Amy Lloyd: Unschuldig

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Du liebst ihn. Du vetraust ihm. Wovor hast du Angst?

Verlag: btb-Verlag
Taschenbuch mit 384 Seiten
Preis: 10,00€
bestellbar hier

Autorin:
Amy Lloyd studierte Englisch und Kreatives Schreiben an der Cardiff Metropolitan University. Mit ihrem Debüt »Unschuldig«, in dem sie ihre Leidenschaft für True Crime und spannende Thriller vereint, gewann sie den Daily Mail First Novel-Wettbewerb. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller, in 19 Länder verkauft. Die Filmrechte gingen an die Produzenten von »Gone Girl« und »Girl in the Train«. Amy Lloyd lebt mit ihrem Partner und zwei Katzen in Cardiff, Wales.

Klappentext:
Dennis ist ein verurteilter Mörder. Sam glaubt an seine Unschuld. Sie und hunderte andere Menschen weltweit kämpfen in einer groß angelegten Kampagne für seine Freilassung. Onlineforen, Dokumentationen, Bücher liefern immer neue Beweise für seine Unschuld. Dennis ist attraktiv, charismatisch, ein Popstar. Trotz der Haft nähern Sam und er sich einander an, es ist die große Liebe, sie heiraten. Und Dennis kommt tatsächlich frei. Doch schon bald ahnt Sam: Das ist nicht der Mann, den sie zu kennen glaubt. Was ist damals wirklich passiert? Hat Dennis sie manipuliert? Wie konfrontierst du deinen Mann, wenn du die Wahrheit eigentlich gar nicht wissen willst?

Wie hat mir das Buch gefallen?
Es beginnt recht ruhig und wir lernen zunächst Sam kennen. Sie lebt in England und ist Lehrerin. Eines Tages sieht sie eine Dokumentation über Dennis der momentan in Amerika im Todestrakt sitzt, weil er ein Kind ermordet haben soll. 

Von vielen anderen Kindern fehlt jede Spur, aber in den Fällen gibt es keine Indizien die zu Dennis führen.

Die Geschichte lässt Sam nicht mehr los. Ständig sieht sie den schönen Dennis vor sich und glaubt fest an seine Unschuld. Sie ist wie besessen, durchforstet Onlineforen und sucht nach neuen Beweisen. Sie schließt sich anderen Menschen an, die alles versuchen um ihn aus dem Gefängnis zu bekommen. 

Als ihr Freund Mark sie schließlich verlässt, baut sie sich ihre eigene kleine Welt auf, die sich nur noch um Dennis dreht und die einzigen Freunde, die sie hat, sind andere User aus den unzähligen Foren.  

Eines Tages nimmt sie all ihren Mut zusammen und schreibt Dennis einen Brief, in der Hoffnung auch Antwort zu bekommen. Und tatsächlich. Ein reger Briefwechsel entsteht. Sam verliebt sich immer mehr und ihm scheint es genauso zu gehen.  

Sam beschließt nach Amerika zu fliegen, um ihren Dennis zu besuchen. Noch im Todestrakt heiraten die beiden schließlich. Hier lernt sie auch seine engste Vertraue Carrie kennen und es entwickelt sich eine sehr gute Freundschaft zwischen den beiden Frauen. 

Dann geht auf einmal alles ganz schnell. Ein anonymer Hinweis geht ein, der auf einen anderen Täter deutet, und Dennis kommt frei.  

Endlich können sich die frisch Vermählten eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Doch irgendwas läuft gar nicht so, wie Sam es sich immer ausgemalt hat. Dennis ist nach seiner Freilassung gar nicht mehr wiederzuerkennen.  

Nun wurde es erstmal ein wenig langatmig. Der Alltag des Paares wird sehr detailliert beschrieben. Und meiner Meinung nach, hätte die Autorin sich hier ein wenig kürzer fassen können. Es war erschreckend zu sehen, wie Dennis Sam behandelt. Zuckerbrot und Peitsche.

So richtig spannend wird es, als Dennis und Sam vorübergehend in sein Elternhaus ziehen, um nach dem Tod des Vaters alles zu regeln. Hier überschlagen sich die Ereignisse und auch wenn die Auflösung für mich schon vorhersehbar war, hat mir das Ende gut gefallen. Überrascht hat mich allerdings der Epilog, denn damit habe ich gar nicht gerechnet.    
 
