Yrsa Sigurdardóttir: SOG

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Zwei abgetrennte Hände, ein perfider Mord, kurz darauf ein weiterer. Was hat die unheimliche Botschaft eines Kindes mit den Toten zu tun? 

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Verlag: btb
Taschenbuch mit 464 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 10,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir, geboren 1963, ist eine vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, deren Spannungsromane in über 30 Ländern erscheinen. Sie zählt zu den „besten Kriminalautoren der Welt“ (Times). Sigurdardóttir lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Reykjavík. Sie debütierte 2005 mit „Das letzte Ritual“, einer Folge von Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir. DNA ist Start einer neuen Serie um die Psychologin Freyja und Kommissar Huldar von der Kripo Reykjavik.

Klappentext:
Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Schon bald taucht die erste verstümmelte Leiche auf, dicht gefolgt von einer zweiten, und es ist klar, dass die Botschaft aus der Zeitkapsel ernst zu nehmen ist.

Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freyja ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht …

Ich habe gelesen:
Die 8-jahrige Vaka wartet nach der Schule auf ihren Vater, der sie eigentlich abholen wollte. Ihre eigentlich sehr zurückhaltende Mitschülerin Sigrun nimmt Vaka schließlich mit zu sich nach Hause, damit sie von dort ihre Familie kontaktieren kann. Doch von dort soll Vaka nie mehr zurück kommen.

Ein toller Einstieg, der eine gute Geschichte erahnen lies.

12 Jahre sind seitdem vergangen und Huldar ermittelt in einem eher unspektakulären Fall. Es geht um einen Aufsatz aus einer Zeitkapsel, den ein ehmaliger Schüler Namens Pröstur geschrieben hat.

Er prophezeit die Ermordung einiger Personen. Noch in diesem Jahr sollen sie sterben, allerdings sind nur die Initialen angegeben.

Für wirklich wichtige Aufgaben scheint Huldar nicht mehr herangezogen zu werden. Nach seinem letzten großen Fall (nachzulesen im ersten Band der Thriller-Reihe: „DNA“) hat er seine leitende Position verloren und genießt nur noch wenig Ansehen im Kommissariat. Aber lieber einen unspektakulären Fall bearbeiten, als gar keinen.

Er zieht die Kinderpsychologin Freyja hinzu. Auch sie genießt kein großes Ansehen mehr im Kinderhaus nach dem Fall, an dem sie gemeinsam mit Huldar gearbeitet hat. Eigentlich wollte sie nichts mehr mit Huldar zu tun haben, aber sie ist froh eine Aufgabe zu haben.

Gemeinsam versuchen sie den Verfasser des Ausatzes ausfindig zu machen, um die Bedeutung seiner Zeilen zu erfahren.

Währenddessen werden in einem Hot Tub eines ehemaligen Staatsanwaltes, abgetrennte Hände gefunden. Doch zu wem gehören sie und lebt die Person vielleicht noch?

Nur kurze Zeit später kommt eine Person auf grausame Art und Weise ums Leben.

Drei unterschiedliche Verbrechen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, entpuppen sich als Mordreihe mit einer sehr langen Geschichte.

Die Verbrechen sind erschreckend und abstoßend. Der Plot ist sehr komplex und ich hatte zunächst überhaupt keine Ahnung, wo mich das ganze hinführen wird.

Die Ermittlungen gehen nur sehr schleppend voran. So dauert es lange, bis die einzelnen Bausteine endlich ein Gesamtbild ergeben.

Auf die ganzen Hintergründe und Beziehungen der Verdächtigen wäre ich niemals gekommen. Sehr gut durchdacht.

Neben der Ermittlungsarbeit werden auch die privaten Probleme der Protagonisten beleuchtet. Das fand ich stellenweise sehr amüsant, aber an manchen Stellen war es etwas langatmig und hat die Spannung ein wenig raus genommen.

Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen. Am Ende wird dann noch ein Geheimnis offenbart, welches nur zwei Personen kennen. Wenn das ans Licht gekommen wäre, hätte das die Handlung des/der Täter in eine ganz andere Richtung gelenkt.

Fazit:
Auch wenn es einige unnötige Längen gab hat mich der Thriller unheimlich gut unterhalten. Ein unglaublicher Fall der mich sehr bewegt hat und der schrecklicher war, als es zunächst den Anschein machte. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung!

