Yrsa Sigurdardottir: Abgrund

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Jemand hat dem Toten einen Nagel in die Brust gerammt. Jemand hat das Kind in der Wohnung des Toten versteckt. Jemand ist für das Verschwinden der Eltern verantwortlich. Jemand könnte ein weiteres Mal zuschlagen…

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Verlag: btb
Klappenbroschur mit 400 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 15,00€
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir, geboren 1963, ist eine vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, deren Spannungsromane in über 30 Ländern erscheinen. Sie zählt zu den „besten Kriminalautoren der Welt“ (Times). Sigurdardóttir lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Reykjavík. Sie debütierte 2005 mit „Das letzte Ritual“, einer Folge von Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir. DNA ist Start einer neuen Serie um die Psychologin Freyja und Kommissar Huldar von der Kripo Reykjavik.

Klappentext:
Ein Toter, erhängt auf einer alten Hinrichtungsstätte in einem Lavafeld nahe des Präsidentensitzes. Eine ominöse Nachricht, mit einem Nagel in dessen Brust gerammt. Ein kleiner Junge, den man schließlich in der Wohnung des Toten findet. Schwer traumatisiert. Ohne jegliche Erinnerung.

Band 4 der Erfolgsreihe: Kommissar Huldar und Psychologin Freyja auf der Spur eines schwer zu fassenden Verbrechens.

Ich habe gelesen:
Frau Sigurdardottir steigt direkt ins Geschehen ein. Ich begleite Helgi zu seiner Hinrichtung. Er ist total unter Drogen gesetzt und bekommt, zum Glück, so gut wie nichts von seiner Ermordung mit.

Zunächst geht die Polizei von Selbstmord aus. Doch bei genauer Betrachtung des Opfers wird ein Papierfetzen, welcher mit einer Nagelpistole an der Brust befestigt ist, entdeckt. Leider fehlt der Rest vom Papier, aber nun wissen die Ermittler, dass sie es mit Mord zu tun haben.

Kinderpsychologin Freyja geht zur gleichen Zeit einem Hinweis nach, bei dem sich ein unbeaufsichtigtes Kind in einer Wohnung befindet. Und wie es der Zufall so will, handelt es sich bei der Wohnung, um die des Mordopfers. Das führt dazu, dass sich die Wege von Freyja und Kommissar Huldar auch in diesem Fall wieder kreuzen.

Der kleine Junge heißt Siggi und ist vier Jahre alt. Doch wo sind seine Eltern? Er kennt lediglich ihre Spitznamen, weiß nicht wo er wohnt und wie er in diese Wohnung gekommen ist.

Gruppenleiterin Erla steht sichtlich unter Druck, denn der Mord an Helgi ist sehr mysteriös und auch die Suche nach den Eltern des kleinen Jungen gestaltet sich sehr schwierig. Augenscheinlich gibt es keinerlei Verbindungen zwischen den beiden Fällen.

Was ist hier los? Und wie passt der kleine Siggi ins Bild?

Die mühsame Ermittlungsarbeit wird sehr gut und fesselnd dargestellt. Für mich war es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Akribisch werden Spuren gesammelt, ausgewertet und die Puzzleteile zusammengesetzt.

Der Einstieg war bereits super spannend und ich war sehr auf die Auflösung gespannt. Und natürlich war ich auch neugierig, ob Huldar und Freyja endlich zueinander finden. Die Versuche von Huldar bei Freyja zu landen waren ja wieder sehr amüsant.

Allgemein sind die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere sehr erfrischend. Huldar und seine Vorgesetzte Erla, die mal eine Nacht miteinander verbracht haben. Gudlaugur und sein Coming Out. Die neue Berufspraktikantin Lina, die Erla mit ihren Anmerkungen zur Weißglut treibt. Freyja und ihre kleine, grieskrämige Nichte Saga. Einfach nur toll.

