Carmen Mola: Er will sie sterben sehen

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Er hat ihre Schwester ermordet. Jetzt ist sie dran.

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Verlag: Penguin Verlag
Taschenbuch mit 464 Seiten
erschienen: Juni 2019
Genre: Thriller
Preis: 10,00€
Bestellbar: hier

Autorin:
Carmen Mola bevorzugt es, ihre wahre Identität nicht preiszugeben. Ihr Thriller »Er will sie sterben sehen« wurde schon vor dem Erscheinen in zahlreiche Länder verkauft und stieg in Spanien direkt in die Top Ten der Bestsellerliste ein.

Klappentext:
Die 22-jährige Susana verschwindet nach ihrem Junggesellinnenabschied spurlos. Was die Polizei vorfindet, als man sie Tage später zum Fundort der Leiche ruft, weckt das kalte Grauen: Die junge Frau wurde ermordet, indem man ihr Löcher in den Schädel bohrte und Würmer einführte, die bei lebendigem Leib das Gehirn fraßen. Dann stellt sich heraus, dass Susanas ältere Schwester auf dieselbe Art und Weise umgebracht wurde – und für diese Tat sitzt ein Mann hinter Gittern. Hat man den Falschen verurteilt und weggesperrt? Oder gibt es einen Nachahmer? Und warum mussten beide Schwestern ausgerechnet am Vorabend ihrer Hochzeit sterben?

Ich habe gelesen:
Dieses Buch ist der Auftakt einer spanischen Thriller-Reihe mit Inspectora Elena Blanco.

Der Klappentext hat mich direkt angesprochen und somit hatte ich große Erwartungen an die Lektüre.

Die Geschichte beginnt mit einem sehr spannenden Prolog und ich freute mich auf eine tolle Story. Ein keiner Junge kämpft in einem Schuppen ums Überleben. Es scheint keinen Ausweg für ihn zu geben. Zwischen den Kapiteln lande ich immer wieder bei diesem kleinen Jungen und ich fieberte mit ihm. Wird er überleben?

Die Haupthandlung beschäftigt sich mit der Ermordung von Susana. Sie wird nach ihrem Junggesellinnenabschied tot aufgefunden. Die Art und Weise der Tat ist schrecklich brutal und unvorstellbar. Sie hat fürchterlich gelitten, bevor sie endlich Erlösung fand.

Es stellt sich heraus, dass Susanas ältere Schwester auf dieselbe Art umgebracht wurde, doch der Mörder wurde damals gefasst und sitzt seitdem im Gefängnis. Haben wir es hier mit einem Nachahmungstäter zu tun? Oder hat der inzwischen an Demenz leidende, ehemalige Ermittler den Falschen erwischt?

Die Ermittlungen im Fall Susana übernimmt eine Elitetruppe der Polizei, die BAC. Das stößt dem jungen Polizisten Zárate übel auf. Er möchte sich den Fall nicht einfach so aus der Hand nehmen lassen. Mit einer kleinen List macht er die Räume der BAC ausfindig und erhält tatsächlich die Chance an diesem Fall mitzuarbeiten.

Die ersten Kapitel schleichen sehr langsam voran. Und die spanischen Namen der Protagonisten bereiteten mir Schwierigkeiten. Nur die Neugier, was aus dem kleinen Jungen im Schuppen wird, animierte mich weiter zu lesen. Bis es so richtig spannend wurde, brauchte ich etwas Atem.

Doch letztlich hat sich meine langer Atem bezahlt gemacht, denn die Story wurde dann doch noch sehr spannend, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Ich wurde nach Madrid entführt. Dort lernte ich Inspectora Elena Blanco und ihre Kollegen kennen. Ihre außergewöhnlichen Ermittlungsmethoden haben mir sehr gefallen. Auch die gelegentlichen Spannungen im Team passten super in die Geschichte.

Besonders Elena war mir sehr sympathisch. Anfangs dachte  ich: „Oh Gott, was ist denn das für eine?“ Sie ist nicht gerade ein einfacher Mensch und führt einen ungewöhnlichen Lebensstil. Doch je mehr ich von ihr zu lesen bekam, umso besser konnte ich sie verstehen.

Der Schreibstil ist locker und flüssig. Die Ermittlungsarbeiten waren sehr unterhaltsam und die Autorin lockte mich immer wieder auf eine falsche Fährte.

Die Spannung steigt stetig an und das Buch nimmt so manche interessante Wendungen.

Obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist, lässt das Ende vermuten, dass wir noch mehr von Elena Blanco zu lesen bekommen. Schade das die Atmosphäre von Madrid nicht so rüber kam, aber vielleicht kann das Frau Mola ja in ihrem nächsten Buch ändern.

Fazit:

Die Geschichte fängt ruhig an und steigert sich dann von Kapitel zu Kapitel, bis hin zu einer wirklich spannenden Story. Für mich ein solider Thriller mit einem gut durchdachten, undurchschaubaren Plot und toll gezeichneten Charakteren.

Ich empfehle das Buch trotz der Längen weiter, aber man sollte nicht zu hohe Erwartungen haben.

Simon Beckett: Die ewigen Toten

Verlorene Orte, vergessene Tote…

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Verlag: Rowohlt
Hardcover-Buch mit 480 Seiten
erschienen: Februar 2019
Genre: Thriller
Preis: 22,95 €
Bestellbar: hier

Autor:
Simon Beckett ist einer der erfolgreichsten englischen Thrillerautoren. Seine Serie um den forensischen Anthropologen David Hunter wird rund um den Globus gelesen: «Die Chemie des Todes», «Kalte Asche», «Leichenblässe», «Verwesung» und «Totenfang» waren allesamt Bestseller. Sein atmosphärischer Psychothriller „Der Hof“ erreichte Platz 1 der Bestsellerliste. Simon Beckett ist verheiratet und lebt in Sheffield.

Klappentext:
Im 6. Teil der Bestsellerreihe um David Hunter ermittelt der forensische Anthropologe in einem verlassenen Krankenhaus mit schreckensreicher Vergangenheit.
Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert.
Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt…

Meine Meinung:
In seinem neusten Fall verschlägt es David Hunter in ein verlassenes Krankenhaus, welches zum Abriss bereit steht.

Doch wird sich der Abriss noch etwas verzögern, denn das St. Jude birgt mehr als verlassene Klinikbetten und düstere Flure. Auf dem Dachboden wird die Leiche einer schwangeren Frau gefunden. Bei der Bergung der Leiche, stürzt der Boden ein und die Polizei entdeckt einen fensterlosen Raum, der auf keinem Plan verzeichnet ist. Ein verstecktes Krankenzimmer mit noch belegten Betten? Was geht hier vor?

David Hunter steht in diesem Fall wieder einmal vor der Herausforderung die Leichen zu identifizieren und neue Ermittlungshinweise zu liefern. Doch ermittelt er dieses Mal nicht alleine. Er wird mit einem sehr jungen Kollegen konfrontiert. Dem von sich sehr eingenommene Dr. Mears. Doch irgendetwas stimmt mit diesem Mears nicht. Warum liefert er keine Untersuchungsergebnisse?

Die düstere und sehr bedrückende Atmosphäre des leerstehenden Krankenhauses trägt positiv zur Geschichte bei. Hier hat der Autor eine tolle Kulisse gewählt, die sehr viel Potenzial hat. Allein die Vorstellung, durch ein verlassenes, heruntergekommenes Krankenhaus zu gehen, löste bei mir Beklemmungen aus. Doch leider ließ der Autor dieses Potenzial völlig ungenutzt. Schade eigentlich, da hätte ich mir ein wenig mehr erhofft.

Das Buch ist in drei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen wird das St. Jude auf den Kopf gestellt, in der Hoffnung nicht noch mehr Leichen zu finden. Dann verfolgen wir natürlich die polizeiliche und forensische Mordermittlung die nicht ganz reibungslos verläuft und in einem dritten Erzählstrang lernen wir Lola und ihren pflegebedürftigen Sohn kennen, die in der Nähe des alten Krankenhauses wohnen. Eigentlich gibt es noch einen 4ten Strang. Hier wird ein  weit zurückliegendes Ereignis aus einem anderen Band wieder aufgegriffen. Das hat mich fast am meisten begeistert.

Die einzelnen Handlungsstränge sind eng miteinander verwoben und ziehen sich wie ein roter Faden durch den Thriller. Alle Fäden laufen am Ende zu einer logischen und befriedigenden Auflösung zusammen.

Obwohl ich die Handlung stellenweise ein bisschen langatmig fand, fesselte mich die Story dennoch sehr. Was meiner Meinung nach allerdings ein bisschen zu kurz kam war die Beschreibung Hunters Arbeit in der Forensik.

Der Schreibstil ist wieder absolut gelungen. Wie schon erwähnt gibt es stellenweise Längen, die aber im Verlauf des Buches mit rasanten Wendungen wieder ausgebügelt werden.

