die Autorin schockte mich immer wieder mit neuen Wahrheiten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Ereignisse und Handlungen authentisch und glaubwürdig. Das Ende war passend, obwohl ich nicht so recht verstanden habe, wie man einer gewissen Person einfach so alles durchgehen lassen konnte. Ab in ein normales Leben und alles ist gut? Ein wichtiges Detail wurde doch übersehen? Doch die Autorin hat auch diesen Punkt noch bedacht und genial gelöst.

Fazit:
„Der Junge“ ist der Debüt Roman der Autorin Alex Dahl. Ich würde es jetzt nicht unbedingt als Psychothriller bezeichnen, aber dieses Buch hat mich unheimlich gut unterhalten. Ein gelungener Auftakt würde ich sagen. Die Charaktere sind toll gezeichnet und ein sich immer schneller drehendes Lügenkarussell macht die Geschichte zu etwas ganz Besonderem.

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!

Andreas Winkelmann: Blinder Instinkt

Ein entführtes Mädchen, ein trauernder Bruder, ein eiskalter Psychopath …

Er sieht dich, er jagt dich, er lässt dich nie mehr fort

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 416 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Ein heißer Sommertag. In einem verwilderten Garten sitzt ein junges Mädchen auf einer Schaukel. Alles rundherum leuchtet in strahlenden Blütenfarben, doch das Mädchen nimmt nichts davon wahr, es ist blind. Dafür spürt es ganz deutlich, dass sich ihm jemand nähert, jemand, von dem etwas zutiefst Böses ausgeht. Es versucht noch wegzulaufen – vergeblich … Jahre später wird Kommissarin Franziska Gottlob zu einem Wohnheim für Kinder gerufen. Wieder ist ein junges Mädchen verschwunden. Das Kind ist blind. Und vom Täter fehlt jede Spur.

Meine Meinung:
Ein kleines Mädchen ist aus einem Heim verschwunden. Sarah ist 8 Jahre alt und blind. Als sie wieder zu sich kommt befindet sie sich an einem Ort der mir die Haare zu Berge stehen lässt. Ein absoluter Alptraum.

Kriminalkommissarin Franziska Gottlob verbringt gerade ein Wochenende bei ihren Eltern, als sie der Anruf erreicht. Sofort nimmt sie die Ermittlungen auf.

Zeitgleich steht der Boxchampion Max Ungemach vor einem wichtigen Kampf. Doch Max ist unkonzentriert. Auf seiner Schulter spürt er eine kleine, unsichtbare Hand. Die Hand seiner kleinen Schwester Sina, die vor zehn Jahren spurlos verschwunden ist. Er schickt seinen Gegner zwar auf die Matte, aber die Erinnerungen an Sina, die heute stärker sind als sonst lassen ihn nicht mehr zur Ruhe kommen.

Ein paar Tage später erhält er einen Anruf von Franziska Gottlob. Sie bittet ihn um ein persönliches Gespräch, denn sie hat Parallelen zwischen ihrem aktuellen Fall und dem von Max’s Schwester festgestellt und hofft auf seine Hilfe.

Sofort sind die beiden sich sympathisch. Franziska löst in Max mehr denn je den Wunsch aus, endlich zu erfahren was damals mit seiner Schwester passiert ist und hofft auf seine langersehnte Rache an dem Menschen, der sein Leben und das seiner Schwester zerstört hat. Und so macht auch Max sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Was sowohl Max als auch Franziska völlig unterschätzen, ist, mit wem sie es zu tun haben.

Schnell erfahre ich wer der Täter ist. Es gefällt mir natürlich auch wenn er mir bis zum Ende verborgen bleibt, aber hier fand ich es trotzdem sehr spannend, ihn plötzlich zu kennen und so auch ganz anders wahrzunehmen.

Wird Franziska ihn auch entlarven? Und wird sie die kleine Sarah lebend finden?

Dieses Buch ist sehr nervenaufreibend gestaltet. Wenn ich an die kleine Sarah denke und was sie für schreckliche Dinge durchmachen muss, ohne sehen zu können, was für Gefahren ihr drohen. Doch darauf möchte ich nicht weiter eingehen, denn den „Wald der tausend ….“, werdet ihr selber kennen lernen wenn ihr das Buch lest.