Wieder ein spannender Fall der eher ruhig und unblutig ist. Wo es zunächst scheinbar keine Verbindungen zwischen der Ermordung von Helgi und dem kleinen Siggi gibt, werden Zusammenhänge durch hartnäckige Ermittlungsarbeit aufgedeckt und nach und nach zu einem vollständigen Bild zusammengefügt. Dabei kommen Motive ans Tageslicht, die den Leser in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lassen.

Fazit:
Mit „Abgrund“ hat die isländische Autorin Yrsa Sigurdardottir bereits ihren vierten Thriller um den Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freyja geschrieben. Ich habe alle gelesen und bin von jedem einzelnen Buch absolut begeistert.

Die Story ist sehr harmonisch und spannend bis zum Ende und verdient eine Leseempfehlung. Ich freue mich auf mehr Huldar&Freyja und andere mir liebgewonnene Charaktere!!!!

Hendrik Berg: Eisiger Nebel

*Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Mit dem Eisnebel kommt der Tod an die Nordsee

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Verlag: Goldmann 
Taschenbuch mit 352 Seiten
Erschienen im März 2020
Genre: Nordsee-Krimi
Preis: 10,00€
Bestellbar: hier

Autor:
Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitet er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

Klappentext:
Über die Küste Nordfrieslands bricht eine Kältewelle herein – und sie bringt Schlimmeres als Schnee und Eis. Im Husumer Hafen wird die übel zugerichtete Leiche eines Unbekannten aus dem Wasser gefischt. Kommissar Theo Krumme nimmt mit seiner Kollegin Pat die Ermittlungen auf. Die Spur führt sie in einen kleinen Ort auf der Halbinsel Eiderstedt, dessen Einwohner eng zusammenhalten. Und als ein Eisnebel über dem Deich heraufzieht, müssen Krumme und Pat die Dorfgemeinschaft vor einem skrupellosen Mörder schützen …

Ich habe gelesen:
Dies ist bereits der sechste Fall von Kommissar Krumme und ich war schon sehr gespannt was mich diesmal erwartet.

Etwas bedroht die Menschen an der Küste Nordfrieslands. Doch was ist?

Es ist jedenfalls nicht die heftige Kältewelle und der Eisnebel, der selbst den abgehärteten Friesen sehr zusetzt.

Ist es vielleicht der Wolf, der sich auf Eiderstedt herumtreiben soll? Oder sind es die zwielichtigen Gestalten, die durch die Gegend streifen?

In einem Hafenbecken wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden und die Ermittler haben einen sehr verzwickten Fall zu lösen.

Wie bereits aus den ersten Büchern gewohnt, tritt das Ermittlerduo Krumme und Pat zusammen auf. Die Spur des Täters führt sie in ein winziges Dorf auf der Halbinsel.

Nach der ersten Befragung der Dorfbewohner haben sie das Gefühl, dass hier irgendwas nicht stimmt und sie auf der richtigen Fährte sind, denn die Einwohner von Bornhörn verschweigen etwas.

Die Charaktere sind liebevoll norddeutsch dargestellt. Da treffen sich zum Beispiel die Frauen von Bornhörn zu ihren regelmäßigen Häkelrunden und tauschen den neusten Klatsch und Tratsch aus. Aktuell über die aufgefundene Leiche und den Wolf, der auf Eiderstedt sein Unwesen treiben soll. Ich habe die Damen direkt vor mir gesehen, wie sie alle mit der Häkelnadel in der Hand in der Stube zusammen sitzen und ein Likörchen nach dem anderen trinken. Herrlich.

Die Spannung baut sich am Anfang langsam auf. Zunächst beschreibt der Autor die Protagonisten und deren Leben. So kann man sich erstmal einen Überblick über die Menschen verschaffen, ehe es so richtig los geht.

Verschiedene Handlungsstränge werden Stück für Stück miteinander zu einem plausiblen Ganzen verwoben.