Auch wenn ich recht früh einen Verdacht hatte, der sich immer mehr verhärtet und am Ende auch bewahrheitet hat, war die Entwicklung der Geschichte an keiner Stelle langweilig.

Fazit:
Ich hatte mich sehr gefreut als ich den sechsten Fall um den sympathischen Anthropologen David Hunter in einem Buchregal entdeckt hatte – und ich wurde nicht enttäuscht. Simon Beckett hat einen sehr beklemmenden Thriller geschaffen, der mir trotz eines etwas zähen Mittelteils spannende Lesestunden bereitet hat. Es war nicht der beste Hunter-Fall, aber trotzdem sehr lesenswert.

Andreas Winkelmann: Höllental

Die Angst treibt sie in den Tod – und ihr letzter Blick schickt einen Mann auf die Suche nach dem Mörder …

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Verlag: Goldmann
Taschenbuch mit 352 Seiten
erschienen: Dezember 2018
Genre: Thriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. »Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus«, beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Klappentext:
Im ersten Schnee des Winters steht eine junge Frau auf einer Eisenbrücke hoch über der Höllentalklamm. Sie ist fest entschlossen, sich in die Tiefe zu stürzen. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, versucht noch sie aufzuhalten, doch vergeblich. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick – ein Blick voll entsetzlicher Angst, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Er macht sich daran, die Hintergründe dieses Selbstmords herauszufinden. Und stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird …

Meine Meinung:
Hinauf! Schnell läuft Laura hinauf durch die Höllentalklamm, um sich dort von der Brücke zu stürzen. Fast droht ihr Plan zu scheitern, denn im letzten Moment taucht der Bergwachtretter Roman Jäger auf der Brücke auf. Er kann die junge Frau zwar noch rechtzeitig erreichen und an einer Hand packen, doch Laura will nicht gerettet werden. Sie befreit sich aus seinem Griff und stürzt in die Tiefe.

Warum? Vor wem oder was hatte sie solche Angst?

Ihr letzter Blick verfolgt Roman in seinen Träumen und er beginnt, sich mit den Hintergründen von Lauras Selbstmord zu beschäftigen. Er lernt Lauras beste Freundin Mara kennen und erfährt mehr über Lauras Vergangenheit. Er ahnt nicht, dass er damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in seiner Nähe in große Gefahr bringt.

Als die Eltern von Lauras Selbstmord erfahren, wollen sie nicht an einen Freitod glauben. Das passt einfach nicht zu ihr. Irgendjemand muss sie in den Tod getrieben haben. Ein Privatdetektiv soll Licht ins Dunkel bringen.

Die ehemalige Clique von Laura findet, nach der Nachricht des Selbstmordes, wieder zusammen und es ist von einem merkwürdigem Ereignis im Sommer die Rede. Allerdings erfährt man nur bröckchenweise was da vorgefallen ist, sodass man die genauen Hintergründe zum Tod erst am Ende erfährt.

In einem zweiten Erzählstrang befinden wir uns auf einmal mitten in der Wüste von Afghanistan, zusammen mit einem jungen Bundeswehrsoldaten. Er hat einen Anschlag überlebt, gerät aber danach in Gefangenschaft und wird gefoltert. Doch sein Mädchen gibt ihm Kraft und Durchhaltevermögen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Wir begleiten Lauras Freunde, ihre Eltern und auch Roman Jäger. Sogar der geheimnisvolle Soldat meldet sich hin und wieder zu Wort, wobei mir aber nicht klar war, ob oder was er mit Laura zu tun haben soll.

Nachdem ich aber mehr von dem jungen Soldaten erfahren habe, wird klar worauf Herr Winkelmann hinaus will.

Die Spannung hält der Autor durchweg aufrecht und erzählt eine sehr fesselnde Geschichte. Auch die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und die zeitlichen und örtlichen Sprünge haben der Geschichte noch Pfeffer verliehen. Ich mag es, wenn durch Retroperspektiven immer mehr Licht ins Dunkel gebracht wird.

Es gab tiefe Einblicke in die Psyche des Täters und ich hoffe das ich niemals einem solchen Menschen begegne.

Was die Auflösung am Ende angeht konnte mich Herr Winkelmann nicht zu 100% überzeugen. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich ganz anders als Laura gehandelt hätte.

Fazit:
Lauras sinnloser Tod, falsche Freunde, faule Beamte, blutige Todesfälle und ein Psychopath haben mir tolle Lesestunden bereitet. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung!!!

Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Dankeschön!