Das Buch lässt sich durch den angenehmen Schreibstil sehr gut lesen. Mit den Protagonisten bin ich aber leider nicht warm geworden. Da haben wir auf der einen Seite die naive Sam, die ich am liebsten Mal kräftig geschüttelt hätte, damit sie endlich aufwacht und auf der anderen Seite den undurchschaubaren Dennis. Die Charaktere hätten ein wenig mehr ausgeschmückt werden können. 

Fazit:
Die Geschichte und die Idee dahinter fand ich super, doch streckenweise war es sehr langatmig und die spannenden Kapitel kamen etwas zu kurz. Ich habe mich zwar gut unterhalten gefühlt, aber so richtig vom Hocker gerissen hat mich das Buch nicht.

glo – Der Tabak Heater: Erhitzen statt Verbrennen

*Werbung/ PR Sample*

*Dieses Produkt enthält Nikotin und kann süchtig machen. Rauchen ist schädlich für Eure Gesundheit. Wenn Ihr Nichtraucher seid, fangt gar nicht erst damit an.*

Der gloTM Tabak Heater ist eine echte Neuheit. Statt den Tabak zu verbrennen, erhitzt gloTM ihn für einen intensiven Tabakgenuss.

Dies galt es in einem Produkttest, den mir trnd ermöglicht hat, herauszufinden.

Zunächst habe ich meinen gloTM Tabak Heater über den Online-Shop von gloTM bestellt. Derzeit ist der Heater zum Neueinführungspreis exklusiv für 29,00 € statt 59,00 € erhältlich. Und ihr könnt zwischen diesen vier Farben wählen: schwarz, weiß, orange und blau.

Eigentliche hätte ich ihn gerne in orange bestellt, doch leider war diese Farbe nicht verfügbar, deshalb habe ich mich für das blaue Gerät entschieden.

Bereits 2 Tage nach meiner Bestellung ist der gloTM Tabak Heater inklusive Ladekabel und Reinigungsbürste bei mir eingetroffen.

Da ich mich zusätzlich bei gloTM für den Newsletter angemeldet habe, gab es als gratis Zugabe noch die dazugehörigen neoTM Sticks, die derzeit in vier verschiedenen Sorten erhältlich sind.

Tobacco Dark für einen echten und intensiven Tabakgeschmack

Tobacco Bright entfaltet einen cremigen, milden Tabakgeschmack

Yellow Switch Sanfter Tabakgeschmack und wenn du den fruchtig-süßen Geschmack reifer Äpfel im Sommer erleben möchtest – nutze die Clickfunktion im Filter

Red Switch Sanfter Tabakgeschmack und wenn du eine freshe Mischung aus Zitrone & Limette möchtest – dann heißt es wieder Click

Eine Schachtel beinhalten 20 Sticks und ist für 5,00 € erhältlich.

Von trnd gab es auch noch ein Testpaket mit drei Schachteln der neoTM Sticks.

Doch was hat es mit diesem Tabak-Heater eigentlich auf sich? Ich konnte mir zunächst gar nicht so richtig vorstellen wie das funktionieren soll.

Der Heater sieht sehr schick aus und liegt gut in der Hand.

Zunächst muss der Schiebeverschluss, den ihr hier sehen könnt, geöffnet werden.

Nun wird der neoTM Stick bis zur farbigen Linie in den Heizkanal geschoben.

Für den Standard-Modus drückt man nun den Knopf, der auf diesem Bild leuchtet, für drei Sekunden bis das Gerät vibriert. Für den Boost-Modus halte ich den Knopf zwei Sekunden länger gedrückt, bis es 2mal vibriert.

Nun heizt sich das Gerät auf. Im Standard-Modus dauert das ca. 20 Sekunden und im Boost-Modus 15 Sekunden. Sobald der Heater wieder vibriert kann der erste Zug genommen werden.

Eine erneute Vibration kündigt Dir dann die letzten Züge an. Wenn die Anzeige dann erlischt kannst du den Stick entsorgen und die Klappe wieder schließen. Wenn du den Stick nicht bis zum Ende rauchen möchtest musst du ihn trotzdem entsorgen, denn ein weiteres mal kann dieser nicht erhitzt werden. Eine Session kann man mit einer normalen Zigarettenlänge vergleichen.

