Andreas Gruber: Todesmal

Sieben Tage, sieben totgeweihte und mit jeder Stunde schwindet die Hoffnung…

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 592 Seiten
Erscheinungsdatum: 19.08.2019
Genre: Thriller
Preis: 10,99 €
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Autor:
Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußerst erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst.

Klappentext:
Eine geheimnisvolle Nonne betritt das BKA-Gebäude in Wiesbaden und kündigt an, in den nächsten 7 Tagen 7 Morde zu begehen. Über alles Weitere will sie nur mit dem Profiler Maarten S. Sneijder sprechen. Doch der hat gerade gekündigt, und so befragt Sneijders Kollegin Sabine Nemez die Nonne. Aber die schweigt beharrlich – und der erste Mord passiert. Jetzt hat sie auch Sneijders Aufmerksamkeit. Und während die Nonne in U-Haft sitzt, werden Sneijder und Nemez Opfer eines raffinierten Plans, der gnadenlos ein Menschleben nach dem anderen fordert und dessen Ursprung in einer grausamen, dunklen Vergangenheit liegt …

Meine Eindrücke:
Maarten S. Sneijder quitiert seinen Dienst beim Bundeskriminalamt, weil seine Bedingungen, zu denen er arbeiten möchte, nicht erfüllt werden können.

Auf dem Weg nach draußen begegnet er einer Nonne auf dem Flur, die unbedingt mit ihm sprechen will. Doch das interessiert Sneijder nicht mehr und er verlässt das Gebäude.

Sabine Nemez muss stattdessen die Sache übernehmen. Doch die Nonne verlangt weiterhin nach Sneijder. Das einzige was sie gegenüber Nemez zu Protokoll gibt ist, dass sie in den nächsten sieben Tagen, sieben Menschen töten wird.

Eine Nonne die zur Serienmörderin wird? Diese alte Dame will das Leben von Menschen auf bestialische Weise beenden? Das kann doch nicht sein. Was ist der Auslöser?

Sabine Nemez schafft es trotz weniger Details, die sie der Nonne entlocken konnte, den ersten Tatort zu finden. Doch leider zu spät, um das erste Opfer zu retten.

Die Nonne wird vom BKA festgesetzt und der Fall weckt doch Sneijders Interesse so sehr, dass er zurückkehrt.

Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez wieder vereint in einem verzweifelten Wettlauf gegen Zeit und Tod. Das Team wird Opfer eines raffinierten Plans, der gnadenlos ein Menschenleben nach dem anderen fordert.

Es scheint keine Chance zu geben, auch nur ein Opfer zu retten. Sie kommen immer nur Sekunden zu spät. Und die Art und Weise wie die Menschen hier getötet werden ist einfach nur krank.

Doch was sind das für Menschen, die Sneijder und Nemez hier versuchen zu retten? Welche Verbingung gibt es zwischen den Opfern?

In kurzen Rückblenden wird das Motiv und die Vorbereitungen der Taten näher beleuchtet. Was sich Herr Gruber hier ausgedacht hat, ist der Wahnsinn. Und er hat es tatsächlich geschafft mich auf die Seite der Nonne zu ziehen.

Wie alle Bücher aus der Todes-Reihe sorgt der flüssige Schreibstil und die geballte Spannung für tolle Lesestunden. Nemez und Sneijder sind ein großartiges Team. Und Maarten ist mittlerweile einfach nur Kult. So ein skurriler Typ der an den richtigen Stellen seinen trockenen Humor raushaut. Aber auch die anderen Protagonisten passen perfekt in das Geschehen.

Ein rasanter Thriller von der ersten bis zur letzten Seite! Ein absolutes MUSS für jeden Thriller-Fan!

Fazit:
Ich bin seit dem ersten Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez ein absoluter Gruber-Fan. Ich habe alle seine Bücher gelesen und jedes Einzelne hat mich überzeugt. Doch die Todes-Reihe hat es mir besonders angetan. Die Fälle, sowie die Charaktere sind einfach grandios…und nun heißt es wieder geduldig auf die Fortsetzung warten.

Samuel BjØrk: Bitterherz

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Plötzlich taucht er auf:
ein kleiner Junge, halb erfroren, mit einem Geweih auf dem Kopf

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 416 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 12,99€
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Autor:
Hinter dem Pseudonym Samuel Bjørk steht der norwegische Autor, Dramatiker und Singer-Songwriter Frode Sander Øien. Er wurde 1969 geboren, schrieb im Alter von 21 Jahren sein erstes Bühnenstück und veröffentlichte seitdem zwei hochgelobte Romane sowie sechs Musikalben. Sein erster Thriller »Engelskalt« wurde ein Bestseller. Derzeit lebt und arbeitet er im norwegischen Trondheim.