Lorenz Strassen: Blutacker

Wer Geld sät, erntet Tod

Nicholas Meller und Nina aus „Angstmörder“ sind zurück.

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Verlag: Heyne
Klappenbroschur mit 352 Seiten
erschienen: November 2018
Genre: Thriller
Preis: 12,99€
Bestellbar: hier

Autor:
Lorenz Stassen, geboren 1969, wuchs in Solingen auf und wurde zunächst Chemielaborant. Er wechselte ins Film- und Fernsehgeschäft und arbeitet seit 1997 als freischaffender Drehbuchautor, u. a. für »Alarm für Cobra 11« und »Soko Köln / Soko Stuttgart«. »Angstmörder« ist sein erster Roman. Lorenz Stassen lebt in Köln.

Klappentext:
Seit der junge Anwalt Nicolas Meller den Angstmörder zur Strecke gebracht hat, geht es für ihn bergauf. Er hat zahlungskräftige Mandanten, ein neues Büro in der Innenstadt von Köln und mehrere Angestellte. Privat ist er mit Nina zusammengezogen, einst seine Referendarin und jetzt Lebenspartnerin. Doch dann bringt Hauptkommissar Rongen eine beunruhigende Nachricht: Ein Paketbote wurde brutal ermordet – und das einzige Paket, das entwendet wurde, war adressiert an: Nicolas Meller. Die Schlinge um den Kopf von Nic und Nina zieht sich erbarmungslos zusammen!

Ich habe gelesen:
In Blutacker setzt Lorenz Stassen die Hauptprotagonisten Nicolas Meller, Nina Vonhoegen und Thomas Rongen, die ich bereits aus der „Angstmörder“ kenne, in eine neue Story ein und ich war schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Nachdem Nicolas Meller den Angstmörder zur Strecke gebracht hat ist er nicht mehr der erfolglose Anwalt. Er umgibt sich mittlerweile mit kostspieligen Statussymbolen wie einem Aston Martin, hat eine große Kanzlei und ist mit Nina zusammen gezogen.

Durch einen Auftrag eines Barons verkehrt Nicolas plötzlich in höheren Kreisen. Er gerät in den Fokus von reichen, korrupten Menschen. Aber wie wir alle wissen ist Geld und Erfolg nicht alles und man wird schnell zur Zielscheibe. Das wird in diesem Buch deutlich aufgezeigt.

Der Einblick in die Welt der Schönen und Reichen hat mir sehr gut gefallen. So viele Blender. Mehr Schein als sein. Nicolas muss hier wirklich Acht geben. Wem kann er trauen und wem nicht?

Die Handlung an sich war sehr stimmig und gar nicht Realitätsfern. „Geld regiert die Welt.“ Dieses Thema wurde meiner Meinung nach zu sehr ausgebaut und gab dem Buch einen sehr faden Beigeschmack.

Leider hat mir das Buch nicht so gut gefallen, denn mir fehlte hier einfach der Thrill.

Die kurzen Kapitel und die flüssige Schreibweise lockerten das Ganze zwar auf und machten aus Blutacker eine schnell zu lesende Lektüre. Doch leider kam keine rechte Spannung auf und das Gänsehautfeeling blieb völlig aus. Auch der Showdown konnte das nicht ändern.

Fazit:
Die Story war interessant, aber das war es dann leider auch schon.

Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Lieben Dank!

Ashley Dyer: Tattoo

Dein Körper ist seine Leinwand – und seine Absichten sind mörderisch!

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Verlag: Blanvalet
Klappenbroschur mit 560 Seiten
Originaltitel: Splinter in the Blood
erschienen: Oktober 2018
Genre: Thriller
Preis: 12,99€
Bestellbar: hier

Autorinnen:
Hinter dem Pseudonym Ashley Dyer verbergen sich die englische Thrillerautorin Margaret Murphy und die Forensikexpertin Helen Pepper.
Margaret Murphy, geboren und aufgewachsen in Liverpool, ist Autorin zahlreicher hochgelobter Kriminalromane, die international veröffentlicht wurden. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit engagiert sie sich seit vielen Jahren für die Förderung der Kriminalliteratur. Sie war Vorsitzende der britischen Crime Writers‘ Association und ist als Schreibtutorin und Dozentin für den Royal Literary Fund tätig.
Helen Pepper hat als Tatortermittlerin und Leiterin der Spurensicherung mehr als dreitausend Tatorte untersucht. Sie hat zahlreiche Beiträge zur kriminalistischen Fachliteratur verfasst, hält Vorlesungen und Vorträge und engagiert sich in der Crime Writers‘ Association als Jurorin. Ihr Fachwissen ist sehr gefragt, so ist sie u.a. als Beraterin für die britischen TV-Serien »Vera« und »Mord auf Shetland« tätig.

