Sebastian Fitzek: Der Insasse

Ein vermisstes Kind – ein verzweifelter Vater – ein Höllentrip ins Innere der Psychiatrie

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Verlag: Droemer HC
Hardcover mit 384 Seiten
erschienen: Oktober 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 22,99 €
Bestellbar: hier

Autor:
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Klappentext:
​Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt der psychisch kranke Häftling Guido T. auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sicher: Er ist auch der Entführer des sechsjährigen Max, der seit drei Monaten spurlos verschwunden ist. Die Ermittler haben jedoch keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Und ohne die Aussage des Häftlings werden Max‘ Eltern keine Gewissheit haben und niemals Abschied von ihrem Sohn nehmen können.

Drei Monate nach dem Verschwinden von Max macht ein Ermittler der Mordkommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in das psychiatrische Gefängniskrankenhaus ein, in dessen Hochsicherheitstrakt Guido T. eingesperrt ist. Als falscher Patient, ausgestattet mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie nur irgend möglich ist und ihn zu einem Geständnis zwingen kann.

Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.
Dachte er.
Bis er als Insasse die grausame Wahrheit erfährt …

Meine Meinung:
Zwei wirklich grausame Kindermorde hat Guido Tramnitz schon gestanden, doch das Schicksal eines dritten Kindes ist noch offen. Hat er auch den kleinen Max Berkhoff auf dem Gewissen?

Till, Vater von Max, ist der festen Überzeugung, dass Tramnitz auch seinen Sohn getötet hat. Doch warum gesteht er nicht endlich? Was für ein perfides Spielchen wird hier gespielt?

Tramnitz sitzt mittlerweile im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt weiterhin. Till kennt nur noch ein Ziel. Er muss irgendwie zu Tramnitz vordringen und wenn er selbst zum Insassen der Psychiatrie werden muss.

Sein Vorhaben gelingt und Till wird als Patrick Winter in die Psychiatrie eingeliefert. Kaum in der Klinik angekommen, beginnt ein wahrer Alptraum für Till und auch für mich als Leser.

In der Klinik trifft er auf wirklich ungewöhnliche Gestalten. Menschen die ganz klar in der richtigen Einrichtung sind. Doch nicht nur die Insassen legen ein merkwürdiges Verhalten an den Tag.

Wird es Till gelingen an Tramnitz ran zu kommen? Und wenn ja, wird er endlich die Wahrheit erfahren und die Chance bekommen, sich von seinem Sohn zu verabschieden?

Till war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ein Vater, der nur Gewissheit haben möchte, was mit seinem Sohn passiert ist. Der alles daran setzt, die Wahrheit zu erfahren.

Fitzek peitschte mich mit seinem einfachen Schreibstil und einem wahnsinnig tollen Plot durch die Seiten. Super gezeichnete Charaktere durfte ich kenne lernen. Er hat wirklich ein Händchen für ausgefallene Storys.

Natürlich bildet man sich schnell eine Meinung und versucht zu erraten, wie das Ganze endet und was geschehen ist. Tja… und dann kommt man an eine Stelle, an der die Geschichte meine Gedankengänge wieder komplett durcheinander würfelt und mich total verwirrt.

​Niemals hätte ich mit diesem Ende gerechnet. Die Auflösung und auch die psychische Erkrankung, um die es in dem Buch geht, fand ich grandios und sehr realistisch.

Fazit:
Ein fantastischer Psychothriller, der mich vollends überzeugt hat. Ich habe schon viele Werke von Herrn Fitzek gelesen. Der eine etwas stärker, der andere nicht ganz so. „Der Insasse“ ist aber für mich ein sehr, sehr starkes Buch und ein absolutes muss für Fitzek-Fans.

Alex Dahl: Der Junge

Kann mann sich ein schönes Leben auf Lügen aufbauen?

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 464 Seiten
erschienen: Januar 2019
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autorin:
Alex Dahl ist halb Norwegerin, halb Amerikanerin und lebt in Norwegen und London. Sie ist eine entfernte Verwandte von Roald Dahl, spricht fließend Deutsch und Französisch und hat einen Master in Kreativem Schreiben.