Die Protagonisten wurden liebevoll gezeichnet. Man lernt die Gefühlswelten der Vergangenheit und Gegenwart kennen. Max ist mir dabei besonders ans Herz gewachsen. „Kannst du mir die Sonne beschreiben?“ Max kann es und hat mich damit zu Tränen gerührt. Seine Geschichte hat mir sogar mehr als einmal Tränen in die Augen getrieben. Das passiert mir bei einem Thriller eigentlich nicht. Seit 10 Jahren leidet er schon unter dem Verlust seiner Schwester und wird von Selbstvorwürfen zerfressen. Und auch die Kriminalkommissarin Franziska war mir super sympathisch.

Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Besonderst nicht, wenn man mit gewissen Phobien zu kämpfen hat. Noch heute muss ich ständig darüber nachdenken was ich da gelesen habe. Echt toll! Das Ende war dann nochmal sehr rasant und auch unheimlich emotional. Es war zwar auch sehr kurz, doch im Epilog erfahre ich alles was ich noch wissen musste.

Fazit:
Ein perfekter Psychothriller, über den ich heute noch nachdenken muss. Herr Winkelmann versteht es, Psychothriller so zu gestalten, dass sie den Leser nicht mehr loslassen. Ein Thriller der mir richtig unter die Haut ging.

„Blinder Instinkt“ ist das vierte Buch, welches ich von Andreas Winkelmann gelesen habe und es ist bisher das Beste von allen. Absolute Leseempfehlung!!!

Andreas Winkelmann: Bleicher Tod

Sie dachten, der Tod wäre das Schlimmste. Sie haben sich getäuscht.

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 384 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Ein junges Mädchen, allein, gefangen in der Dunkelheit. Sie ahnt, dass ihr Leben bald vorbei sein wird – nur um festzustellen, dass es schlimmere Dinge gibt als zu sterben … Derweil erfährt Kriminalkommissarin Nele Karminter von einer erschreckenden Studie: Einer von fünfundzwanzig Menschen hat kein Gewissen, ist ein potentieller Psychopath. Eine Erkenntnis, die sich für Nele bald in blutige Praxis verwandeln wird. Denn kurz darauf wird sie zu einem Tatort gerufen – und zu der grausam entstellten Leiche eines jungen, seltsam bleichen Mädchens …

Meine Meinung:
Vor 2 Jahren habe ich „Tief im Wald und unter der Erde“ von Andreas Winkelmann gelesen. Mir war gar nicht bewusst, dass es sich bei „Bleicher Tod“ um eine Fortsetzung handelt. Um so mehr habe ich mich gefreut von den bereits bekannten Protagonisten zu lesen.

Die junge Frau Miriam Singer ist mit dem Auto auf dem Heimweg und muss aufgrund plötzlicher Halluzinationen anhalten. Als ein fremder Mann ihr Hilfe anbietet, zögert sie zunächst, doch dann geht alles ganz schnell und sie findet sich auf der Rückbank seines Autos wieder.

Aber so einfach macht es Miriam ihrem Entführer nicht und ihr gelingt tatsächlich die Flucht. Beschreiben kann sie ihren Angreifer nicht, aber dafür die örtlichen Begebenheiten. Die Ermittlerin Anou überprüft die Angaben und fährt zu einem ehemaligen Schweinemastbetrieb. Dort entdeckt sie in einem leeren Schweinestall eine grauenhaft entstellte Leiche.

Ist das ein Zufall? Handelt es sich bei dem Entführer und dem Mörder um ein und dieselbe Person?

Das Ermittlerteam Nele Karminter und Anouschka Rossberg stehen vor einem Rätsel. Es beginnen sehr spannende Ermittlungen, die viel Grauen zum Vorschein bringen.

Neben Nele und Anou kommt auch der Privatermittler Alexander Seitz zum Einsatz. Er wurde beauftragt ein verschwundenes Mädchen zu finden.

Während des Lesens bekommt man Einblicke in die verschiedenen Perspektiven. Am Anfang lassen sich absolut keine Zusammenhänge erkennen. Doch so nach und nach wird klar, wie alles miteinander verbunden ist.