Klappentext:
Ein alter Mann fährt auf einer einsamen Straße in den norwegischen Bergen. Plötzlich taucht aus dem Dunkeln eine Gestalt auf, und er schafft es gerade noch zu bremsen. Noch unter Schock kann er nicht glauben, was er sieht: Vor ihm steht ein kleiner Junge mit einem Geweih auf dem Kopf. Vierzehn Jahre später wird in einem nahegelegenen Bergsee eine Leiche gefunden. Die junge Frau trägt das Kostüm einer Balletttänzerin, und am Ufer steht eine Kamera, in deren Linse eine 4 eingeritzt ist. Kommissar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger stehen vor einem Rätsel. Dann taucht eine weitere Kamera auf – und ein weiteres Opfer …

Ich habe gelesen:
Eine junge Frau wird tot aus einem Bergsee in der Nähe von Oslo geborgen. Sie trägt das Kostüm einer Balletttänzerin. Kurze Zeit später taucht eine weitere Leiche auf.

Eine tote Tänzerin, ein Musiker und schließlich ein Teenager. Was verbindet diese Personen?

An jedem Tatort steht eine Kamera und in die Linse sind jeweils Zahlen eingeritzt. Was hat das alles zu bedeuten?

Kommissar Holger Munch, seine Kollegin Mia Krüger und weitere ausgewählte Beamte bilden das Team einer Sondereinheit und werden mit der Aufklärung dieser Mordserie beauftragt.

Die Story war durchaus interessant, doch auch sehr verwirrend. In fast jedem Kapitel ging es um eine andere Person und irgendwann waren auf einmal soooo viele Personen ins Spiel gebracht worden, dass ich mich nur noch schwer zurechtfand.

Neben den Ermittlungen kämpfen Munch und einige Mitglieder seines Teams mit ihren eigenen privaten Problemen. Munch trauert seiner Ehe hinterher, Mia kann nicht mit der Vergangenheit abschließen und Curry hat ein mächtiges Alkoholproblem.

Dies nimmt viel Platz in der Geschichte ein, machte aber die Personen greifbarer, auch wenn ich manches etwas überzogen fand.

Lange tappen die Ermittler im Dunkeln. Doch dann taucht eine Todesliste mit 50 Zufallsopfern auf. Nun schaltet sich der Generalstab ein und übernimmt gemeinsam mit dem polizeilichen Sicherheitsdienst und mehreren Generälen aus unterschiedlichen Truppen den Fall.

Munch und seine Kollegin werden zwar mit einbezogen, aber wirklich was zu melden haben sie nicht mehr.

Der Fall scheint nun klar zu sein und ein Verdächtiger ist gefunden. Doch handelt es sich dabei wirklich um den Mörder?

Die Auflösung dieser ganzen verstrickten Geschichte fand ich sehr originell und stimmig. Es zeigt mal wieder wie krank manch menschlicher Geist ist.

Fazit:
Die Spannung baute sich nur sehr langsam auf und es gab meiner Meinung nach zu viel hin und her und wirre Momente für mich. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mir die Vorgänger-Bücher fehlen.

Bei „Bitterherz“ handelt es sich bereits um das dritte Buch um die Ermittler Holger Munch und Mia Krüger. Die Story ist zwar in sich abgeschlossen, dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse fehlen.

Der Autor nimmt immer wieder Bezug auf vorherige Ereignisse, die ich aber leider nicht immer richtig einordnen konnte. Und auch die Weiterentwicklung der Protagonisten hat mir gefehlt.

Dennoch hat mich das Buch sehr gut unterhalten.

Yrsa Sigurdardóttir: SOG

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Zwei abgetrennte Hände, ein perfider Mord, kurz darauf ein weiterer. Was hat die unheimliche Botschaft eines Kindes mit den Toten zu tun? 

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Verlag: btb
Taschenbuch mit 464 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 10,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir, geboren 1963, ist eine vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, deren Spannungsromane in über 30 Ländern erscheinen. Sie zählt zu den „besten Kriminalautoren der Welt“ (Times). Sigurdardóttir lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Reykjavík. Sie debütierte 2005 mit „Das letzte Ritual“, einer Folge von Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir. DNA ist Start einer neuen Serie um die Psychologin Freyja und Kommissar Huldar von der Kripo Reykjavik.