Klappentext:
Liverpool: Ein perfider Frauenmörder hält die Stadt in Atem. Seine Opfer findet man stets sorgfältig arrangiert und von Kopf bis Fuß mit kryptischen Tätowierungen bedeckt – die ihnen vor ihrem Tod mit einem Dorn beigebracht wurden. Detective Greg Carver und seine Kollegin Ruth Lake machen seit Monaten Jagd auf den »Dornenkiller« – ohne Erfolg. Dann wird erneut eine tätowierte Leiche gefunden. Das Opfer sieht Carvers Frau zum Verwechseln ähnlich, und Carver wird klar: Der Killer jagt auch ihn …

Meine Meinung zum Buch:
Bereits seit einem Jahr ermitteln DCI Greg Carver und Sergeant Ruth Lake im Fall des sogenannten „Dornenkillers“.

Fünf Frauen sind ihm bereits zum Opfer gefallen. Er hält sie gefangen, tätowiert sie, um sie dann an einem öffentlichen Ort zu arrangieren.

Das Buchcover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen und ich habe mich auf eine wilde Verfolgungsjagd mit dem Dornenkiller gefreut und auf Szenen die mir unter die Haut gehen.

Doch irgendwie war das Buch am Ende so ganz anders als ich es erwartet habe. Unter die Haut gehen hier nur die Dornen, die der Mörder für seine Tattoos benutzt. Und die Suche nach ihm ist leider nur eine Rahmenhandlung.

„Tattoo“ ist für mich eher ein Krimi. Langsamer Spannungsaufbau mit einigen Längen, aber trotzdem nicht schlecht und durchaus interessant. Es wird aber ein spannender Thriller angepriesen und das sorgte bei mir zwangsläufig für Enttäuschung.

Gleich zu Beginn findet Ruth ihren Freund und Kollegen Greg angeschossen und bewusstlos in seiner Wohnung und verwischt die Spuren. Doch warum? Hat sie auf ihn geschossen? Was hat sie zu verbergen?

Mit diesem Ereignis rückt der Dornenkiller völlig in den Hintergrund und es geht fast ausschließlich um den Anschlag auf Greg Carver.

Nach dem Übergriff befindet sich Greg erstmal im Krankenhaus und so übernimmt Ruth die Ermittlungen und fahndet weiter nach dem Frauenmörder. Sie konzentriert sich vor allem auf das letzte Opfer Kara. Diese Nachforschungen nehmen einen großen Teil der Handlung ein und hätten, meiner Meinung nach, um einiges gekürzt werden können. Über die vier anderen Opfer erfährt man dagegen kaum etwas. Sie erscheinen ebenso kurz auf der Buchfläche wie der „Dornenkiller“ selbst.

Aber auch der Mordanschlag auf Greg, lässt Ruth keine Ruhe und sie schafft es nicht, sich aus den Ermittlungen raus zu halten. Nach und nach fördert sie immer mehr Lügen um Greg ans Licht. Doch auch Ruth umgibt ein mysteriöses Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, welches aber leider nicht aufgeklärt wird.

Mir wurden tolle Ermittlungen geboten und bis zum Schluss blieb der Täter für mich ungreifbar.

Erzählt wird aus Sicht von Ruth und Greg und es gab auch ein paar Kapitel aus Sicht des Killers.

Erst auf den ca. letzten 100 Seiten taucht der Dornenkiller dann endlich aus seiner Versenkung auf und die Geschichte nimmt nochmal richtig an Fahrt auf.

Fazit:
Abschließend kann ich sagen, dass mich das Buch durchaus überzeugt hat. Abgesehen von einigen Längen war das Buch spannend und schlüssig. Allerdings wurde ich mit den Protagonisten nicht richtig warm. Jeder machte sein eigenes Ding und hatte Geheimnisse vor dem Anderen, obwohl doch eigentlich so eine dicke Freundschaft besteht.

Es scheint sich bei „Tattoo“ um das Debüt einer Thriller-Reihe zu handeln. Nun weiß ich auf was ich mich im möglichen nächsten Band einstellen kann und ich bin der festen Überzeugung, dass das Autorenteam sich in einem weiteren Teil noch steigern wird und eine tolle neue Reihe auf uns wartet, denn Potenzial nach oben ist auf jeden Fall vorhanden.