Olivia Monti: Sterbewohl

Vor kurzer Zeit hat die liebe Olivia mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihren neuen Kriminalroman zu besprechen.

Immer auf der Suche nach neuen, spannenden Büchern, habe ich natürlich nicht nein gesagt.

Taschenbuch mit 220 Seiten
Genre: Kriminalroman
Preis: 9,99€
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Autorin:
Olivia Monti (im realen Leben Olivia Kleinknecht), 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten.
Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Königshausen & Neumann.
1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil.
Olivia Monti ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich.

Klappentext:
Entschlummere sanft mit Sterbewohl. Empfohlen vom Gesundheits-minister.
Deutschland ist nur noch eine Scheindemokratie. Der Staat veranstaltet neuerdings für ältere Menschen Sterbeseminare in Luxushotels. Ihnen soll dort schmackhaft gemacht werden, Sterbewohl, eine tödliche Pille, zu schlucken, um beizeiten die Allgemeinheit zu entlasten.
Nadja, Anna, Max und Fred sind über 65 und in hellem Aufruhr. Alle vier haben vom Gesundheitsministerium eine Einladung zum Sterbeseminar ins komfortable Hotel Paradies auf Fehmarn erhalten. Offiziell ist das Einnehmen von Sterbewohl zwar freiwillig. Wie manche munkeln, kehrt aus den Hotels aber niemand mehr zurück.

Ich habe gelesen:
Der Tod zum Wohle eines finanziell angeschlagenen Staates? Alte Menschen werden nur noch als Belastung angenommen und sollen, wenn es nach dem Staat geht, ihrem Leben ‚freiwillig‘ ein Ende setzen.

Nadja ist gerade mal 65 Jahre alt, als sie eine Einladung zu einem Sterbeseminar erhält. Doch sie ist nicht die Einzige. Auch ihre Freunde Anna, Max und Fred bekommen diese Einladung.

Man erhält die Chance zwei Wochen in einem Luxushotel auf Fehmarn zu verbringen. Dort kann man sich dann überlegen, ob man seinem Leben ein Ende setzen möchte, ehe man pflegebedürftig wird und den Mitmenschen nur noch zur Last fällt.

Sollte man sich aber gegen den Tod entscheiden, kann man auch jederzeit wieder nach Hause zurückkehren.

Die Rentner sind skeptisch. Auch wenn das alles freiwillig ablaufen soll, von einem solchen Seminar ist scheinbar noch nie jemand zurückgekehrt. Die Senioren entscheiden sich für die Reise, aber nicht mit dem Gedanken dem Leben schon eine Ende zu setzen. Sie wollen herausfinden was dort vor sich geht.

Dabei entdecken sie, dass die Realität noch viel schlimmer ist als ihre Vorstellung.

In dem Luxushotel angekommen, genießen die vier viele Annehmlichkeiten und zunächst scheint alles eher harmlos zu sein. Natürlich versuchen die Hotelbetreiber ihre Gäste zu manipulieren. Gruppengespräche, Einzelgespräche und Filmabende führen den älteren Menschen immer wieder vor Augen, wie fürchterlich es werden kann, wenn man nicht mehr kann wie man will. Da sei es doch besser zu gehen, bevor es soweit ist. Wir schlucken eine tödlichen Pille und alles ist gut. Wir liegen dem Staat nicht auf der Tasche und unsere Familienangehörigen werden nicht verpflichtet sich um uns zu kümmern, wenn es nicht mehr geht.

Olivia Monti hat sehr provokative Inhalte in „Sterbewohl“ verarbeitet. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und die Erzählperspektive aus Sicht von Nadja war passend.

Man spürt während des Lesens die Angst und Verzweiflung, welche von den Protagonisten ausgeht und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.

Werden die vier das Hotel wieder lebend verlassen können?

Fazit:
Diese Geschichte ist zwar fiktiv, aber sie lässt einen aufhorchen. Ein sehr ruhiges, aber dennoch unheimlich spannendes Buch, welches mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Wie wird es sein, wenn ich alt bin? Die Mischung aus politischem Skandal und Spannung hat mich total fasziniert.

Jenny Blackhurst: Das Böse in deinen Augen

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?

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Verlag: BASTEI LÜBBE 
Taschenbuch mit 431 Seiten
Ersterscheinung: April 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 11,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Jenny Blackhurst lebt in Shropshire, England. Sie ist 29 Jahre alt, verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn. Sie arbeitet als Systemadministratorin für die Feuerwehr, und in ihrer Freizeit schreibt sie an ihrem zweiten Roman.

Klappentext:
Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das eine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust – und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen…

Ich habe gelesen:
Imogen kehrt nach vielen Jahren, zusammen mit ihrem Mann Dan, in ihren Heimatort zurück, um nach dem Tod ihrer Mutter in ihr Geburtshaus zu ziehen. Ganz Wohl ist ihr nicht dabei, denn eigentlich wollte sie nie mehr zurück nach Gaunt. Mit diesem Ort verbindet sie nichts Gutes, da sie alles andere hatte, als eine schöne Kindheit.

Dan hingegen freut sich auf das Landleben und hofft nun endlich eine Familie mit Imogen gründen zu können.

Als Imogen ihre neue Stelle in Gaunt antritt bekommt sie den Fall der elfjährigen Ellie auf den Tisch. Ellie hat bei einem Brand ihre Eltern und ihren kleinen Bruder verloren und lebt nun bei einer Pflegefamilie.

Ellie muss sich gegen Anschuldigungen ihrer Schulkameraden und des ganzen Dorfes zur Wehr setzen, denn immer wenn sie wütend wird und Drohungen ausstößt, passieren schreckliche Dinge. Steckt etwas Paranormales dahinter, oder gibt es für alles eine logische Erklärung?

In einer spannenden Geschichte erleben wir, wie Ellie mit den Anfeindungen klar kommen muss. Nur ihre Pflegeschwester Mary und Imogen bieten ihr Halt.

Doch ist das kleine Mädchen wirklich so unschuldig?

Ellie hat mir einfach nur leid getan und ich verfluchte die Kleinstädter für ihr mieses Verhalten. Doch so nach und nach war ich mir nicht mehr so sicher, ob doch was Wahres an den Anschuldigungen dran ist, denn so viel Unglück kann einer einzelnen Person nicht passieren.

Auch Ellie selbst, zweifelt oft an ihren Handlungen und weiß nicht, wie alles zusammenhängt. Selbst Imogen, die von Anfang an auf der Seite von Ellie stand, beginnt durch gewisse Umstände an ihr zu Zweifeln.

Glaubt ihr an Paranormales?

Die Protagonisten sind sehr detailliert gezeichnet und ich konnte mich in jeden einzelnen hineinversetzen.

Die Autorin schafft es die Spannung bis zum Ende des Buches aufrecht zu halten und es gibt sogar noch eine überraschende Wendung, mit der ich so nicht gerechnet hatte.

Fazit:
Ein sehr fesselnder Psychothriller, der mich bis zum Schluss begeistert hat. Haben wir  es hier mit etwas Paranormalen zu tun, oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?

Bei mir gehen beide Daumen nach oben für diese tolle Story.