Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur

Ist dieser Täter schlauer als die Polizei?
Der zehnte Fall für Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen

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Verlag: Fischer
Taschenbuch mit 528 Seiten
Erschienen im Februar 2016
Genre: Kriminalroman
Preis: 10,99€
Bestellbar: hier

Autor:
Klaus-Peter Wolf, geboren am 12.01.1954, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norden (Ostfriesland). Seine Fernsehfilme wurden oft zu Einschaltquotenhits. Für sein Drehbuch zum Fernsehfilm „Svens Geheimnis“ erhielt er 1996 den Rocky Award for best made TV-movies (Kanada) und den Erich-Kästner-Preis (Berlin-Babelsberg), sowie 1998 den Magnolia Award Shanghai für das beste internationale Drehbuch. Den Anne-Frank-Preis erhielt er 1985 für Buch und Film Die Abschiebung (Amsterdam). Klaus-Peter Wolf gilt als leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Seine Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt und über 9 Millionen mal verkauft. Zusammen mit seiner Ehefrau und seiner Tochter Maxi Wolf produziert Klaus-Peter Wolf in letzter Zeit gern CDs für Kinder. Sie erscheinen im Jumbo-Verlag und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Klappentext:
Als der Postbote an diesem Morgen bei Ubbo Heide klingelt, bringt er ein großes Paket. Darin liegt ein abgetrennter Kopf. Es ist der Kopf eines Menschen, den Ubbo Heide kennt. Jahrelang hat er versucht, ihn seiner Taten zu überführen, doch am Ende mussten die Gerichte ihn laufenlassen. Dann findet man einen zweiten Kopf. Auch diesem Toten konnte man damals die Tat nicht nachweisen. Ann Kathrin Klaasen beschleicht zunehmend das Gefühl, dass der Täter ihnen immer einen Schritt voraus ist. Fast scheint es so, als ob er aus ihren eigenen Reihen kommt. Ann Kathrin ahnt, wer das nächste Opfer sein wird. Kann sie dem Täter eine Falle stellen?
Auch der fulminante zehnte Band der Mega-Bestsellerserie mit Ann Kathrin Klaasen beweist wieder einmal mehr, dass Klaus-Peter Wolf zu den Spitzenautoren in Deutschland gehört.

Ich habe gelesen:
Der ehemalige Krippochef Ubbo Heide sitzt seit einem Messerangriff im Rollstuhl und hat angefangen Bücher über seine ungelösten Kriminalfälle zu schreiben. Dem ersten erfolgreichen Buch soll schon bald ein weiteres folgen.

Doch mittlerweile bereut er die Veröffentlichung seines Buches, denn ein Unbekannter scheint einen ganz besonderen Rachefeldzug zu planen und kümmert sich auf eine ganz besondere Art und Weise um die ungelösten Fälle.

Gleich zu Beginn bekommt Ubbo Heide ein Paket mit einem abgetrennten Kopf darin. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen Tatverdächtigen. Eigentlich wollte Ubbo seinen Ruhestand genießen und nun findet er sich plötzlich mitten in den Ermittlungen wieder.

Währenddessen hat Martin Büscher die Nachfolge von Ubbo Heide angetreten. Eine unfreiwillige Beförderung, aber Büscher nimmt diese Herausforderung an und muss schnell feststellen, dass die Ostfriesen ein sehr spezielles Völkchen sind und er in der Rangfolge weit unter Ann Kathrin Klaasen und Ubbo Heide eingeordnet wird.

Doch das sollte erstmal seine kleinste Sorge sein, denn das Ermittlerteam hat alle Hände voll zu tun einen skrupellosen Verbrecher zu jagen und der scheint den Beamten auch immer einen Schritt voraus zu sein. Bald muss das Team erkennen, dass sich der Täter anscheinend mitten unter ihnen befindet.

Doch was will der Mörder? Kämpft er gegen das Scheitern der Justiz? Will er nur Gerechtigkeit? Oder ist er ein Serienmörder wie jeder andere?

Im Wechsel wird aus Sicht der Ermittler und eines namenlosen Täters berichtet.