Auch das Privatleben von Pat und Krumme kommt nicht zu kurz und hat mich wieder, trotz der düsteren Stimmung des Buches, häufig zum Schmunzeln gebracht. Ich habe dieses ungleiche Paar richtig ins Herz geschlossen.

Harke und Watson waren auch wieder mit dabei. Ich finde es toll, dass Hendrik Berg nicht auf Charaktere aus den Vorgängern verzichtet.

Die Personen sind sehr gut ausgearbeitet. Facettenreich mit Ecken und Kanten, die sie zu etwas ganz Besonderem machen.

Der Schreibstil ist gewohnt locker und flüssig und die kurzen Kapitel peitschten mich durch das Buch. Der Autor schafft mit seinen Küsten-Krimis immer eine ganz besondere Atmosphäre. Während des Lesens fühle ich mich immer, als ob ich direkt vor Ort bin. Ich konnte die Küstenluft regelrecht riechen. Einfach toll!

Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, denn sie sind alle in sich abgeschlossen. Ich persönlich finde es aber schön, die Entwicklung der einzelnen Charaktere mitzuerleben, deshalb habe ich auch alle nacheinander gelesen.

Deichmörder -> Lügengrab -> Küstenfluch -> Schwarzes Watt -> Kalte See -> Eisiger Nebel

Fazit:
Für mich war es wieder ein perfekter Küsten-Krimi. Genau so muss es sein. Aufregend, spannend, packend und fesselnd. An keiner Stelle wurde es langweilig. Eine überzeugende Kriminalgeschichte mit echter Nordfriesland-Atmosphäre. Eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber von norddeutschen Krimis

Jennifer Hillier: Liebe mich, töte mich


*Dieses Exemplar wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Der Mörder hinterlässt grausame Botschaften. Und du weißt, sie gelten dir.

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Verlag: Peguin Verlag
Taschenbuch mit 464 Seiten
Genre: Thriller
Preis: 10,00 €
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Jennifer Hillier hat Angst im Dunkeln – bevor sie schlafen geht, überprüft sie mehrmals, ob alle Türen gut verschlossen sind. Trotzdem ist ihr Lieblingsautor Stephen King. Mit ihrem Mann und dem gemeinsamen kleinen Sohn lebt sie in Toronto, Kanada. »Liebe mich, töte mich« ist ihr erstes Buch auf Deutsch.

Klappentext:
Vor vierzehn Jahren kehrte Geos beste Freundin Angela nach einer Party nicht nach Hause zurück. Nun wird ihre zerstückelte Leiche gefunden. Für die Polizei ist schnell klar: Angela ist das Opfer des berüchtigten Serienmörders Calvin James. Doch für Geo ist Calvin nicht nur ein Serienmörder. Für sie ist er ihre erste große Liebe. Seit vierzehn Jahren weiß sie, was in dieser einen Nacht geschah, und vierzehn Jahre lang hat sie niemandem davon erzählt. Doch dann werden weitere Frauen ermordet, auf dieselbe Weise wie damals Angela. Der Mörder hinterlässt am Tatort eindeutige Botschaften. Und diese Botschaften gelten Geo …

Ich habe gelesen:
Georgina (Geo) und Angela waren beste Freundinnen. Doch als sie beide 16 Jahre alt waren sollte sich alles ändern. Nach einer Party wird Angela brutal ermordet und verschwindet spurlos. Geo war Zeugin dieses schrecklichen Verbrechens.

Vierzehn Jahre lang hat Geo geschwiegen und ihr Leben weiter geführt, als wäre nichts gewesen. Sie ist mittlerweile eine erfolgreiche Geschäftsfrau und steht kurz vor ihrer Hochzeit, doch dann holt die Vergangenheit sie ein.