Klappentext:
Cecilia Wilborg führt ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Sie wohnt mit ihrem erfolgreichen Mann und den gemeinsamen Töchtern in einer friedlichen und wohlhabenden Kleinstadt in Norwegen. Doch eines Tages wird sie gebeten, sich um einen kleinen Jungen zu kümmern, der plötzlich in der örtlichen Schwimmhalle aufgetaucht ist. Keiner weiß, wo Tobias herkommt oder wer er ist. Dann wird eine tote Frau gefunden, die man für seine Mutter hält. Aber Tobias kommt auch Cecilia merkwürdig vertraut vor. Hat sie ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt? Und wie weit ist sie bereit zu gehen, um es zu schützen?

Meine Meinung:
Cecilia Wilborg lebt mit Ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in einer idyllischen Kleinstadt in Norwegen. Sie führt, nach außen hin, ein perfektes Leben. Aber ist es wirklich so perfekt?

Cecilia war mir von Anfang an total unsympathisch. Ihre Ansichten und ihr Verhalten waren für mich nicht nachvollziehbar. Ihr ganzes Leben ist eine Fassade und diese beginnt ab dem Zeitpunkt zu bröckeln, als Tobias in ihre Leben tritt.

Nach einem Schwimmbadbesuch wird sie gebeten, einen kleinen Jungen nach Hause zu bringen. Er wurde nicht abgeholt. Doch unter der angegebenen Adresse, findet Cecilia nur ein leerstehendes Haus und beschließt den Jungen mit zu sich nach Hause zu nehmen.

Am nächsten Morgen bringt sie ihn einfach in die Schule. Dort wird sich schon jemand um ihn kümmern. Dumm nur, dass er dort gar nicht zur Schule geht. Nun muss sich Cecilia unangenehmen Fragen stellen…und dann wird auch noch eine Frau tot aufgefunden. Ihr Name war Anni. Ist sie vielleicht die Mutter von Tobias?

Mehr von Anni und ihrer Lebensgeschichte erfahren wir durch ihre Tagebucheinträge. Ihre Reise hat mich emotional sehr ergriffen. Ich war aber auch sehr wütend auf sie. Warum hat sie nicht anders gehandelt?

Tobias kommt auch in einzelnen Kapiteln zu Wort und wir erfahren wie sein junges Leben bisher verlaufen ist. Das hat mich tief berührt und auch erschüttert.

Cecilia, Tobias und Anni müssen irgendwie miteinander in Verbindung stehen, aber ich war mir lange Zeit nicht zu 100% sicher, in welche Richtung es gehen wird.

Durch immer neue Wendungen hält Frau Dahl die Spannung auf einem hohen Level. Schnell habe ich begriffen, dass man Cecilia nicht über den Weg trauen kann. Die Autorin schockte mich immer wieder mit neuen Wahrheiten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Ereignisse und Handlungen authentisch und glaubwürdig. Das Ende war passend, obwohl ich nicht so recht verstanden habe, wie man einer gewissen Person einfach so alles durchgehen lassen konnte. Ab in ein normales Leben und alles ist gut? Ein wichtiges Detail wurde doch übersehen? Doch die Autorin hat auch diesen Punkt noch bedacht und genial gelöst.

Fazit:
„Der Junge“ ist der Debüt Roman der Autorin Alex Dahl. Ich würde es jetzt nicht unbedingt als Psychothriller bezeichnen, aber dieses Buch hat mich unheimlich gut unterhalten. Ein gelungener Auftakt würde ich sagen. Die Charaktere sind toll gezeichnet und ein sich immer schneller drehendes Lügenkarussell macht die Geschichte zu etwas ganz Besonderem.

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!

Andreas Winkelmann: Blinder Instinkt

Ein entführtes Mädchen, ein trauernder Bruder, ein eiskalter Psychopath …

Er sieht dich, er jagt dich, er lässt dich nie mehr fort

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 416 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Ein heißer Sommertag. In einem verwilderten Garten sitzt ein junges Mädchen auf einer Schaukel. Alles rundherum leuchtet in strahlenden Blütenfarben, doch das Mädchen nimmt nichts davon wahr, es ist blind. Dafür spürt es ganz deutlich, dass sich ihm jemand nähert, jemand, von dem etwas zutiefst Böses ausgeht. Es versucht noch wegzulaufen – vergeblich … Jahre später wird Kommissarin Franziska Gottlob zu einem Wohnheim für Kinder gerufen. Wieder ist ein junges Mädchen verschwunden. Das Kind ist blind. Und vom Täter fehlt jede Spur.