Auch mit dem Mörder haben wir schon frühzeitig Kontakt. Ein absolut gestörter Typ. Ich weiß, dass er verheiratet ist und seine Frau nicht gut behandelt, aber ansonsten bleibt mir sein Name bis zum Schluss verborgen.

Wie erkennt man eigentlich einen Psychopathen, wenn er einem auf der Straße, bei der Arbeit oder woanders begegnet?

Für die Kriminalkommissarin Nele Karminter ist das ein sehr wichtiges Thema, denn sie hat tagtäglich mit solch kranken Menschen zu tun. Sie nimmt an einem Seminar bei der Fallanalytikerin Dr. Sternberg teil, wo es genau darum geht. Einer von 25 Menschen ist laut Dr. Sternberg ein Psychopath. Doch wie findet man diesen einen Menschen? Für mich eine absolut gruselige Vorstellung, denn wenn ich die Einwohnerzahl meines Wohnortes nehme, dann befänden sich darunter 273 Psychopathen. Unvorstellbar.

Ich habe schon ein paar Bücher von Herrn Winkelmann gelesen und mag seinen Schreibstil.

Für mich bietet dieses Buch alles was ein guter Thriller braucht.

Die Spannung wird durch viele Perspektivwechsel noch interessanter. Leider waren diese Wechsel nicht gekennzeichnet und so war mir nicht immer direkt klar, wer gerade mit mir spricht, oder wo ich mich als Leser gerade befinde. Aber spätestens nach ein paar Sätzen waren diese kleinen Stolpersteine aus dem Weg geräumt und somit hat es mich nicht weiter gestört.

Fazit:
Ein gelungener Psychothriller, der mir unterhaltsame Lesestunden bereitete. Eine gut durchdachte Story mit toll dargestellten Protagonisten. Nun freue ich mich auf „Blinder Instinkt“.

Rhena Weiss: Gottes rechte Hand

Ein Killer, der seine Opfer mit göttlicher Rache straft, hält Wien in Atem

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 416 Seiten
erschienen: August 2017
Genre: Psychothriller
Preis: 9,99€
Bestellbar: hier

Autorin:
Rhena Weiss, Jahrgang 1969, lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet sie als Sozialpädagogin in Wien. Im Mittelpunkt ihrer Psychothriller-Reihe, die mit dem furiosen Auftakt »Das Böse in euch« begann, steht die Wiener LKA-Ermittlerin Michaela Baltzer.

Klappentext:
Wien: Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Männer auf höchst brutale Weise getötet. Michaela Baltzer und ihr Team vom LKA tappen zunächst im Dunkeln. Doch dann begreifen sie, dass der Mörder eine Art Gottesurteil vollzogen hat. Im Laufe der Ermittlungen zeigt sich das ganze Ausmaß der Mordserie, denn es gehen noch mehr Tote auf das Konto des Täters. Bald weiß Michaela nicht mehr, wem sie trauen kann, denn alle Fäden scheinen bei Bernd Dalisch, dem neuen Kriminalpsychologen des LKA, zusammenzulaufen. Um den Killer zu finden, muss Michaela ihre Prinzipien über Bord werfen und sogar den verurteilten Psychopathen Kilian Weilmann um Hilfe bitten …

Meine Meinung:
Nachdem ich den 1. und 3. Teil der Reihe um Michaela Baltzer schon gelesen habe, durfte der 2. Teil natürlich nicht fehlen.

Michaela ist Kriminalbeamtin des LKA Wien. Zu ihrem Team zählen die resolute Doris und der stille Vincent. Die drei sind wirklich ein toll gezeichnetes Team und ergänzen sich hervorragend. In ihrem neusten Fall müssen sie den Mörder von sehr mysteriösen, grauenvollen Todesfällen finden.

Rhena Weiss steigt im Prolog direkt mit einem grausamen Mord ein. Mein Gott, sowas wünsche ich keinem. Das nächste Opfer lässt auch gar nicht lange auf sich warten. Ein unbekannter Toter wurde in einer Kleingartenanlage aufgefunden. Er kam durch unzählige Wespenstiche ums Leben. Kurze Zeit später reiht sich noch eine Brandleiche zu den Opfern.