Herr Wolf hat uns hier einen wirklich sehr spannenden Fall präsentiert und die zügig geführten Ermittlungen halten einige interessante Wendungen bereit. Das Thema ist gut gewählt, denn Justizirrtümer gibt es ja leider auch in der Realität. Doch wie geht man damit um? Wie muss sich ein Ermittler fühlen, wenn ein offensichtlicher Täter nicht verurteilt werden kann? Darf man mit einem Unbekannten sympathisieren der für Gerechtigkeit selbst zum Mörder wird?

Die Charaktere sind toll gezeichnet. Es gibt mal keinen Ermittler mit Alkohol- oder Beziehungsproblemen, sodass man sich voll und ganz auf den Fall konzentrieren kann.

Besonders sympathisch war mir Ann Kathrin Klassen. Eine zielstrebige Ermittlerin mit einem guten Bauchgefühl.

Einzig mit Rupert hatte ich ein Problem. Er hat sich nicht im Griff und er ging mir auch mit seinem Machogehabe tierisch auf den Sack. Für mich unverständlich warum der überhaupt noch im Polizeidienst ist.

Fazit:
Ostfriesenschwur war mein erstes Buch von Klaus-Peter Wolf und ich war begeistert. Es gab zwar auch einige Längen und manche Szenen empfand ich als etwas überzogen, dennoch wurde ich sehr gut unterhalten. Ein spannender Ostfriesenkrimi mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor. Dies war bereits der 10. Fall für Ann Kathrin Klaasen und auch wenn ich die Vorgänger nicht kenne, hatte ich keine Probleme in die Geschichte abzutauchen. Meine Daumen gehen hoch!

Alex Dahl: Der Junge

Kann mann sich ein schönes Leben auf Lügen aufbauen?

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 464 Seiten
erschienen: Januar 2019
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autorin:
Alex Dahl ist halb Norwegerin, halb Amerikanerin und lebt in Norwegen und London. Sie ist eine entfernte Verwandte von Roald Dahl, spricht fließend Deutsch und Französisch und hat einen Master in Kreativem Schreiben.

Klappentext:
Cecilia Wilborg führt ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Sie wohnt mit ihrem erfolgreichen Mann und den gemeinsamen Töchtern in einer friedlichen und wohlhabenden Kleinstadt in Norwegen. Doch eines Tages wird sie gebeten, sich um einen kleinen Jungen zu kümmern, der plötzlich in der örtlichen Schwimmhalle aufgetaucht ist. Keiner weiß, wo Tobias herkommt oder wer er ist. Dann wird eine tote Frau gefunden, die man für seine Mutter hält. Aber Tobias kommt auch Cecilia merkwürdig vertraut vor. Hat sie ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt? Und wie weit ist sie bereit zu gehen, um es zu schützen?

Meine Meinung:
Cecilia Wilborg lebt mit Ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in einer idyllischen Kleinstadt in Norwegen. Sie führt, nach außen hin, ein perfektes Leben. Aber ist es wirklich so perfekt?

Cecilia war mir von Anfang an total unsympathisch. Ihre Ansichten und ihr Verhalten waren für mich nicht nachvollziehbar. Ihr ganzes Leben ist eine Fassade und diese beginnt ab dem Zeitpunkt zu bröckeln, als Tobias in ihre Leben tritt.

Nach einem Schwimmbadbesuch wird sie gebeten, einen kleinen Jungen nach Hause zu bringen. Er wurde nicht abgeholt. Doch unter der angegebenen Adresse, findet Cecilia nur ein leerstehendes Haus und beschließt den Jungen mit zu sich nach Hause zu nehmen.

Am nächsten Morgen bringt sie ihn einfach in die Schule. Dort wird sich schon jemand um ihn kümmern. Dumm nur, dass er dort gar nicht zur Schule geht. Nun muss sich Cecilia unangenehmen Fragen stellen…und dann wird auch noch eine Frau tot aufgefunden. Ihr Name war Anni. Ist sie vielleicht die Mutter von Tobias?

Mehr von Anni und ihrer Lebensgeschichte erfahren wir durch ihre Tagebucheinträge. Ihre Reise hat mich emotional sehr ergriffen. Ich war aber auch sehr wütend auf sie. Warum hat sie nicht anders gehandelt?