Meine Meinung:
Ein kleines Mädchen ist aus einem Heim verschwunden. Sarah ist 8 Jahre alt und blind. Als sie wieder zu sich kommt befindet sie sich an einem Ort der mir die Haare zu Berge stehen lässt. Ein absoluter Alptraum.

Kriminalkommissarin Franziska Gottlob verbringt gerade ein Wochenende bei ihren Eltern, als sie der Anruf erreicht. Sofort nimmt sie die Ermittlungen auf.

Zeitgleich steht der Boxchampion Max Ungemach vor einem wichtigen Kampf. Doch Max ist unkonzentriert. Auf seiner Schulter spürt er eine kleine, unsichtbare Hand. Die Hand seiner kleinen Schwester Sina, die vor zehn Jahren spurlos verschwunden ist. Er schickt seinen Gegner zwar auf die Matte, aber die Erinnerungen an Sina, die heute stärker sind als sonst lassen ihn nicht mehr zur Ruhe kommen.

Ein paar Tage später erhält er einen Anruf von Franziska Gottlob. Sie bittet ihn um ein persönliches Gespräch, denn sie hat Parallelen zwischen ihrem aktuellen Fall und dem von Max’s Schwester festgestellt und hofft auf seine Hilfe.

Sofort sind die beiden sich sympathisch. Franziska löst in Max mehr denn je den Wunsch aus, endlich zu erfahren was damals mit seiner Schwester passiert ist und hofft auf seine langersehnte Rache an dem Menschen, der sein Leben und das seiner Schwester zerstört hat. Und so macht auch Max sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Was sowohl Max als auch Franziska völlig unterschätzen, ist, mit wem sie es zu tun haben.

Schnell erfahre ich wer der Täter ist. Es gefällt mir natürlich auch wenn er mir bis zum Ende verborgen bleibt, aber hier fand ich es trotzdem sehr spannend, ihn plötzlich zu kennen und so auch ganz anders wahrzunehmen.

Wird Franziska ihn auch entlarven? Und wird sie die kleine Sarah lebend finden?

Dieses Buch ist sehr nervenaufreibend gestaltet. Wenn ich an die kleine Sarah denke und was sie für schreckliche Dinge durchmachen muss, ohne sehen zu können, was für Gefahren ihr drohen. Doch darauf möchte ich nicht weiter eingehen, denn den „Wald der tausend ….“, werdet ihr selber kennen lernen wenn ihr das Buch lest.

Die Protagonisten wurden liebevoll gezeichnet. Man lernt die Gefühlswelten der Vergangenheit und Gegenwart kennen. Max ist mir dabei besonders ans Herz gewachsen. „Kannst du mir die Sonne beschreiben?“ Max kann es und hat mich damit zu Tränen gerührt. Seine Geschichte hat mir sogar mehr als einmal Tränen in die Augen getrieben. Das passiert mir bei einem Thriller eigentlich nicht. Seit 10 Jahren leidet er schon unter dem Verlust seiner Schwester und wird von Selbstvorwürfen zerfressen. Und auch die Kriminalkommissarin Franziska war mir super sympathisch.

Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Besonderst nicht, wenn man mit gewissen Phobien zu kämpfen hat. Noch heute muss ich ständig darüber nachdenken was ich da gelesen habe. Echt toll! Das Ende war dann nochmal sehr rasant und auch unheimlich emotional. Es war zwar auch sehr kurz, doch im Epilog erfahre ich alles was ich noch wissen musste.

Fazit:
Ein perfekter Psychothriller, über den ich heute noch nachdenken muss. Herr Winkelmann versteht es, Psychothriller so zu gestalten, dass sie den Leser nicht mehr loslassen. Ein Thriller der mir richtig unter die Haut ging.

„Blinder Instinkt“ ist das vierte Buch, welches ich von Andreas Winkelmann gelesen habe und es ist bisher das Beste von allen. Absolute Leseempfehlung!!!

Andreas Winkelmann: Bleicher Tod

Sie dachten, der Tod wäre das Schlimmste. Sie haben sich getäuscht.