Die zerstückelte Leiche von Angela wird gefunden. Sie ist das erste Opfer eines Serienmörders, der bereits drei weitere Frauen auf dem Gewissen hat. Calvin James wird verhaftet und auch seine Ex-Freundin Geo muss sich vor Gericht verantworten. Sie erhält fünf Jahre für ihr Schweigen.

Die Zeit im Gefängnis ist für Geo nicht einfach, doch sie arrangiert sich mit ihrem Schicksal und boxt sich durch.

Kurz vor Geo’s Entlassung bricht Calvin James aus dem Gefängnis aus und das Morden geht weiter. Die aufgefundenen Leichen sind mit Botschaften versehen und die stehen ohne Zweifel mit Geo in Verbindung.

Doch ist wirklich Calvin für die Mordserie verantwortlich?

Als Geo aus dem Gefängnis entlassen wird, fällt ihr die Wiedereingliederung sehr schwer. Keiner kann vergessen, dass Geo so lange geschwiegen hat, denn wäre sie nach dem Mord an Angela gleich zur Polizei gegangen, hätten die drei Frauen nicht durch Calvins Hände sterben müssen.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive von Geo und ihrem ehemaligen besten Freund Kaiser erzählt. Er ist mittlerweile Polizist und hat damals Calvin und auch Geo verhaftet und ermittelt nun in der aktuellen Mordreihe.

Stück für Stück kommen die Geschehnisse der Nacht um Angelas Verschwinden ans Tageslicht.

Die Protagonisten sind sehr authentisch gezeichnet und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Geo’s Ängste und ihr schlechtes Gewissen. Kaiser, der damals wie heute, in seine beste Freundin Geo verliebt ist und nun in einem Zwiespalt steckt.

Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Sie versteht es, die Geschehnisse sehr bildhaft zu beschreiben und hat den Spannungsbogen bis zur letzten Seite aufrecht erhalten.

Bis zum Ende tappte ich im Dunkeln und wurde überrascht, denn mit diesem Ende hatte ich so gar nicht gerechnet.

Fazit:
Ein sehr packender, spannender und nervenaufreibender Thriller mit unvorhersehbaren Wendungen. Ein echter Pageturner mit einer sehr gut durchdachten Story und glaubwürdigen Charakteren. Dieses Buch ist wirklich lesenswert.

Eric Berg: Die Mörderinsel

*Dieses Exemplar wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

Ein ermordetes Mädchen, ein freigesprochener Täter, ein Dorf in Aufruhr…

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Verlag: Limes
Klappenbroschur mit 480 Seiten
Genre: Kriminalroman
Preis: 15,00€
Bestellbar: kaufen

Autor:
Eric Berg zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Autoren. 2013 verwirklichte er einen lang gehegten schriftstellerischen Traum und veröffentlichte seinen ersten Kriminalroman »Das Nebelhaus«, der 2017 mit Felicitas Woll in der Hauptrolle der Journalistin Doro Kagel verfilmt wurde. Seither begeistert Eric Berg mit jedem seiner Romane Leser und Kritiker aufs Neue und erobert regelmäßig die Bestsellerlisten. In seinem neusten Kriminalroman »Die Mörderinsel« ermittelt Doro Kagel in ihrem zweiten Fall.

Klappentext:
Frühsommer: Der Hotelbesitzer Holger Simonsmeyer, angeklagt des Mordes an einer jungen Frau aus seinem Heimatdorf Trenthin, wird freigesprochen. Er und seine Familie hoffen, damit sei nun endlich alles überstanden. Doch im Dorf herrscht Misstrauen, nur wenige glauben an die Unschuld des Hoteliers. Dann wird erneut ein junges Mädchen ermordet aufgefunden …
Spätsommer: Schockiert steht die Journalistin Doro Kagel vor den Ruinen eines ausgebrannten Hauses in Trenthin. Vor Monaten hatte Bettina Simonsmeyer sie inständig gebeten, ebenso ausführlich über den Freispruch ihres Mannes zu berichten wie zuvor über den Mordprozess. Doro hatte abgelehnt. Nun hat die Familie einen schrecklichen Blutzoll bezahlt. Von Schuldgefühlen geplagt beginnt Doro, den Fall neu aufzurollen …

Ich habe gelesen:
Zehn Monate hat der Hotelier Holger Siemonsmeyer in Untersuchungshaft gesessen. Er soll die junge Frau Susann Illing die Kehle aufgeschlitzt haben.