Während Michaela mit Hochdruck ermittelt, wird klar, dass ein Serienmörder hinter den grausam verübten Taten steckt. Es handelt sich um eine Art Rachefeldzug und der Täter handelt im Namen Gottes. Doch was verbindet die Toten und was ist das Motiv des Täters?

Die Ermittlungen gehen sehr schleppend voran, doch so nach und nach führen die Spuren bei einem Menschen zusammen, der Michaela sehr nahe steht und sie fürchtet um sein Leben.

„Gottes rechte Hand“ ist ein sehr spannender Thriller. Rhena Weiß bettet das Thema häusliche Gewalt gekonnt in ihren Thriller ein und vermittelt mir wie schwer es vielen Frauen fällt, ihre gewalttätigen Männer zu verlassen und sich Hilfe zu holen.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen. Das finde ich immer toll, denn das lockert die Storys auf und lässt keine lange Weile aufkommen. So kommt neben der Kriminalbeamtin Michaela auch die „rechte Hand Gottes“ zu Wort und schildert, warum und wie sie die Taten begeht.

Obwohl ich recht früh ahnte, wer hinter den Taten steckt, konnte ich mir bis zum Schluss nicht ganz sicher sein, denn es gibt einige Personen, die ein Motiv hätten.
Diesmal hat sich mein Verdacht aber mal bestätigt.

Fazit:
Eine ungewöhnliche Mordserie, spannende Ermittlungen und interessante Schicksale der Protagonisten haben mich total an dieses Buch gefesselt. Es ist Opfern häuslicher Gewalt gewidmet. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und wurde super in die Story integriert. Ich mag die Bücher von Rhena Weiss und empfehle sie euch gerne weiter. Lest die Bücher aber in der richtigen Reihenfolge, damit euch kein Vorwissen fehlt. Ich war wieder absolut begeistert und hoffe auf noch weitere Fälle mit Michaela Baltzer.

Emma Curtis: Dein perfektes Leben

Ein düsterer und hoch spannender Roman über Freundschaft, Verrat und Lügen.

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Verlag: Diana
Taschenbuch mit 480 Seiten
erschienen: November 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 9,99€
Bestellbar: hier

Autorin:
Die englische Bestsellerautorin Emma Curtis wurde in Brighton geboren und wuchs in London auf. Ihre Faszination für die dunklen Seiten des Lebens inspirierte sie zu ihrem Roman. Emma Curtis lebt mit ihren beiden Kindern und ihrem Ehemann in Richmond bei London.

Klappentext:
Zwanzig Minuten nur verlässt Vicky das Haus, während ihr Baby schläft. Als sie zurückkehrt, ist die Katastrophe geschehen, und nichts ist mehr wie zuvor. In ihrer Not vertraut sich Vicky ihrer besten Freundin Amber an, die der Polizei gegenüber behauptet, dass die beiden Frauen die ganze Zeit bei dem Kind gewesen seien. Doch dann geschehen weitere Unglücke. Bald wird klar, dass jemand das Leben von Vickys Familie sabotiert – jemand in ihrer unmittelbaren Nähe. Ein Albtraum beginnt, der Vicky bis an ihre äußersten Grenzen treibt.

Meine Meinung zum Buch:
Wie ihr im Klappentext schon gelesen habt, beginnt der ganze Schlamassel, weil Vicky ihr Baby alleine gelassen hat. Und das alles nur um sich ein renovierungsbedürftiges Haus anzusehen. Vickys beste Freundin Amber arbeitet für eine Immobilienmaklerin und hat ihr den Termin kurzfristig einrichten können. Als Vicky nach 20 Minuten zurück kommt erwischt sie einen Einbrecher mit ihrem Baby im Arm. Er wirf ihr Josh zu, dabei fällt das Baby auf den Boden und bricht sich den Arm. Auch Amber ist Vicky nach Hause gefolgt und trifft den Einbrecher noch im Hausflur an. Doch er kann fliehen.

Josh muss so schnell wie möglich ins Krankenhaus. Doch was sollen sie der Polizei sagen? Vicky und Amber beschließen, dass es keine gute Idee ist, zu sagen, dass Vicky ihr Baby alleine zu Hause gelassen hat. Womöglich nimmt ihr das Jugendamt dann ihre drei Kinder weg.