Tobias kommt auch in einzelnen Kapiteln zu Wort und wir erfahren wie sein junges Leben bisher verlaufen ist. Das hat mich tief berührt und auch erschüttert.

Cecilia, Tobias und Anni müssen irgendwie miteinander in Verbindung stehen, aber ich war mir lange Zeit nicht zu 100% sicher, in welche Richtung es gehen wird.

Durch immer neue Wendungen hält Frau Dahl die Spannung auf einem hohen Level. Schnell habe ich begriffen, dass man Cecilia nicht über den Weg trauen kann. Die Autorin schockte mich immer wieder mit neuen Wahrheiten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Ereignisse und Handlungen authentisch und glaubwürdig. Das Ende war passend, obwohl ich nicht so recht verstanden habe, wie man einer gewissen Person einfach so alles durchgehen lassen konnte. Ab in ein normales Leben und alles ist gut? Ein wichtiges Detail wurde doch übersehen? Doch die Autorin hat auch diesen Punkt noch bedacht und genial gelöst.

Fazit:
„Der Junge“ ist der Debüt Roman der Autorin Alex Dahl. Ich würde es jetzt nicht unbedingt als Psychothriller bezeichnen, aber dieses Buch hat mich unheimlich gut unterhalten. Ein gelungener Auftakt würde ich sagen. Die Charaktere sind toll gezeichnet und ein sich immer schneller drehendes Lügenkarussell macht die Geschichte zu etwas ganz Besonderem.

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!

Andreas Winkelmann: Höllental

Die Angst treibt sie in den Tod – und ihr letzter Blick schickt einen Mann auf die Suche nach dem Mörder …

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 352 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Thriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Im ersten Schnee des Winters steht eine junge Frau auf einer Eisenbrücke hoch über der Höllentalklamm. Sie ist fest entschlossen, sich in die Tiefe zu stürzen. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, versucht noch sie aufzuhalten, doch vergeblich. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick – ein Blick voll entsetzlicher Angst, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Er macht sich daran, die Hintergründe dieses Selbstmords herauszufinden. Und stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird …

Meine Meinung:
Hinauf! Schnell läuft Laura hinauf durch die Höllentalklamm, um sich dort von der Brücke zu stürzen. Fast droht ihr Plan zu scheitern, denn im letzten Moment taucht der Bergwachtretter Roman Jäger auf der Brücke auf. Er kann die junge Frau zwar noch rechtzeitig erreichen und an einer Hand packen, doch Laura will nicht gerettet werden. Sie befreit sich aus seinem Griff und stürzt in die Tiefe.

Warum? Vor wem oder was hatte sie solche Angst?

Ihr letzter Blick verfolgt Roman in seinen Träumen und er beginnt, sich mit den Hintergründen von Lauras Selbstmord zu beschäftigen. Er lernt Lauras beste Freundin Mara kennen und erfährt mehr über Lauras Vergangenheit. Er ahnt nicht, dass er damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in seiner Nähe in große Gefahr bringt.

Als die Eltern von Lauras Selbstmord erfahren, wollen sie nicht an einen Freitod glauben. Das passt einfach nicht zu ihr. Irgendjemand muss sie in den Tod getrieben haben. Ein Privatdetektiv soll Licht ins Dunkel bringen.

Die ehemalige Clique von Laura findet, nach der Nachricht des Selbstmordes, wieder zusammen und es ist von einem merkwürdigem Ereignis im Sommer die Rede. Allerdings erfährt man nur bröckchenweise was da vorgefallen ist, sodass man die genauen Hintergründe zum Tod erst am Ende erfährt.

In einem zweiten Erzählstrang befinden wir uns auf einmal mitten in der Wüste von Afghanistan, zusammen mit einem jungen Bundeswehrsoldaten. Er hat einen Anschlag überlebt, gerät aber danach in Gefangenschaft und wird gefoltert. Doch sein Mädchen gibt ihm Kraft und Durchhaltevermögen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Wir begleiten Lauras Freunde, ihre Eltern und auch Roman Jäger. Sogar der geheimnisvolle Soldat meldet sich hin und wieder zu Wort, wobei mir aber nicht klar war, ob oder was er mit Laura zu tun haben soll.

Nachdem ich aber mehr von dem jungen Soldaten erfahren habe, wird klar worauf Herr Winkelmann hinaus will.