Klappentext:
Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Schon bald taucht die erste verstümmelte Leiche auf, dicht gefolgt von einer zweiten, und es ist klar, dass die Botschaft aus der Zeitkapsel ernst zu nehmen ist.

Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freyja ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht …

Ich habe gelesen:
Die 8-jahrige Vaka wartet nach der Schule auf ihren Vater, der sie eigentlich abholen wollte. Ihre eigentlich sehr zurückhaltende Mitschülerin Sigrun nimmt Vaka schließlich mit zu sich nach Hause, damit sie von dort ihre Familie kontaktieren kann. Doch von dort soll Vaka nie mehr zurück kommen.

Ein toller Einstieg, der eine gute Geschichte erahnen lies.

12 Jahre sind seitdem vergangen und Huldar ermittelt in einem eher unspektakulären Fall. Es geht um einen Aufsatz aus einer Zeitkapsel, den ein ehmaliger Schüler Namens Pröstur geschrieben hat.

Er prophezeit die Ermordung einiger Personen. Noch in diesem Jahr sollen sie sterben, allerdings sind nur die Initialen angegeben.

Für wirklich wichtige Aufgaben scheint Huldar nicht mehr herangezogen zu werden. Nach seinem letzten großen Fall (nachzulesen im ersten Band der Thriller-Reihe: „DNA“) hat er seine leitende Position verloren und genießt nur noch wenig Ansehen im Kommissariat. Aber lieber einen unspektakulären Fall bearbeiten, als gar keinen.

Er zieht die Kinderpsychologin Freyja hinzu. Auch sie genießt kein großes Ansehen mehr im Kinderhaus nach dem Fall, an dem sie gemeinsam mit Huldar gearbeitet hat. Eigentlich wollte sie nichts mehr mit Huldar zu tun haben, aber sie ist froh eine Aufgabe zu haben.

Gemeinsam versuchen sie den Verfasser des Ausatzes ausfindig zu machen, um die Bedeutung seiner Zeilen zu erfahren.

Währenddessen werden in einem Hot Tub eines ehemaligen Staatsanwaltes, abgetrennte Hände gefunden. Doch zu wem gehören sie und lebt die Person vielleicht noch?

Nur kurze Zeit später kommt eine Person auf grausame Art und Weise ums Leben.

Drei unterschiedliche Verbrechen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, entpuppen sich als Mordreihe mit einer sehr langen Geschichte.

Die Verbrechen sind erschreckend und abstoßend. Der Plot ist sehr komplex und ich hatte zunächst überhaupt keine Ahnung, wo mich das ganze hinführen wird.

Die Ermittlungen gehen nur sehr schleppend voran. So dauert es lange, bis die einzelnen Bausteine endlich ein Gesamtbild ergeben.

Auf die ganzen Hintergründe und Beziehungen der Verdächtigen wäre ich niemals gekommen. Sehr gut durchdacht.

Neben der Ermittlungsarbeit werden auch die privaten Probleme der Protagonisten beleuchtet. Das fand ich stellenweise sehr amüsant, aber an manchen Stellen war es etwas langatmig und hat die Spannung ein wenig raus genommen.

Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen. Am Ende wird dann noch ein Geheimnis offenbart, welches nur zwei Personen kennen. Wenn das ans Licht gekommen wäre, hätte das die Handlung des/der Täter in eine ganz andere Richtung gelenkt.

Fazit:
Auch wenn es einige unnötige Längen gab hat mich der Thriller unheimlich gut unterhalten. Ein unglaublicher Fall der mich sehr bewegt hat und der schrecklicher war, als es zunächst den Anschein machte. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung!

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur

Ist dieser Täter schlauer als die Polizei?
Der zehnte Fall für Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen

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Verlag: Fischer
Taschenbuch mit 528 Seiten
Erschienen im Februar 2016
Genre: Kriminalroman
Preis: 10,99€
Bestellbar: hier