Wie finde ich dieses Gerät und was sagen meine Mittester?

Ich weiß gar nicht so richtig wie ich es ausdrücken soll. Die Idee hinter dem Tabak-Heater finde ich eigentlich gar nicht so schlecht. Ob das jetzt nun gesünder ist oder nicht, darüber brauchen wir gar nicht diskutieren. Am besten man lässt das Rauchen ganz sein.

Ein tolles Geschmackserlebnis empfinde ich aber absolut nicht mit diesem Gerät. Die neoTM Sticks sind eher zum Abgewöhnen gut. Anfangs habe ich gedacht, vielleicht mache ich irgendwas falsch. So kann das doch nicht schmecken. Wie soll ich Euch den Geschmack beschreiben? Mein Mann meinte: „Schmeckt als würde man verbranntes Papier rauchen.“

Wir habe alle vier Sorten durchprobiert, in der Hoffnung, dass es besser wird. Aber es wurde nicht besser. Die einzige Sorte, die halbwegs genießbar war, waren die Red Switch. Hier wurde dieser eigenartige Tabakgeschmack ein wenig vom Zitronengeschmack überdeckt.

Durch das Erhitzen wird das Gerät sehr heiß und zeitweise sind auch die Sticks sehr heiß, sodass man gar nicht richtig daran ziehen kann.

Fazit:

Das Design finde ich sehr ansprechend und die Handhabung ist sehr einfach.

Mir persönlich dauert es aber zu lange bis ich den ersten Zug nehmen kann. Das wäre aber jetzt kein Grund diesen Heater nicht zu kaufen, denn ein wenig Geduld kann auch ich aufbringen.

Durchgefallen ist das Gerät allerdings bei der Dampfentwicklung und beim Geschmack.

So schön wie der gloTM Tabak Heater auch aussieht, aber für mich und meinen Mann ist das Rauchergebnis absolut unbefriedigend.

Auch meine Mittester konnte dieser Tabak-Heater nicht überzeugen. Alle waren sich einig, dass der Geschmack nichts ist.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit trnd und ist deshalb mit Werbung gekennzeichnet. Der Inhalt und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst. Weitere Infos findet ihr hier: >>KLICK*<<

*Link führt zur Partner-Website

Sophie Andresky: LoveCoach

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Sex und Liebe in Zeiten von Social Media

Verlag: Heyne-Hardcore
Klappenbroschur mit 304 Seiten
Preis: 15,00€
bestellbar hier

Autorin:
Sophie Andresky, geboren 1973, lebt als freie Autorin in Berlin. Mit dem Bestseller Vögelfrei und den folgenden Romanen wurde sie zur erfolgreichsten Erotik-Autorin Deutschlands. Ihre Artikel erschienen in zahlreichen Magazinen, derzeit schreibt sie für den Playboy.

Klappentext:
Karla steht vor der schwierigsten Aufgabe in ihrer Karriere als Liebes-Doc und selbsternannter Sexpertin: Sie muss mit ihrem eigenen Liebeskummer fertig werden. Also wagt sie den erotischen Selbstversuch: Sie installiert die angesagte neue Dating-App »Lovecoach« und hält sich an den Ratschlag, den sie ihren Kundinnen immer gibt: Zehn erste sexuelle Male, so ihre These, dann ist man frei und kann sich ohne Groll entscheiden, wie man weiter leben und lieben möchte. Statt an love-eat-pray glaubt Karla an lick-pet-fuck. Aber zwischen Theorie und Praxis besteht ein Unterschied, wie Karla schnell feststellen muss.

Ich habe gelesen:
In LoveCoach geht es um die vier Freundinnen Karla, Tilda, Fine und Mieze.

Karla kümmert sich um Menschen die Probleme in Sachen Liebe haben. Sie ist sowas wie eine Liebeskummerberaterin.

In ihrem Job ist sie echt gut, doch plötzlich steht sie vor ihrem eigenen Liebesaus. Ihr langjähriger Freund verschwindet von heute auf morgen, ohne einen Grund zu nennen. Nun ist sie diejenige, die Hilfe braucht.

Karla sucht Ablenkung und stößt dabei auf die App „Lovecoach“. Mit Hilfe dieser App will sie zehn erste sexuelle Male erleben, in der Hoffnung sich von ihrem Liebeskummer befreien zu können. Doch wird das klappen?