Die Spannung hält der Autor durchweg aufrecht und erzählt eine sehr fesselnde Geschichte. Auch die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und die zeitlichen und örtlichen Sprünge haben der Geschichte noch Pfeffer verliehen. Ich mag es, wenn durch Retroperspektiven immer mehr Licht ins Dunkel gebracht wird.

Es gab tiefe Einblicke in die Psyche des Täters und ich hoffe das ich niemals einem solchen Menschen begegne.

Was die Auflösung am Ende angeht konnte mich Herr Winkelmann nicht zu 100% überzeugen. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich ganz anders als Laura gehandelt hätte.

Fazit:
Lauras sinnloser Tod, falsche Freunde, faule Beamte, blutige Todesfälle und ein Psychopath haben mir tolle Lesestunden bereitet. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung!!!

Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Dankeschön!

Mark und Lydia Benecke: Aus der Dunkelkammer des Bösen

Neue Berichte vom bekanntesten Kriminalbiologen der Welt

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Verlag: Bastei Lübbe
Taschenbuch mit 431 Seiten
erschienen: Juli 2013
Genre: True Crime
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autoren:
Dr. Mark Benecke, geb. 1970, Kriminalbiologe, arbeitet als Molekularbiologe und Wirbellosenkundler an rechtsmedizinischen Fragen und der Biologie des Todes, ist Gastdozent und -professor an Universitäten in den USA, den Philippinen, Vietnam und Kolumbien sowie Ausbilder an Polizeiakademien und Gast u. a. an der FBI-Akademie und der „Body Farm“. Mark Benecke lebt und arbeitet in Köln.
Weitere Informationen findet ihr hier.
Lydia Benecke arbeitet als selbstständige Psychologin und als Therapeutin, unter anderem in einer Sozialtherapeutischen Einrichtung des Strafvollzugs mit schweren Straftätern. Sie hält regelmäßig Vorträge für ein breites Publikum und hat ebenfalls bereits mehrere Bücher geschrieben.

Klappentext:
In der Dunkelkammer des Bösen rücken wir ganz nah heran an erstaunliche Verbrechen. Wir treffen auf Killer wie Dr. Holmes, den ersten bekannten Serienmörder der USA. 1893 baute dieser Gaskammer, Krematorium und Präparationstische, um Hunderte von Menschen zu foltern und zu töten.
Wir widmen uns Vergewaltigern, Nekrophilen, Sadisten, Sexualmördern und anderen Tätern. Wir schauen in ihr Innerstes und wir besuchen sie im Knast. Wir fragen uns: Wie entstehen „Monster“? Gibt es kaltblütige Killer wirklich, oder sind sie Opfer der Umstände? Müssen Täter pädophil sein, um sich an Kindern zu vergehen? Was steckt hinter den Fällen Fritzl und Kampusch, und waren das grausige Ausnahmen?

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von True Crime Serien. „Snapped“, „Als Mörder geboren?“, „Anwälte der Toten“, da gibt es ja mittlerweile so viel. Ganz besonders mag ich „Medical Detectives“. Hier habe ich auch zum ersten Mal Mark Benecke gesehen.

Als ich mich vor kurzem durch Instagram gescrollt habe, ist mir ein Post von Elisabeth.Amalie ins Auge gesprungen. Hier hat sie das Buch „Aus der Dunkelkammer des Bösen“ vorgestellt.

Ich wusste gar nicht das Herr Benecke auch Bücher schreibt.
Nun war ich natürlich total neugierig und musste mir das Buch sofort kaufen.
Elisabeth Amalie’s Buchreview könnt ihr gerne hier nachlesen >>KLICK<<

In diesem Buch werden verschiedene Themenkomplexe und Untersuchungen dargestellt. Hierbei übernimmt Mark den forensischen Part und Lydia den psychologischen Aspekt.