Autor:
Klaus-Peter Wolf, geboren am 12.01.1954, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norden (Ostfriesland). Seine Fernsehfilme wurden oft zu Einschaltquotenhits. Für sein Drehbuch zum Fernsehfilm „Svens Geheimnis“ erhielt er 1996 den Rocky Award for best made TV-movies (Kanada) und den Erich-Kästner-Preis (Berlin-Babelsberg), sowie 1998 den Magnolia Award Shanghai für das beste internationale Drehbuch. Den Anne-Frank-Preis erhielt er 1985 für Buch und Film Die Abschiebung (Amsterdam). Klaus-Peter Wolf gilt als leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Seine Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt und über 9 Millionen mal verkauft. Zusammen mit seiner Ehefrau und seiner Tochter Maxi Wolf produziert Klaus-Peter Wolf in letzter Zeit gern CDs für Kinder. Sie erscheinen im Jumbo-Verlag und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Klappentext:
Als der Postbote an diesem Morgen bei Ubbo Heide klingelt, bringt er ein großes Paket. Darin liegt ein abgetrennter Kopf. Es ist der Kopf eines Menschen, den Ubbo Heide kennt. Jahrelang hat er versucht, ihn seiner Taten zu überführen, doch am Ende mussten die Gerichte ihn laufenlassen. Dann findet man einen zweiten Kopf. Auch diesem Toten konnte man damals die Tat nicht nachweisen. Ann Kathrin Klaasen beschleicht zunehmend das Gefühl, dass der Täter ihnen immer einen Schritt voraus ist. Fast scheint es so, als ob er aus ihren eigenen Reihen kommt. Ann Kathrin ahnt, wer das nächste Opfer sein wird. Kann sie dem Täter eine Falle stellen?
Auch der fulminante zehnte Band der Mega-Bestsellerserie mit Ann Kathrin Klaasen beweist wieder einmal mehr, dass Klaus-Peter Wolf zu den Spitzenautoren in Deutschland gehört.

Ich habe gelesen:
Der ehemalige Krippochef Ubbo Heide sitzt seit einem Messerangriff im Rollstuhl und hat angefangen Bücher über seine ungelösten Kriminalfälle zu schreiben. Dem ersten erfolgreichen Buch soll schon bald ein weiteres folgen.

Doch mittlerweile bereut er die Veröffentlichung seines Buches, denn ein Unbekannter scheint einen ganz besonderen Rachefeldzug zu planen und kümmert sich auf eine ganz besondere Art und Weise um die ungelösten Fälle.

Gleich zu Beginn bekommt Ubbo Heide ein Paket mit einem abgetrennten Kopf darin. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen Tatverdächtigen. Eigentlich wollte Ubbo seinen Ruhestand genießen und nun findet er sich plötzlich mitten in den Ermittlungen wieder.

Währenddessen hat Martin Büscher die Nachfolge von Ubbo Heide angetreten. Eine unfreiwillige Beförderung, aber Büscher nimmt diese Herausforderung an und muss schnell feststellen, dass die Ostfriesen ein sehr spezielles Völkchen sind und er in der Rangfolge weit unter Ann Kathrin Klaasen und Ubbo Heide eingeordnet wird.

Doch das sollte erstmal seine kleinste Sorge sein, denn das Ermittlerteam hat alle Hände voll zu tun einen skrupellosen Verbrecher zu jagen und der scheint den Beamten auch immer einen Schritt voraus zu sein. Bald muss das Team erkennen, dass sich der Täter anscheinend mitten unter ihnen befindet.

Doch was will der Mörder? Kämpft er gegen das Scheitern der Justiz? Will er nur Gerechtigkeit? Oder ist er ein Serienmörder wie jeder andere?

Im Wechsel wird aus Sicht der Ermittler und eines namenlosen Täters berichtet.

Herr Wolf hat uns hier einen wirklich sehr spannenden Fall präsentiert und die zügig geführten Ermittlungen halten einige interessante Wendungen bereit. Das Thema ist gut gewählt, denn Justizirrtümer gibt es ja leider auch in der Realität. Doch wie geht man damit um? Wie muss sich ein Ermittler fühlen, wenn ein offensichtlicher Täter nicht verurteilt werden kann? Darf man mit einem Unbekannten sympathisieren der für Gerechtigkeit selbst zum Mörder wird?

Die Charaktere sind toll gezeichnet. Es gibt mal keinen Ermittler mit Alkohol- oder Beziehungsproblemen, sodass man sich voll und ganz auf den Fall konzentrieren kann.

Besonders sympathisch war mir Ann Kathrin Klassen. Eine zielstrebige Ermittlerin mit einem guten Bauchgefühl.

Einzig mit Rupert hatte ich ein Problem. Er hat sich nicht im Griff und er ging mir auch mit seinem Machogehabe tierisch auf den Sack. Für mich unverständlich warum der überhaupt noch im Polizeidienst ist.