Julia Corbin: Nadelherz

Der dritte Fall für Hall & Hellstern

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Verlag: Diana-Verlag
Klappenbroschur mit 384 Seiten
erschienen: Juni 2019
Genre: Thriller
Preis: 9,99€
Bestellbar: hier

Autorin:
Julia Corbin, geboren 1980, studierte Biologie in Heidelberg. Die Arbeit als Biologin inspiriert sie zu ihren Thrillern um das erfolgreiche Ermittlerteam Hall & Hellstern. Ihre Leidenschaft für Nervenkitzel lebt die Autorin nicht nur in ihren Büchern, sondern auch bei Sportarten wie Kite- und Windsurfen oder Extrem-Hindernisläufen aus. Sie wohnt mit ihren Hunden im Landkreis Heilbronn und gibt Kurse in Kreativem Schreiben.

Klappentext:
Bei einer Wanderung verschwinden zwei junge Frauen spurlos. Erst ein Jahr später wird Tessa aus den Fängen ihres Entführers befreit, der bei der Rettungsaktion stirbt. Für die Freundin kommt jede Hilfe zu spät. Als Tessa ein mit Nadeln gespicktes menschliches Herz per Post erhält, ahnt sie, dass der Albtraum noch nicht vorbei ist. Hat ihr Peiniger einen Nachfolger bestimmt? Doch sie will kein Opfer mehr sein und bringt sich damit erneut in höchste Gefahr …

Nachdem ich eine spannende Rezension meiner lieben Freundin BeautyPeaches gelesen hatte, musste ich mir dieses Buch unbedingt ausleihen. Hier geht es zu ihrem Bericht >>Klick<<

Mir war gar nicht bewusst, das ich Hall & Hellstern bereits kenne. Diese Erkenntnis kam mit erst nach den ersten Seiten dieses Buches. Da dachte ich: „Na, die Protagonisten kennst du doch.“

Und tatsächlich habe ich 2017 das erste Buch aus der Reihe gelesen. „Die Bestimmung des Bösen

Dieser Thriller hat mich damals schon begeistert und ich wollte die Nachfolger eigentlich auch lesen, aber das habe ich wohl irgendwie aus den Augen verloren.

Das kann ich ja nun nachholen. Und da jedes Buch in sich abgeschlossen ist, macht es auch nichts, wenn ich den zweiten Band: „Das Gift der Wahrheit“ erst nach dem Dritten lese.

Nun zum Buch:
Der neuste Fall für Alexis Hall ist wieder sehr außergewöhnlich. Die junge Frau Tessa erhält ein Paket mit einem menschlichen Herz, welches mit Nadeln gespickt ist.

Tessa selbst ist erst vor kurzem aus den Fängen eines Irren befreit wurden. Ist sie etwa wieder ins Visier eines Verrückten geraten?

Nun gilt es erstmal die Leiche zum Herz zu finden.

Es dauert nicht lange und da taucht sie auf. Der sehr ungewöhnliche Zustand der Leiche erfordert die Mithilfe der Kriminalbiologin Karen Hellstern.

Und schon sind Hall und Hellstern wieder vereint, wenn auch mit anfänglichen Differenzen. Ansonsten sind alle bereits bekannten Charaktere vertreten und das bereits eingespielte Team erhält sogar noch Unterstützung durch eine neue Kollegin.

Sehr interessant waren neben dem aktuellen Fall die Rückblenden zum Verbrechen an Tessa. Das fand ich sehr gelungen und war auch unheimlich spannend.

Schlimm mitzulesen wie sich Menschen während einer Gefangenschaft verändern und zu was sie fähig sind um zu überleben.

Alexis hat die ganze Zeit das Gefühl, dass mit Tessa irgendwas nicht stimmt und sie etwas verheimlicht. Was ist während ihrer Gefangenschaft vorgefallen? Was hält sie zurück? Und warum hat ausgerechnet sie dieses gespickte Herz zugeschickt bekommen?

Die Protagonisten sind wunderbar und in sich stimmig dargestellt. Der Plot ist genial durchdacht und bei mir kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Der Spannungsbogen stieg stetig an und blieb bis zum Ende erhalten.

Ich dachte, ist doch ganz klar wer hinter diesen brutalen, ominösen Morden steckt, doch die Autorin hatte mich hier ganz schön aufs Glatteis geführt. Das Ende war zu keinem Zeitpunkt vorhersehrbar. Absolut toll.

Der Schreibstil ist flüssig und rasant. Ich möchte Euch nicht zu viel verraten, denn jedes kleinste Detail wäre schon zu viel. Und ich möchte natürlich niemandem den Lesespaß verderben.