In insgesamt 11 Kapitel beschäftigen wir uns mit sehr interessanten Fällen.
Kapitel 1 – Hitlers Zähne
Kapitel 2 – In Kopf und Knast bei Getriebenen
Kapitel 3 – Sherlock Holmes reloaded: Auf der Suche nach der psychischen Störung
Kapitel 4 – Pädophilie
Kapitel 5 – Das „Heranzüchten“ einer Ehefrau – wie aus Kindesmissbrauch Gefangenschaft wird
Kapitel 6 – Was geht vor in Vergewaltigern und Sexualmördern
Kapitel 7 – Mord im Dachstuhl
Kapitel 8 – Mord unter Nachbarn
Kapitel 9 – Nekrophilie: Lust an Leichen
Kapitel 10 – Übersinnliche Ermittlungen
Kapitel 11 – Mord, Lust und Mordlust

Auch wenn das Buch überwiegend sachlich gehalten ist, verzichten die beiden Autoren, zum Glück, auf Fachbegriffe. Also gut verständlich für jedermann.

Kriminalbiologie finde ich super spannend. Wahnsinn was es da heute alles für Möglichkeiten gibt. Leider kam mir die Forensik in diesem Buch etwas zu kurz. Wortführer war überwiegend Lydia. Es geht also mehr um die Psychologie. Schade eigentlich, aber trotzdem super spannend.

Was bewegt einen Menschen dazu fürchterliche Taten zu begehen?

Wir erhalten Einblicke hinter die Fassade von Serienkillern, Vergewaltigern, Pädophilen, etc.. Wie wird man zum Psychopathen und was geht in einem solchen vor?

Es ist interessant die Arbeit eines Psychologen genauer zu betrachten und dabei mehr von der Gedankenwelt eines Psychopathen zu erfahren. Es wurden einige Interviews eingebaut, die auch das Leid hinter manchen Taten greifbar machen.

Ein sehr wichtiges Thema ist auch die Prävention. Was kann man tun um unerwünschte Ereignisse abzuwenden? Vorkehrungen treffen, dass es erst gar nicht zu einer Straftat kommt. Die persönliche Verantwortung eines jeden ist hier sehr wichtig. Gerade im Kapitel „Pädophilie“, wird anschaulich aufgezeigt, woran es oft hakt und wo man ansetzen könnte.

Sehr berührt hat mich auch das Thema zur „blinden Justitia“ Es ist eine Sache über Fehlurteile zu reden, eine ganz andere Sache aber wenn wir über Menschen sprechen, die einer evtl. Fehlentscheidung der Justiz zum Opfer gefallen sind.

Im Kapitel: Mord unter Nachbarn geht es um einen evtl. Justizirrtum. Doch ist ein Urteil erstmal rechtskräftig, was bleiben da noch für Möglichkeiten. Es gibt meist niemanden mehr, der sich zuständig fühlt und Spuren sind entweder verschwunden oder juristisch abgehakt.

Schmunzeln musste ich beim Kapitel: Übersinnliche Ermittlungen. Da war ich wirklich gespannt, was Herr Benecke hier zu berichten hat. Er hat einem sogenannten „Medium“ Fotos von Tatorten oder vermeintlichen Tatorten geschickt und war gespannt was sie zu den Ermittlungen beitragen könnte. Was haben die Toten ihr berichtet? Schmunzel, schmunzel…lest selbst!

Fazit:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Thematik ist echt heftig. Ich lese zwar sehr gerne Thriller und es kann gar nicht blutig genug sein, aber der Unterscheid ist, hier haben wir es mit Kriminalfällen zu tun, die sich wirklich ereignet haben.

Irritiert hat mich manchmal der Wechsel von forensischer zu plötzlich psychologischer Betrachtung und wieder zurück, aber das hat meinen Lesefluss nicht weiter behindert. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von Mark und auch von Lydia lesen und irgendwann hoffe ich, dass ich Herrn Benecke auch mal live erleben kann.

Andreas Winkelmann: Blinder Instinkt

Ein entführtes Mädchen, ein trauernder Bruder, ein eiskalter Psychopath …

Er sieht dich, er jagt dich, er lässt dich nie mehr fort

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 416 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Ein heißer Sommertag. In einem verwilderten Garten sitzt ein junges Mädchen auf einer Schaukel. Alles rundherum leuchtet in strahlenden Blütenfarben, doch das Mädchen nimmt nichts davon wahr, es ist blind. Dafür spürt es ganz deutlich, dass sich ihm jemand nähert, jemand, von dem etwas zutiefst Böses ausgeht. Es versucht noch wegzulaufen – vergeblich … Jahre später wird Kommissarin Franziska Gottlob zu einem Wohnheim für Kinder gerufen. Wieder ist ein junges Mädchen verschwunden. Das Kind ist blind. Und vom Täter fehlt jede Spur.

