Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom

Phänomen Serienmord – Warum Serienmörder töten?

Verlag: Piper
Preis: 11,00€
kaufen

Autor:
Stephan Harbort, geboren 1964, lebt in Düsseldorf, ist erfahrener Kriminalist, langjähriger Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Düsseldorf und führender Serienmord-Experte. Er sorgte mit seiner sensationellen Entwicklung des empirischen Täterprofils europaweit für Aufsehen und ist ein gefragter Berater für TV-Dokumentationen und Krimiserien.

Klappentext:
Dank Hollywood gilt Hannibal Lecter als Inbegriff des infernalischen Serienkillers. Doch wer sind diese Täter in der Wirklichkeit? Der Kriminalexperte Stephan Harbort hat zahlreiche von ihnen in ihren Hochsicherheitszellen besucht und interviewt, um Motivation, Tathergang und Täterprofil zu erforschen.

Er befasste sich mit allen 75 deutschen Serienmördern seit 1945 – eine aufschlussreiche und schockierende Dokumentation, aus der man viel über die Psyche solcher Täter erfährt.

Ausführlich und spannend erzählt, erklärt der Kriminalist Harbort die abstoßende und zugleich faszienierende Wirkung des Phänomens Serienmord.

Ich habe gelesen:
Hannibal Lecter ist den meisten von uns aus dem Fernsehen bekannt.

Er ist aber nicht das einzige Monster, welches die Filmbranche erschaffen hat und es gab Zeiten, da habe ich wirklich gelaubt: „Das gibt es ja zum Glück nicht in der realen Welt.“

Doch leider ist uns das Grauen oft näher als man denkt. Doch wer sind diese Täter in der Wirklichkeit?

In diesem Buch berichtet der Kriminalexperte Stephan Harbort was diese Menschen antreibt/ angetrieben hat. Wie sind sie zu dem geworden was sie sind, nämlich zu Serienmördern. Er hat zahlreiche von ihnen in ihren Hochsicherheitszellen besucht, interviewt und durchleuchtet.

Wann und warum wird ein Mörder zu einem Serienkiller und welch grausige Taten haben sie begangen?

Herr Harbort zeigt, dass augenscheinlich normale Menschen die schlimmsten Verbrechen verübt haben. Es ist erschreckend welche Einflüsse jemanden dazu bringen anderen Menschen weh zu tun und auf welch abscheuliche Weise die Taten begangen werden.

Genauso beängstigend ist es zu wissen, dass manche Täter es schaffen jahrelang unentdeckt zu bleiben.

Viele „Serienmörder“ haben als Kinder viel Leid erfahren, nie Anerkennung bekommen, wurden abgelehnt, waren einsam und verzweifelt. Bei wieder anderen wurden auch Hirnanomalien festgestellt.

So kann man zwar nicht die Taten verstehen, aber nachvollziehen wie eine Person zu einem solchen „Monster“ werden konnte.

Doch gibt es auch Menschen die ebenso viel Leid erfahren haben und dennoch nicht mordend durch die Welt gereist sind. Was unterscheidet diese also voneinander?

Sie tun, was wir uns in unseren tiefsten Abgründen höchstens zu fantasieren wagen. Das macht die Faszination dieses Buches aus. Wir leugnen diese Abgründe in uns, doch bin ich der Meinung das in jedem von uns diverses Böses steckt, wobei wir uns nicht wagen würden, dieses Böse raus zu lassen.

Und natürlich muss dieses Böse nicht bedeuten, dass ich einen Menschen töten will, sondern gibt es auch andere Arten von Böse sein.

Es ist wirklich fürchterlich zu lesen, zu was manche Menschen fähig sind und was sie während ihrer Taten empfinden, aber dennoch wollen wir es lesen, oder auch Dokumentationen dazu sehen. Warum frage ich Euch?

Weil uns diese Sorte Menschen, trotz der Grausamkeiten, faszinieren. Deshalb bin ich Dankbar für Lektüre wie diese.

Fazit:
Ich bin ein Fan von „True Crime“ und habe schon unzählige Dokumentationen gesehen und Bücher gelesen. Vor einiger Zeit habe ich mir erstmalig ein Buch von Stephan Harbort zugelegt und bin begeistert.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Die Kombination der Fallschilderungen und der persönlichen Geschichten der Täter macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Von vielen Mörder/innen habe ich noch nie etwas gehört und war ziemlich fassungslos über manche Taten. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und das finde ich auch gut so. Hier wird nichts schön geredetet, sondern die Fakten kommen klar auf den Tisch.

Ich habe bereits ein weiteres Buch von Herrn Harbort gelesen. „Aus reiner Mordlust“. Auch ganz toll geschrieben und es werden noch einige folgen, die schon auf meiner Mussichnochlesen-Liste stehen.