Fazit:
Ich wurde sehr gut unterhalten. Die Handlung ist zu keinem Zeitpunkt vohersehbar gewesen, sondern hat mich bis zum Schluss rätseln lassen. Die Handlungsstränge wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was mir unheimlich gut gefallen hat, da ich im Nachhinein die Abläufe besser nachvollziehen konnte. Auch die Kriminalbiologischen Kenntnisse, die die Autorin mit- und einbringt hatten genau die richtige Dosis.

Ein rundum tolles Buch, welches ich gerne weiterempfehlen möchte!

Carmen Mola: Er will sie sterben sehen

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Er hat ihre Schwester ermordet. Jetzt ist sie dran.

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Verlag: Penguin Verlag
Taschenbuch mit 464 Seiten
erschienen: Juni 2019
Genre: Thriller
Preis: 10,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Carmen Mola bevorzugt es, ihre wahre Identität nicht preiszugeben. Ihr Thriller »Er will sie sterben sehen« wurde schon vor dem Erscheinen in zahlreiche Länder verkauft und stieg in Spanien direkt in die Top Ten der Bestsellerliste ein.

Klappentext:
Die 22-jährige Susana verschwindet nach ihrem Junggesellinnenabschied spurlos. Was die Polizei vorfindet, als man sie Tage später zum Fundort der Leiche ruft, weckt das kalte Grauen: Die junge Frau wurde ermordet, indem man ihr Löcher in den Schädel bohrte und Würmer einführte, die bei lebendigem Leib das Gehirn fraßen. Dann stellt sich heraus, dass Susanas ältere Schwester auf dieselbe Art und Weise umgebracht wurde – und für diese Tat sitzt ein Mann hinter Gittern. Hat man den Falschen verurteilt und weggesperrt? Oder gibt es einen Nachahmer? Und warum mussten beide Schwestern ausgerechnet am Vorabend ihrer Hochzeit sterben?

Ich habe gelesen:
Dieses Buch ist der Auftakt einer spanischen Thriller-Reihe mit Inspectora Elena Blanco.

Der Klappentext hat mich direkt angesprochen und somit hatte ich große Erwartungen an die Lektüre.

Die Geschichte beginnt mit einem sehr spannenden Prolog und ich freute mich auf eine tolle Story. Ein keiner Junge kämpft in einem Schuppen ums Überleben. Es scheint keinen Ausweg für ihn zu geben. Zwischen den Kapiteln lande ich immer wieder bei diesem kleinen Jungen und ich fieberte mit ihm. Wird er überleben?

Die Haupthandlung beschäftigt sich mit der Ermordung von Susana. Sie wird nach ihrem Junggesellinnenabschied tot aufgefunden. Die Art und Weise der Tat ist schrecklich brutal und unvorstellbar. Sie hat fürchterlich gelitten, bevor sie endlich Erlösung fand.

Es stellt sich heraus, dass Susanas ältere Schwester auf dieselbe Art umgebracht wurde, doch der Mörder wurde damals gefasst und sitzt seitdem im Gefängnis. Haben wir es hier mit einem Nachahmungstäter zu tun? Oder hat der inzwischen an Demenz leidende, ehemalige Ermittler den Falschen erwischt?

Die Ermittlungen im Fall Susana übernimmt eine Elitetruppe der Polizei, die BAC. Das stößt dem jungen Polizisten Zárate übel auf. Er möchte sich den Fall nicht einfach so aus der Hand nehmen lassen. Mit einer kleinen List macht er die Räume der BAC ausfindig und erhält tatsächlich die Chance an diesem Fall mitzuarbeiten.

Die ersten Kapitel schleichen sehr langsam voran. Und die spanischen Namen der Protagonisten bereiteten mir Schwierigkeiten. Nur die Neugier, was aus dem kleinen Jungen im Schuppen wird, animierte mich weiter zu lesen. Bis es so richtig spannend wurde, brauchte ich etwas Atem.

Doch letztlich hat sich meine langer Atem bezahlt gemacht, denn die Story wurde dann doch noch sehr spannend, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Ich wurde nach Madrid entführt. Dort lernte ich Inspectora Elena Blanco und ihre Kollegen kennen. Ihre außergewöhnlichen Ermittlungsmethoden haben mir sehr gefallen. Auch die gelegentlichen Spannungen im Team passten super in die Geschichte.

Besonders Elena war mir sehr sympathisch. Anfangs dachte  ich: „Oh Gott, was ist denn das für eine?“ Sie ist nicht gerade ein einfacher Mensch und führt einen ungewöhnlichen Lebensstil. Doch je mehr ich von ihr zu lesen bekam, umso besser konnte ich sie verstehen.