Tilda lebt in einer Kommune. Sex ist hier tabu, bis auf wenige Tage im Jahr, wo alle übereinander herfallen dürfen. Doch keusch zu leben ist nichts für sie und so schleicht sie sich nachts raus um ihre sexuellen Fantasien auszuleben.

Fine verdient ihr Geld als Influencerin mit sehr außergewöhnlichen Fotostrecken. Sie tut sich sehr schwer damit Männer zu treffen und greift daher auf andere Mittel zurück. Doch die Erfüllung ist es für sie nicht.

Mietze ist lesbisch und mit einer untreuen Frau verheiratet.

Da haben wir nun unsere vier Freundinnen mit ihren Problemen. Mieze die ihre Ehe retten will, Karla die versucht über die Trennung hinweg zu kommen, Tilda in ihrer kleinen Kommune und Fine die in ihrer eigenen Fantasiewelt lebt.

Die Charaktere sind toll gezeichnet und ich habe es genossen in die Leben jeder einzelnen abzutauchen. Vier Frauen die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch so eine tolle Freundschaft zueinander pflegen. Alle haben unterschiedliche sexuelle Neigungen und leben ihre Fantasien offen und ohne Tabus aus.

Ich bin ohne große Erwartungen an diesen erotischen Roman ran gegangen, da solche Bücher meist keine tiefgründigen Handlungen haben.

Doch die Autorin hat mich nicht nur mit vielen erotischen Szenen überrascht, sondern das Ganze mit einer guten Geschichte abgerundet.

Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel mit einem Lovecoach-Tipp beginnt. Schöne Idee!

So begab ich mich nun auf eine sexuelle Reise durch diesen Roman.

Der Schreibstil der Autorin ist echt Klasse. Absolut direkt und gerade heraus. Die erotischen Szenen sind so detailliert beschrieben, dass es gar nicht mehr viel Fantasie braucht um das Kopfkino zu starten.

Fazit:
Dieses Buch ist die perfekte Mischung aus sehr viel Erotik, Spannung, ein wenig Humor und vielen Gefühlen.

Gerne möchte ich noch mehr von Sophie Andresky lesen und freue mich auf weitere erotische Abenteuer.

Zora Neale Hurston: Barracoon

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven

Verlag: Peguin Verlag
Hardcover mit 224 Seiten
Preis: 20,00€
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Zora Neale Hurston (1891-1960), ist eine der wichtigsten afroamerikanischen Autorinnen des vergangenen Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman „Their Eyes Were Watching God“ („Vor ihren Augen sahen sie Gott“), der 1937 erschien und 2005 von „Time Magazine“ unter die 100 besten englischsprachigen Romane nach dem Ersten Weltkrieg gewählt wurde.

Klappentext:
„Barracoon“ ist der einmalige Zeitzeugenbericht des letzten Überlebenden des Sklavenhandels, der 2018 in den USA erstveröffentlicht wurde und dort wegen seiner berührenden, ungeschminkten Erzählung und authentischen Sprache Aufsehen erregte und zum Bestseller wurde. „Barracoon“ erzählt die wahre Geschichte von Oluale Kossola, auch Cudjo Lewis genannt, der 1860 auf dem letzten Sklavenschiff nach Nordamerika verschleppt wurde. Die große afroamerikanische Autorin Zora Neale Hurston befragte 1927 den damals 86-Jährigen über sein Leben: seine Jugend im heutigen Benin, die Gefangennahme und Unterbringung in den sogenannten „Barracoons“, den Baracken, in die zu verkaufende Sklaven eingesperrt wurden, über seine Zeit als Sklave in Alabama, seine Freilassung und seine anschließende Suche nach den eigenen Wurzeln und einer Identität in den rassistisch geprägten USA.

Ich habe gelesen:
90 Jahre unveröffentlicht. „Barracoon“ ist der authentische Bericht des Cudjo Lewis, aufgezeichnet von der bedeutenden afroamerikanischen Autorin Zora Neale Hurston. Schade das sie die Veröffentlichung nicht mehr erlebt hat.

Das Buch ist etwas Besonderes, denn hier handelt es sich um die selbst erzählte Geschichte eines Menschen, der berichtet wie er aus Afrika entführt wurde, verraten von den eigenen Landsleuten. Wie er zum Sklaven wurde und wie sein Leben nach der Abschaffung der Sklaverei verlaufen ist.