Meine Meinung:
Ein kleines Mädchen ist aus einem Heim verschwunden. Sarah ist 8 Jahre alt und blind. Als sie wieder zu sich kommt befindet sie sich an einem Ort der mir die Haare zu Berge stehen lässt. Ein absoluter Alptraum.

Kriminalkommissarin Franziska Gottlob verbringt gerade ein Wochenende bei ihren Eltern, als sie der Anruf erreicht. Sofort nimmt sie die Ermittlungen auf.

Zeitgleich steht der Boxchampion Max Ungemach vor einem wichtigen Kampf. Doch Max ist unkonzentriert. Auf seiner Schulter spürt er eine kleine, unsichtbare Hand. Die Hand seiner kleinen Schwester Sina, die vor zehn Jahren spurlos verschwunden ist. Er schickt seinen Gegner zwar auf die Matte, aber die Erinnerungen an Sina, die heute stärker sind als sonst lassen ihn nicht mehr zur Ruhe kommen.

Ein paar Tage später erhält er einen Anruf von Franziska Gottlob. Sie bittet ihn um ein persönliches Gespräch, denn sie hat Parallelen zwischen ihrem aktuellen Fall und dem von Max’s Schwester festgestellt und hofft auf seine Hilfe.

Sofort sind die beiden sich sympathisch. Franziska löst in Max mehr denn je den Wunsch aus, endlich zu erfahren was damals mit seiner Schwester passiert ist und hofft auf seine langersehnte Rache an dem Menschen, der sein Leben und das seiner Schwester zerstört hat. Und so macht auch Max sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Was sowohl Max als auch Franziska völlig unterschätzen, ist, mit wem sie es zu tun haben.

Schnell erfahre ich wer der Täter ist. Es gefällt mir natürlich auch wenn er mir bis zum Ende verborgen bleibt, aber hier fand ich es trotzdem sehr spannend, ihn plötzlich zu kennen und so auch ganz anders wahrzunehmen.

Wird Franziska ihn auch entlarven? Und wird sie die kleine Sarah lebend finden?

Dieses Buch ist sehr nervenaufreibend gestaltet. Wenn ich an die kleine Sarah denke und was sie für schreckliche Dinge durchmachen muss, ohne sehen zu können, was für Gefahren ihr drohen. Doch darauf möchte ich nicht weiter eingehen, denn den „Wald der tausend ….“, werdet ihr selber kennen lernen wenn ihr das Buch lest.

Die Protagonisten wurden liebevoll gezeichnet. Man lernt die Gefühlswelten der Vergangenheit und Gegenwart kennen. Max ist mir dabei besonders ans Herz gewachsen. „Kannst du mir die Sonne beschreiben?“ Max kann es und hat mich damit zu Tränen gerührt. Seine Geschichte hat mir sogar mehr als einmal Tränen in die Augen getrieben. Das passiert mir bei einem Thriller eigentlich nicht. Seit 10 Jahren leidet er schon unter dem Verlust seiner Schwester und wird von Selbstvorwürfen zerfressen. Und auch die Kriminalkommissarin Franziska war mir super sympathisch.

Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Besonderst nicht, wenn man mit gewissen Phobien zu kämpfen hat. Noch heute muss ich ständig darüber nachdenken was ich da gelesen habe. Echt toll! Das Ende war dann nochmal sehr rasant und auch unheimlich emotional. Es war zwar auch sehr kurz, doch im Epilog erfahre ich alles was ich noch wissen musste.

Fazit:
Ein perfekter Psychothriller, über den ich heute noch nachdenken muss. Herr Winkelmann versteht es, Psychothriller so zu gestalten, dass sie den Leser nicht mehr loslassen. Ein Thriller der mir richtig unter die Haut ging.

„Blinder Instinkt“ ist das vierte Buch, welches ich von Andreas Winkelmann gelesen habe und es ist bisher das Beste von allen. Absolute Leseempfehlung!!!