Vicky fühlt sich sichtlich unwohl mit dieser Lüge, auch weil sie ihren Mann Tom diesbezüglich angelogen hat. Und nicht nur das. Sie hat sich eine Zeit lang heimlich mit einem anderen Mann getroffen. Auch wenn es nicht zum Sex gekommen ist, belastet sie dieses Geheimnis sehr. Gut das Amber ihr zur Seite steht.

Es passieren immer mehr unerklärliche Dinge, die die Familie Seagraves auseinander zu treiben scheinen. Als eines Tages auch noch das Jugendamt vor Vickys Tür steht, bricht sie fast zusammen. Irgendein Nachbar hat die Familie gemeldet. Doch wer könnte ihnen etwas Böses wollen?

Auch zwischen Amber und Tom scheint sich etwas verändert zu haben. Sie haben eine Bindung zueinander aufgebaut, die Vicky gar nicht gefällt. Es soll auch nicht mehr lange dauern, bis Vicky eine schreckliche Wahrheit herausfindet, die alles verändern wird…

Zunächst dachte ich…naja einen Psychothriller würde ich das jetzt nicht nennen, doch die Spannung baut sich immer mehr auf  und so nach und nach beginnen die  Psychospielchen. Ich habe mit Vicky gelitten und wollte sie gerne mal richtig schütteln, damit sie aufwacht und mal eine richtige Entscheidung trifft. Wie kann sie nur so dumm sein? Doch wie hätte ich mich in ihrer Situation verhalten?

Die Geschichte ist aus Sicht von Vicky und Amber geschrieben und zwischen den Kapiteln reise ich immer wieder in das Jahr 1992 zurück. Hier geht es um ein kleines Mädchen, welches mit 10 Jahren ihre Mutter verloren hat und es bisher wahrlich nicht einfach im Leben hatte. Echt schlimm und traurig. Doch was hat dieses Mädchen mit den aktuellen Ereignissen zu tun? Ihr werdet es erfahren.

Ich hatte sehr schnell einen Verdacht, wer für dieses ganze Chaos verantwortlich ist, konnte mir aber noch nicht so richtig erklären wieso. Dieses Rätsel wird aber am Ende vollends aufgeklärt. Ich hätte es mir allerdings ein bisschen anders gewünscht. Und eine Frage ist für mich auch leider offen geblieben. Frau Curtes hätte ruhig noch 10-20 Seiten mehr schreiben können.

Fazit:
Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Ich habe mit Vicky gelitten und habe sie versucht gedanklich in eine andere Richtung zu steuern. Leider war mir das aber nicht möglich *lach*. Ein absolut gelungenes Buch, dass ich Euch unbedingt weiterempfehlen möchte.

Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Dankeschön!

Rhena Weiss – Der Kreis des Bösen

Ein neuer Fall für die LKA-Ermittlerin Michaela Baltzer

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Verlag: Goldmann 
Taschenbuch mit 448 Seiten
erschienen: August 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Rhena Weiss, Jahrgang 1969, lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet sie als Sozialpädagogin in Wien. Im Mittelpunkt ihrer Psychothriller-Reihe, die mit dem furiosen Auftakt »Das Böse in euch« begann, steht die Wiener LKA-Ermittlerin Michaela Baltzer.

Klappentext:
In Wien werden eine Prostituierte und eine Studentin brutal ermordet. Das Team um die LKA-Ermittlerin Michaela Baltzer übernimmt den Fall der toten Prostituierten. Um den Mord an der Studentin kümmert sich eine andere Einheit. Doch als weitere brutale Morde geschehen, wird deutlich, dass die Taten in einem direkten Zusammenhang stehen. In der Folge gehen die Ermittler davon aus, dass sie es mit einem einzigen Serienmörder zu tun haben – ein fataler Irrtum. Schließlich ist es der verurteilte psychopathische Serienkiller Kilian Weilmann, der den entscheidenden Hinweis liefert, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Für Michaela ist es aber womöglich schon zu spät – denn sie steht im Fokus eines der Mörder …

Meine Meinung:
Rhena Weiss hält sich nicht lange auf und steigt im Prolog direkt mit dem ersten Mord an der Prostituierten Maria Koci ein. Finde ich toll. So ist man gleich mittendrin im Geschehen.