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 384 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Ein junges Mädchen, allein, gefangen in der Dunkelheit. Sie ahnt, dass ihr Leben bald vorbei sein wird – nur um festzustellen, dass es schlimmere Dinge gibt als zu sterben … Derweil erfährt Kriminalkommissarin Nele Karminter von einer erschreckenden Studie: Einer von fünfundzwanzig Menschen hat kein Gewissen, ist ein potentieller Psychopath. Eine Erkenntnis, die sich für Nele bald in blutige Praxis verwandeln wird. Denn kurz darauf wird sie zu einem Tatort gerufen – und zu der grausam entstellten Leiche eines jungen, seltsam bleichen Mädchens …

Meine Meinung:
Vor 2 Jahren habe ich „Tief im Wald und unter der Erde“ von Andreas Winkelmann gelesen. Mir war gar nicht bewusst, dass es sich bei „Bleicher Tod“ um eine Fortsetzung handelt. Um so mehr habe ich mich gefreut von den bereits bekannten Protagonisten zu lesen.

Die junge Frau Miriam Singer ist mit dem Auto auf dem Heimweg und muss aufgrund plötzlicher Halluzinationen anhalten. Als ein fremder Mann ihr Hilfe anbietet, zögert sie zunächst, doch dann geht alles ganz schnell und sie findet sich auf der Rückbank seines Autos wieder.

Aber so einfach macht es Miriam ihrem Entführer nicht und ihr gelingt tatsächlich die Flucht. Beschreiben kann sie ihren Angreifer nicht, aber dafür die örtlichen Begebenheiten. Die Ermittlerin Anou überprüft die Angaben und fährt zu einem ehemaligen Schweinemastbetrieb. Dort entdeckt sie in einem leeren Schweinestall eine grauenhaft entstellte Leiche.

Ist das ein Zufall? Handelt es sich bei dem Entführer und dem Mörder um ein und dieselbe Person?

Das Ermittlerteam Nele Karminter und Anouschka Rossberg stehen vor einem Rätsel. Es beginnen sehr spannende Ermittlungen, die viel Grauen zum Vorschein bringen.

Neben Nele und Anou kommt auch der Privatermittler Alexander Seitz zum Einsatz. Er wurde beauftragt ein verschwundenes Mädchen zu finden.

Während des Lesens bekommt man Einblicke in die verschiedenen Perspektiven. Am Anfang lassen sich absolut keine Zusammenhänge erkennen. Doch so nach und nach wird klar, wie alles miteinander verbunden ist.

Auch mit dem Mörder haben wir schon frühzeitig Kontakt. Ein absolut gestörter Typ. Ich weiß, dass er verheiratet ist und seine Frau nicht gut behandelt, aber ansonsten bleibt mir sein Name bis zum Schluss verborgen.

Wie erkennt man eigentlich einen Psychopathen, wenn er einem auf der Straße, bei der Arbeit oder woanders begegnet?

Für die Kriminalkommissarin Nele Karminter ist das ein sehr wichtiges Thema, denn sie hat tagtäglich mit solch kranken Menschen zu tun. Sie nimmt an einem Seminar bei der Fallanalytikerin Dr. Sternberg teil, wo es genau darum geht. Einer von 25 Menschen ist laut Dr. Sternberg ein Psychopath. Doch wie findet man diesen einen Menschen? Für mich eine absolut gruselige Vorstellung, denn wenn ich die Einwohnerzahl meines Wohnortes nehme, dann befänden sich darunter 273 Psychopathen. Unvorstellbar.

Ich habe schon ein paar Bücher von Herrn Winkelmann gelesen und mag seinen Schreibstil.

Für mich bietet dieses Buch alles was ein guter Thriller braucht.

Die Spannung wird durch viele Perspektivwechsel noch interessanter. Leider waren diese Wechsel nicht gekennzeichnet und so war mir nicht immer direkt klar, wer gerade mit mir spricht, oder wo ich mich als Leser gerade befinde. Aber spätestens nach ein paar Sätzen waren diese kleinen Stolpersteine aus dem Weg geräumt und somit hat es mich nicht weiter gestört.

Fazit:
Ein gelungener Psychothriller, der mir unterhaltsame Lesestunden bereitete. Eine gut durchdachte Story mit toll dargestellten Protagonisten. Nun freue ich mich auf „Blinder Instinkt“.