Der Schreibstil ist locker und flüssig. Die Ermittlungsarbeiten waren sehr unterhaltsam und die Autorin lockte mich immer wieder auf eine falsche Fährte.

Die Spannung steigt stetig an und das Buch nimmt so manche interessante Wendungen.

Obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist, lässt das Ende vermuten, dass wir noch mehr von Elena Blanco zu lesen bekommen. Schade das die Atmosphäre von Madrid nicht so rüber kam, aber vielleicht kann das Frau Mola ja in ihrem nächsten Buch ändern.

Fazit:

Die Geschichte fängt ruhig an und steigert sich dann von Kapitel zu Kapitel, bis hin zu einer wirklich spannenden Story. Für mich ein solider Thriller mit einem gut durchdachten, undurchschaubaren Plot und toll gezeichneten Charakteren.

Ich empfehle das Buch trotz der Längen weiter, aber man sollte nicht zu hohe Erwartungen haben.

Simon Beckett: Die ewigen Toten

Verlorene Orte, vergessene Tote…

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Verlag: Rowohlt
Hardcover-Buch mit 480 Seiten
erschienen: Februar 2019
Genre: Thriller
Preis: 22,95 €
Bestellbar: hier

Autor:
Simon Beckett ist einer der erfolgreichsten englischen Thrillerautoren. Seine Serie um den forensischen Anthropologen David Hunter wird rund um den Globus gelesen: «Die Chemie des Todes», «Kalte Asche», «Leichenblässe», «Verwesung» und «Totenfang» waren allesamt Bestseller. Sein atmosphärischer Psychothriller „Der Hof“ erreichte Platz 1 der Bestsellerliste. Simon Beckett ist verheiratet und lebt in Sheffield.

Klappentext:
Im 6. Teil der Bestsellerreihe um David Hunter ermittelt der forensische Anthropologe in einem verlassenen Krankenhaus mit schreckensreicher Vergangenheit.
Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert.
Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt…

Meine Meinung:
In seinem neusten Fall verschlägt es David Hunter in ein verlassenes Krankenhaus, welches zum Abriss bereit steht.

Doch wird sich der Abriss noch etwas verzögern, denn das St. Jude birgt mehr als verlassene Klinikbetten und düstere Flure. Auf dem Dachboden wird die Leiche einer schwangeren Frau gefunden. Bei der Bergung der Leiche, stürzt der Boden ein und die Polizei entdeckt einen fensterlosen Raum, der auf keinem Plan verzeichnet ist. Ein verstecktes Krankenzimmer mit noch belegten Betten? Was geht hier vor?

David Hunter steht in diesem Fall wieder einmal vor der Herausforderung die Leichen zu identifizieren und neue Ermittlungshinweise zu liefern. Doch ermittelt er dieses Mal nicht alleine. Er wird mit einem sehr jungen Kollegen konfrontiert. Dem von sich sehr eingenommene Dr. Mears. Doch irgendetwas stimmt mit diesem Mears nicht. Warum liefert er keine Untersuchungsergebnisse?

Die düstere und sehr bedrückende Atmosphäre des leerstehenden Krankenhauses trägt positiv zur Geschichte bei. Hier hat der Autor eine tolle Kulisse gewählt, die sehr viel Potenzial hat. Allein die Vorstellung, durch ein verlassenes, heruntergekommenes Krankenhaus zu gehen, löste bei mir Beklemmungen aus. Doch leider ließ der Autor dieses Potenzial völlig ungenutzt. Schade eigentlich, da hätte ich mir ein wenig mehr erhofft.

Das Buch ist in drei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen wird das St. Jude auf den Kopf gestellt, in der Hoffnung nicht noch mehr Leichen zu finden. Dann verfolgen wir natürlich die polizeiliche und forensische Mordermittlung die nicht ganz reibungslos verläuft und in einem dritten Erzählstrang lernen wir Lola und ihren pflegebedürftigen Sohn kennen, die in der Nähe des alten Krankenhauses wohnen. Eigentlich gibt es noch einen 4ten Strang. Hier wird ein  weit zurückliegendes Ereignis aus einem anderen Band wieder aufgegriffen. Das hat mich fast am meisten begeistert.

Die einzelnen Handlungsstränge sind eng miteinander verwoben und ziehen sich wie ein roter Faden durch den Thriller. Alle Fäden laufen am Ende zu einer logischen und befriedigenden Auflösung zusammen.

Obwohl ich die Handlung stellenweise ein bisschen langatmig fand, fesselte mich die Story dennoch sehr. Was meiner Meinung nach allerdings ein bisschen zu kurz kam war die Beschreibung Hunters Arbeit in der Forensik.