Kossolas Heimatdorf wurde bei Nacht von einem kriegerischen Stamm der afrikanischen Westküste überfallen. Vielen wurden die Köpfe abgeschlagen und junge Frauen und Männer wurden gefangen genommen. Nach einem tagelangen Marsch wurden die Gefangenen in Barracken (Barracoons) gesperrt, um dann an amerikanische Menschenschmuggler verkauft zu werden.

Die Autorin hat sich für einen sehr außergewöhnlichen Schreibstil entschieden. Sie lässt Oluale Kossola, auch Cudjo Lewis genannt, selbst sprechen und verändert seine sehr ungewöhnliche Sprachmelodie nicht. Das hat mir gut gefallen und mich auch einige Male, trotz der traurigen Geschichte, zum Schmunzeln gebracht.

Wenn Cudjo z.B. seine Schilderungen regelmäßig mit einem „ogottogott“ unterbricht, sehe ich den alten Mann regelrecht vor mir auf seiner Veranda sitzen.

Auch schön zu lesen wenn Cudjo seine Erzählungen plötzlich unterbricht und Zora einfach weg schickt und dann sagt: „Komm aber nicht vor Samstag wieder!“ Herrlich!

Cudjo erzählt allerdings weniger von seiner Zeit als Sklave, die fünfeinhalb Jahre anhielt. Mehr Raum nehmen die Kindheitserinnerungen und die Zeit nach der Sklaverei ein.

In meinen Augen ist Cudjo viel zu kurz gekommen. Gerne hätte ich mehr aus seinem Mund erfahren.

Mir war nicht bewusst, dass viele afrikanische Stämme sich ausschließlich über den Menschenhandel finanzierten. Das es Schwarze waren, die andere Schwarze in die Sklaverei verkauft haben. Unfassbar.

Als besonders grausame Lebensphase wird die Sklaverei nicht beschrieben, obwohl das sicher der Fall war. Warum eigentlich nicht? Viel grausamer fand ich die Berichte von der Zeit danach.

Die Freilassung 1965 in einem Land, das nicht seine Heimat war und in dem er immer „der Afrikaner“ blieb.

Doch wie frei ist man wirklich, fernab der Heimat ohne finanzielle Mittel? Von den Weißen erfuhren die Befreiten Rassismus. Von den schwarzen Amerikanern wurden sie als unzivilisierte Wilde beschimpft, die der englischen Sprache nicht mächtig waren.

Cudjo und seine Mitbefreiten gründeten „Africatown“, wo sie versuchten, nach den Regeln und Gesetzen der alten Heimat zu leben. Cudjo heiratete und bekam mit seiner Frau sechs Kinder.

Doch verliert er nach und nach alle seine Kinder und schließlich stirbt auch seine Frau. Eine wirklich sehr traurige Lebensgeschichte.

Sein ganzes Leben wollte Cudjo zurück nach Afrika. Doch haben seine Füße nie wieder das Land seiner Ahnen betreten.

Fazit:
Ich hatte etwas andere Erwartungen an dieses Buch, denn es beinhaltet nicht nur das Interview mit Cudjo, dieses macht den eher sehr kleinen Teil des Buches aus. Mehr Platz übernimmt die Einleitung, Vorworte, ein Nachwort und zahlreiche Anmerkungen.

Bei dieser Lektüre handelt es sich eher um eine Fachpublikation. Das sollte sich der Leser vorher bewusst machen.

Mir war das nicht bewusst, sonst hätte ich dieses Buch nicht gelesen. Das heißt aber nicht, dass es schlecht ist. Es ist halt einfach nicht nach meinem Geschmack. Mir hätte es besser gefallen, wenn ich nur Cudjo seine Geschichte gelesen hätte.

Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom

Phänomen Serienmord – Warum Serienmörder töten?

Verlag: Piper
Preis: 11,00€
kaufen

Autor:
Stephan Harbort, geboren 1964, lebt in Düsseldorf, ist erfahrener Kriminalist, langjähriger Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Düsseldorf und führender Serienmord-Experte. Er sorgte mit seiner sensationellen Entwicklung des empirischen Täterprofils europaweit für Aufsehen und ist ein gefragter Berater für TV-Dokumentationen und Krimiserien.