Aus Mangel an Beweisen wird er jedoch freigesprochen. Seine Ehefrau Bettina und sein 17-jähriger Sohn Finn haben nie an seine Schuld gelaubt, doch das sehen die Menschen in dem kleinen Ort Trenthin ganz anders.

Es wird eine Bürgerwehr zum Schutz von jungen Frauen gegründet, aber der Fokus sollte schon bald auf etwas anderes gelegt werden. Die Truppe findet immer mehr Anhänger und Ziel ist es nur noch, der Familie Simonsmeyer das Leben schwer zu machen.

Ein paar Monate nach dem ersten Mord wird eine zweite junge Frau tot aufgefunden. Auch ihr wurde die Kehle durchtrennt. Für die Bürger steht bereits fest wer es war.

Doro Kagel hat damals über die Ereignisse rund um den Mord an Suann Illing und die Festnahme des Tatverdächtigen berichtet. Da mittlerweile die Existenz der Familie Simonsmeyer auf dem Spiel steht, wendet sich Bettina an die Journalistin, in der Hoffnung, dass sie erneut einen Bericht über die Freilassung ihres Mannes schreibt, um eventuell die Wogen etwas zu glätten.

Frau Kagel sieht aber keinen Sinn darin und lehnt ab.

Die zwei toten Frauen sollen nicht die einzigen Opfer bleiben. Bei einem Brandanschlag auf das Wohnhaus der Familie Simonsmeyer sterben vier weitere Menschen.

Als Doro Kagel vom Schicksal der Familie hört, reist sie erneut nach Usedom und als sie vor der Brandruine steht bekommt sie Schuldgefühle, weil sie Bettina nicht angehört hat und beginnt zu recherchieren.

Eric Berg beschreibt die Ereignisse in unterschiedlichen Zeitabschnitten. „Noch soviel Tage bis zum zweiten Mord“, „Noch soviel Tage bis zum Brandanschlag“ oder „einige Wochen/ Tage später“… so wusste ich natürlich immer wo ich mich gerade befinde und normalerweise mag ich diese Art des Erzählens, aber in diesem Buch hat es mich total verwirrt. Der Handlungsfluss wurde immer wieder ausgebremst und das Geschehen nahm nicht so richtig an Fahrt auf.

Sehr viele Familien spielen eine zentrale Rolle und einzelne Personen werden näher beleuchtet, aber auch die Probleme zwischen den einzelnen Familien stehen im Fokus. Intrigen, verbotene Liebschaften, Affären, falsche Erziehungsmethoden und und und. Die Charaktere haben alle ein Geheimnis. Doro Kagel versucht die Puzzlesteine zusammenzusetzen und so die Verbrechen aufzuklären.

Mir ist es wirklich schwer gefallen die Zusammenhänge miteinander zu verknüpfen. Ist Holger Simonsmeyer wirklich unschuldig? Wer hat den Brandanschlag verübt? Warum mussten die zwei jungen Frauen sterben?

So viele Fragen die geklärt werden müssen. Wird es die Journalistin schaffen Licht ins Dunkel zu bringen?

Fazit:
Zwei hinterhältige Morde und eine Brandstiftung. Insgesamt fordern die Ereignisse in Trenthin acht Todesopfer. Es wird Unglaubliches ans Licht kommen. Der Autor hat wirklich eine gute Story zu Papier gebracht, doch meiner Meinung nach, hätte es nicht so geballt sein müssen. Zu viele kleine Seitenhandlungen, die am Ende zwar zum großen Ganzen passten, aber für mich sehr verwirrend waren.