Der Schreibstil ist wieder absolut gelungen. Wie schon erwähnt gibt es stellenweise Längen, die aber im Verlauf des Buches mit rasanten Wendungen wieder ausgebügelt werden.

Auch wenn ich recht früh einen Verdacht hatte, der sich immer mehr verhärtet und am Ende auch bewahrheitet hat, war die Entwicklung der Geschichte an keiner Stelle langweilig.

Fazit:
Ich hatte mich sehr gefreut als ich den sechsten Fall um den sympathischen Anthropologen David Hunter in einem Buchregal entdeckt hatte – und ich wurde nicht enttäuscht. Simon Beckett hat einen sehr beklemmenden Thriller geschaffen, der mir trotz eines etwas zähen Mittelteils spannende Lesestunden bereitet hat. Es war nicht der beste Hunter-Fall, aber trotzdem sehr lesenswert.

Andreas Winkelmann: Höllental

Die Angst treibt sie in den Tod – und ihr letzter Blick schickt einen Mann auf die Suche nach dem Mörder …

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 352 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Thriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Im ersten Schnee des Winters steht eine junge Frau auf einer Eisenbrücke hoch über der Höllentalklamm. Sie ist fest entschlossen, sich in die Tiefe zu stürzen. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, versucht noch sie aufzuhalten, doch vergeblich. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick – ein Blick voll entsetzlicher Angst, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Er macht sich daran, die Hintergründe dieses Selbstmords herauszufinden. Und stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird …

Meine Meinung:
Hinauf! Schnell läuft Laura hinauf durch die Höllentalklamm, um sich dort von der Brücke zu stürzen. Fast droht ihr Plan zu scheitern, denn im letzten Moment taucht der Bergwachtretter Roman Jäger auf der Brücke auf. Er kann die junge Frau zwar noch rechtzeitig erreichen und an einer Hand packen, doch Laura will nicht gerettet werden. Sie befreit sich aus seinem Griff und stürzt in die Tiefe.

Warum? Vor wem oder was hatte sie solche Angst?

Ihr letzter Blick verfolgt Roman in seinen Träumen und er beginnt, sich mit den Hintergründen von Lauras Selbstmord zu beschäftigen. Er lernt Lauras beste Freundin Mara kennen und erfährt mehr über Lauras Vergangenheit. Er ahnt nicht, dass er damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in seiner Nähe in große Gefahr bringt.

Als die Eltern von Lauras Selbstmord erfahren, wollen sie nicht an einen Freitod glauben. Das passt einfach nicht zu ihr. Irgendjemand muss sie in den Tod getrieben haben. Ein Privatdetektiv soll Licht ins Dunkel bringen.

Die ehemalige Clique von Laura findet, nach der Nachricht des Selbstmordes, wieder zusammen und es ist von einem merkwürdigem Ereignis im Sommer die Rede. Allerdings erfährt man nur bröckchenweise was da vorgefallen ist, sodass man die genauen Hintergründe zum Tod erst am Ende erfährt.

In einem zweiten Erzählstrang befinden wir uns auf einmal mitten in der Wüste von Afghanistan, zusammen mit einem jungen Bundeswehrsoldaten. Er hat einen Anschlag überlebt, gerät aber danach in Gefangenschaft und wird gefoltert. Doch sein Mädchen gibt ihm Kraft und Durchhaltevermögen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Wir begleiten Lauras Freunde, ihre Eltern und auch Roman Jäger. Sogar der geheimnisvolle Soldat meldet sich hin und wieder zu Wort, wobei mir aber nicht klar war, ob oder was er mit Laura zu tun haben soll.

Nachdem ich aber mehr von dem jungen Soldaten erfahren habe, wird klar worauf Herr Winkelmann hinaus will.

Die Spannung hält der Autor durchweg aufrecht und erzählt eine sehr fesselnde Geschichte. Auch die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und die zeitlichen und örtlichen Sprünge haben der Geschichte noch Pfeffer verliehen. Ich mag es, wenn durch Retroperspektiven immer mehr Licht ins Dunkel gebracht wird.

Es gab tiefe Einblicke in die Psyche des Täters und ich hoffe das ich niemals einem solchen Menschen begegne.

Was die Auflösung am Ende angeht konnte mich Herr Winkelmann nicht zu 100% überzeugen. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich ganz anders als Laura gehandelt hätte.

Fazit:
Lauras sinnloser Tod, falsche Freunde, faule Beamte, blutige Todesfälle und ein Psychopath haben mir tolle Lesestunden bereitet. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung!!!

Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Dankeschön!