Als ich bei Kapitel 2 angelangt war musste ich erstmal schlucken, denn hier las ich folgenden ersten Satz: „Eine halbe Stunde Später fuhr Michaela über die Höhenstraße Richtung Kahlenberg, wo in einem Waldstück die Leiche einer Frau von Pilzsammlern gefunden worden war.“

Soll ich Euch auch sagen, warum ich so schlucken musste?

Mein Name ist Michaela und ich fahre jeden Tag Richtung Kahlenberg, denn da wohne ich. Das fand ich irgendwie richtig gruselig, denn auf einmal hatte ich das Gefühl, Rhena Weiss schreibt über mich. Auch wenn ihr das jetzt vielleicht ein bisschen albern findet, aber ab diesem Satz habe ich das Buch mit anderen Augen gelesen.

Zwei Ermittlungs-Einheiten des LKA arbeiten jeweils an einem Mordfall, doch schnell stellt sich heraus, dass beide Fälle miteinander zusammenhängen. So wird beschlossen, die Ermittlerteams unter der Führung von Michaela zusammenzulegen. Das stößt natürlich dem Leiter des anderen Teams übel auf.

Nun muss sich Michaela nicht nur mit dem Täter herumschlagen, sondern auch noch mit  ihrem, in seinem Stolz verletzten, Kollegen Gernot. Nicht nur das, auch der neue Kollege Matthias behindert die Ermittlungen mehr, als das er sie vorantreibt.

Michaela Baltzer ist eine sympathische Frau und eine erfahrene, beharrliche Ermittlerin, die mit Herz und Seele ihrer Arbeit nachgeht. Von ihren Kollegen wird sie geschätzt und bewundert. Immer an ihrer Seite sind ihre Teammitglieder Doris und Vincent, der Kriminalpsychologe Bernd, der sich aber derzeit in einer Rehaklinik aufhält und ihre Nichte Valerie.

Alle Charaktere sind auf ihre Art und Weise wunderbar gezeichnet.

Während die Beamten nicht so richtig voran kommen, gibt es zwei Menschen, die sich Online im Forum „Der Kreis des Bösen“ über ihre kranken Fantasien austauschen. Mephistopheles und Prometheus.

Hier haben wir es augenscheinlich mit einem Mentor und seinem Schüler zu tun, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen. Angefangen bei einer Prostituierten, dann eine Studentin, ein Geschäftsmann usw.. Die Herausforderung wurde im Größer und am Ende der Liste steht der Mensch vor dem sich ein Killer am meisten fürchtet.

Vor was hat ein Serientäter die meiste Angst? Richtig…davor geschnappt zu werden. Also solltet ihr wissen, wer auf der Liste ganz oben steht.

Doch noch ahnen die Ermittler nicht, dass es sich um 2 Täter handelt. Erst als Michaela spurlos verschwindet nehmen die Ermittlungen an Fahrt auf.

Werden die Kollegen Michaela retten können? Wer steckt hinter den Pseudonymen Prometheus und Mephistopheles?

Natürlich hatte ich die ganze Zeit schon einen Verdächtigen im Kopf, und dieses Mal dachte ich wirklich, dass sich mein Verdacht bestätigen wird, aber am Ende wurde ich von der Autorin nochmal überrascht. Nichts ist so wie es scheint.

Die Reihe um Michaela Baltzer umfasst bisher 3 Bücher.

    1. „Das Böse in euch“
    2. „Gottes Rechte Hand“
    3. „Der Kreis des Bösen“

Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Doch Frau Weiss greift in diesem Buch ein paar interessante Details aus dem Vorgänger auf und macht mich natürlich  neugierig auf den 2. Band der Reihe. Nun habe ich mir „Gottes Rechte Hand“ bestellt und freue mich schon darauf.

Fazit:
Rhena Weiss hat mich mit diesem Buch, wie damals schon mit „Das Böse in euch“  überzeugt. Ein spannender, schlüssiger Thriller, der Lust auf mehr macht. Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus und freue mich nun auf „Gottes Rechte Hand“.

Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Randomhouse, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!