Rhena Weiss: Gottes rechte Hand

Ein Killer, der seine Opfer mit göttlicher Rache straft, hält Wien in Atem

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 416 Seiten
erschienen: August 2017
Genre: Psychothriller
Preis: 9,99€
Bestellbar: hier

Autorin:
Rhena Weiss, Jahrgang 1969, lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet sie als Sozialpädagogin in Wien. Im Mittelpunkt ihrer Psychothriller-Reihe, die mit dem furiosen Auftakt »Das Böse in euch« begann, steht die Wiener LKA-Ermittlerin Michaela Baltzer.

Klappentext:
Wien: Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Männer auf höchst brutale Weise getötet. Michaela Baltzer und ihr Team vom LKA tappen zunächst im Dunkeln. Doch dann begreifen sie, dass der Mörder eine Art Gottesurteil vollzogen hat. Im Laufe der Ermittlungen zeigt sich das ganze Ausmaß der Mordserie, denn es gehen noch mehr Tote auf das Konto des Täters. Bald weiß Michaela nicht mehr, wem sie trauen kann, denn alle Fäden scheinen bei Bernd Dalisch, dem neuen Kriminalpsychologen des LKA, zusammenzulaufen. Um den Killer zu finden, muss Michaela ihre Prinzipien über Bord werfen und sogar den verurteilten Psychopathen Kilian Weilmann um Hilfe bitten …

Meine Meinung:
Nachdem ich den 1. und 3. Teil der Reihe um Michaela Baltzer schon gelesen habe, durfte der 2. Teil natürlich nicht fehlen.

Michaela ist Kriminalbeamtin des LKA Wien. Zu ihrem Team zählen die resolute Doris und der stille Vincent. Die drei sind wirklich ein toll gezeichnetes Team und ergänzen sich hervorragend. In ihrem neusten Fall müssen sie den Mörder von sehr mysteriösen, grauenvollen Todesfällen finden.

Rhena Weiss steigt im Prolog direkt mit einem grausamen Mord ein. Mein Gott, sowas wünsche ich keinem. Das nächste Opfer lässt auch gar nicht lange auf sich warten. Ein unbekannter Toter wurde in einer Kleingartenanlage aufgefunden. Er kam durch unzählige Wespenstiche ums Leben. Kurze Zeit später reiht sich noch eine Brandleiche zu den Opfern.

Während Michaela mit Hochdruck ermittelt, wird klar, dass ein Serienmörder hinter den grausam verübten Taten steckt. Es handelt sich um eine Art Rachefeldzug und der Täter handelt im Namen Gottes. Doch was verbindet die Toten und was ist das Motiv des Täters?

Die Ermittlungen gehen sehr schleppend voran, doch so nach und nach führen die Spuren bei einem Menschen zusammen, der Michaela sehr nahe steht und sie fürchtet um sein Leben.

„Gottes rechte Hand“ ist ein sehr spannender Thriller. Rhena Weiß bettet das Thema häusliche Gewalt gekonnt in ihren Thriller ein und vermittelt mir wie schwer es vielen Frauen fällt, ihre gewalttätigen Männer zu verlassen und sich Hilfe zu holen.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen. Das finde ich immer toll, denn das lockert die Storys auf und lässt keine lange Weile aufkommen. So kommt neben der Kriminalbeamtin Michaela auch die „rechte Hand Gottes“ zu Wort und schildert, warum und wie sie die Taten begeht.

Obwohl ich recht früh ahnte, wer hinter den Taten steckt, konnte ich mir bis zum Schluss nicht ganz sicher sein, denn es gibt einige Personen, die ein Motiv hätten.
Diesmal hat sich mein Verdacht aber mal bestätigt.

Fazit:
Eine ungewöhnliche Mordserie, spannende Ermittlungen und interessante Schicksale der Protagonisten haben mich total an dieses Buch gefesselt. Es ist Opfern häuslicher Gewalt gewidmet. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und wurde super in die Story integriert. Ich mag die Bücher von Rhena Weiss und empfehle sie euch gerne weiter. Lest die Bücher aber in der richtigen Reihenfolge, damit euch kein Vorwissen fehlt. Ich war wieder absolut begeistert und hoffe auf noch weitere Fälle mit Michaela Baltzer.