Fazit:
Ostfriesenschwur war mein erstes Buch von Klaus-Peter Wolf und ich war begeistert. Es gab zwar auch einige Längen und manche Szenen empfand ich als etwas überzogen, dennoch wurde ich sehr gut unterhalten. Ein spannender Ostfriesenkrimi mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor. Dies war bereits der 10. Fall für Ann Kathrin Klaasen und auch wenn ich die Vorgänger nicht kenne, hatte ich keine Probleme in die Geschichte abzutauchen. Meine Daumen gehen hoch!

Alex Dahl: Der Junge

Kann mann sich ein schönes Leben auf Lügen aufbauen?

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 464 Seiten
erschienen: Januar 2019
Genre: Psychothriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autorin:
Alex Dahl ist halb Norwegerin, halb Amerikanerin und lebt in Norwegen und London. Sie ist eine entfernte Verwandte von Roald Dahl, spricht fließend Deutsch und Französisch und hat einen Master in Kreativem Schreiben.

Klappentext:
Cecilia Wilborg führt ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Sie wohnt mit ihrem erfolgreichen Mann und den gemeinsamen Töchtern in einer friedlichen und wohlhabenden Kleinstadt in Norwegen. Doch eines Tages wird sie gebeten, sich um einen kleinen Jungen zu kümmern, der plötzlich in der örtlichen Schwimmhalle aufgetaucht ist. Keiner weiß, wo Tobias herkommt oder wer er ist. Dann wird eine tote Frau gefunden, die man für seine Mutter hält. Aber Tobias kommt auch Cecilia merkwürdig vertraut vor. Hat sie ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt? Und wie weit ist sie bereit zu gehen, um es zu schützen?

Meine Meinung:
Cecilia Wilborg lebt mit Ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in einer idyllischen Kleinstadt in Norwegen. Sie führt, nach außen hin, ein perfektes Leben. Aber ist es wirklich so perfekt?

Cecilia war mir von Anfang an total unsympathisch. Ihre Ansichten und ihr Verhalten waren für mich nicht nachvollziehbar. Ihr ganzes Leben ist eine Fassade und diese beginnt ab dem Zeitpunkt zu bröckeln, als Tobias in ihre Leben tritt.

Nach einem Schwimmbadbesuch wird sie gebeten, einen kleinen Jungen nach Hause zu bringen. Er wurde nicht abgeholt. Doch unter der angegebenen Adresse, findet Cecilia nur ein leerstehendes Haus und beschließt den Jungen mit zu sich nach Hause zu nehmen.

Am nächsten Morgen bringt sie ihn einfach in die Schule. Dort wird sich schon jemand um ihn kümmern. Dumm nur, dass er dort gar nicht zur Schule geht. Nun muss sich Cecilia unangenehmen Fragen stellen…und dann wird auch noch eine Frau tot aufgefunden. Ihr Name war Anni. Ist sie vielleicht die Mutter von Tobias?

Mehr von Anni und ihrer Lebensgeschichte erfahren wir durch ihre Tagebucheinträge. Ihre Reise hat mich emotional sehr ergriffen. Ich war aber auch sehr wütend auf sie. Warum hat sie nicht anders gehandelt?

Tobias kommt auch in einzelnen Kapiteln zu Wort und wir erfahren wie sein junges Leben bisher verlaufen ist. Das hat mich tief berührt und auch erschüttert.

Cecilia, Tobias und Anni müssen irgendwie miteinander in Verbindung stehen, aber ich war mir lange Zeit nicht zu 100% sicher, in welche Richtung es gehen wird.

Durch immer neue Wendungen hält Frau Dahl die Spannung auf einem hohen Level. Schnell habe ich begriffen, dass man Cecilia nicht über den Weg trauen kann. Die Autorin schockte mich immer wieder mit neuen Wahrheiten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Ereignisse und Handlungen authentisch und glaubwürdig. Das Ende war passend, obwohl ich nicht so recht verstanden habe, wie man einer gewissen Person einfach so alles durchgehen lassen konnte. Ab in ein normales Leben und alles ist gut? Ein wichtiges Detail wurde doch übersehen? Doch die Autorin hat auch diesen Punkt noch bedacht und genial gelöst.

Fazit:
„Der Junge“ ist der Debüt Roman der Autorin Alex Dahl. Ich würde es jetzt nicht unbedingt als Psychothriller bezeichnen, aber dieses Buch hat mich unheimlich gut unterhalten. Ein gelungener Auftakt würde ich sagen. Die Charaktere sind toll gezeichnet und ein sich immer schneller drehendes Lügenkarussell macht die Geschichte zu etwas ganz Besonderem.

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!