Klappentext:
Dank Hollywood gilt Hannibal Lecter als Inbegriff des infernalischen Serienkillers. Doch wer sind diese Täter in der Wirklichkeit? Der Kriminalexperte Stephan Harbort hat zahlreiche von ihnen in ihren Hochsicherheitszellen besucht und interviewt, um Motivation, Tathergang und Täterprofil zu erforschen.

Er befasste sich mit allen 75 deutschen Serienmördern seit 1945 – eine aufschlussreiche und schockierende Dokumentation, aus der man viel über die Psyche solcher Täter erfährt.

Ausführlich und spannend erzählt, erklärt der Kriminalist Harbort die abstoßende und zugleich faszienierende Wirkung des Phänomens Serienmord.

Ich habe gelesen:
Hannibal Lecter ist den meisten von uns aus dem Fernsehen bekannt.

Er ist aber nicht das einzige Monster, welches die Filmbranche erschaffen hat und es gab Zeiten, da habe ich wirklich gelaubt: „Das gibt es ja zum Glück nicht in der realen Welt.“

Doch leider ist uns das Grauen oft näher als man denkt. Doch wer sind diese Täter in der Wirklichkeit?

In diesem Buch berichtet der Kriminalexperte Stephan Harbort was diese Menschen antreibt/ angetrieben hat. Wie sind sie zu dem geworden was sie sind, nämlich zu Serienmördern. Er hat zahlreiche von ihnen in ihren Hochsicherheitszellen besucht, interviewt und durchleuchtet.

Wann und warum wird ein Mörder zu einem Serienkiller und welch grausige Taten haben sie begangen?

Herr Harbort zeigt, dass augenscheinlich normale Menschen die schlimmsten Verbrechen verübt haben. Es ist erschreckend welche Einflüsse jemanden dazu bringen anderen Menschen weh zu tun und auf welch abscheuliche Weise die Taten begangen werden.

Genauso beängstigend ist es zu wissen, dass manche Täter es schaffen jahrelang unentdeckt zu bleiben.

Viele „Serienmörder“ haben als Kinder viel Leid erfahren, nie Anerkennung bekommen, wurden abgelehnt, waren einsam und verzweifelt. Bei wieder anderen wurden auch Hirnanomalien festgestellt.

So kann man zwar nicht die Taten verstehen, aber nachvollziehen wie eine Person zu einem solchen „Monster“ werden konnte.

Doch gibt es auch Menschen die ebenso viel Leid erfahren haben und dennoch nicht mordend durch die Welt gereist sind. Was unterscheidet diese also voneinander?

Sie tun, was wir uns in unseren tiefsten Abgründen höchstens zu fantasieren wagen. Das macht die Faszination dieses Buches aus. Wir leugnen diese Abgründe in uns, doch bin ich der Meinung das in jedem von uns diverses Böses steckt, wobei wir uns nicht wagen würden, dieses Böse raus zu lassen.

Und natürlich muss dieses Böse nicht bedeuten, dass ich einen Menschen töten will, sondern gibt es auch andere Arten von Böse sein.

Es ist wirklich fürchterlich zu lesen, zu was manche Menschen fähig sind und was sie während ihrer Taten empfinden, aber dennoch wollen wir es lesen, oder auch Dokumentationen dazu sehen. Warum frage ich Euch?

Weil uns diese Sorte Menschen, trotz der Grausamkeiten, faszinieren. Deshalb bin ich Dankbar für Lektüre wie diese.

Fazit:
Ich bin ein Fan von „True Crime“ und habe schon unzählige Dokumentationen gesehen und Bücher gelesen. Vor einiger Zeit habe ich mir erstmalig ein Buch von Stephan Harbort zugelegt und bin begeistert.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Die Kombination der Fallschilderungen und der persönlichen Geschichten der Täter macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Von vielen Mörder/innen habe ich noch nie etwas gehört und war ziemlich fassungslos über manche Taten. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und das finde ich auch gut so. Hier wird nichts schön geredetet, sondern die Fakten kommen klar auf den Tisch.

Ich habe bereits ein weiteres Buch von Herrn Harbort gelesen. „Aus reiner Mordlust“. Auch ganz toll geschrieben und es werden noch einige folgen, die schon auf meiner Mussichnochlesen-Liste stehen.