Spannende Wendungen, viele Geheimnisse und interessante Charaktere machen das Buch, trotz der geballten Ladung, lesenswert.

Doro Kagel ermittelt auch in: „Das Nebelhaus“. Beide Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Camilla Grebe: Tagebuch meines Verschwindens

*Dieses Exemplar wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt.*

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Verlag: btb
Paperback mit 608 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: 15,00€
Bestellbar: kaufen

Autorin:
Camilla Grebe und Åsa Träff sind Schwestern, aufgewachsen in Älvsjö in der Nähe von Stockholm. Der Roman „Die Therapeutin“ war ihr erstes Gemeinschaftsprojekt, fast zwangsläufig entstanden aus ihrer Liebe zur Kriminalliteratur. Camilla, geboren 1968, lebt in Stockholm mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Dalmatiner. Sie ist studierte Betriebswirtin, hat den Hörbuchverlag „StorySide“ gegründet und betreibt ein Beratungsunternehmen. Åsa, geboren 1970, lebt in Gnesta mit ihrem Mann und zwei Kindern. Sie arbeitet als Psychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie und betreibt in Stockholm mit drei Kollegen eine Gemeinschaftspraxis, die sich auf Angststörungen und neuropsychologische Störungen spezialisiert hat.

Klappentext:
Eine Tote, mitten im Wald. Getötet an dem Ort, wo vor Jahren das Skelett eines kleinen Mädchens lag. Ein cold case, der nie gelöst wurde. Wer sind die Toten? Was hat der spurlos verschwundene Kommissar mit ihnen zu tun? Und warum erinnert Profilerin Hanne sich an keine Ermittlungsergebnisse? Die Einwohner des kleinen trostlosen Omberg, das mitten zwischen dunklen Kiefernwäldern liegt, halten sich bedeckt. Doch niemand, nicht einmal die Polizei, kann der Wahrheit entkommen, die sich nach jahrelangem Schweigen bahnbricht…

Ich habe gelesen:
Ormberg ist ein trostloses Kaff in Schweden. Hier gibt es rein gar nichts außer Kiefernwälder, stillgelegte Betriebe und ein Flüchtlingsheim. Viele Menschen haben Ormberg bereits verlassen, da es einfach keinerlei Perspektiven gibt.

Vor einigen Jahren wurde hier die Leiche eines kleinen Mädchens in einer Geröllhalde gefunden. Es konnte bis heute nicht identifiziert werden, da es anscheinend keiner vermisst.

Heute, acht Jahre später, wird ein Ermittlerteam nach Ormberg geschickt, um sich mit diesem Cold Case zu beschäftigen. Darunter sind der Ermittler Peter, die Profilerin Hanne und die junge Polizistin Malin. Sie stammt aus Ormberg und hat damals das tote Mädchen gefunden.

Während Hanne und Peter im Alleingang ermitteln, verschwinden die Beiden. Nur kurze Zeit später wird Hanne verwirrt und orientierungslos am Waldrand gefunden. Das Problem ist, Hanne kann sich an nichts erinnern.

Sie hat schon seit längerer Zeit Gedächtnislücken. Aus diesem Grund führt sie Tagebuch, um Vergessenes wieder abrufen zu können. Doch leider ist das Tagebuch, ebenso wie Peter spurlos verschwunden.

Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, taucht in der Geröllhalde eine weibliche Leiche auf. Genau an der Stelle an der vor acht Jahren die Mädchenleiche gefunden wurde.

Was ist hier los? Und wer ist diese unbekannte Frau mit dem eingeschlagenen Gesicht?

Neben den spannenden Ermittlungen lernen wir den Teenager Jake kennen. Er hat Hanne am Waldrand gefunden und ihr Tagebuch an sich genommen. Doch statt das Tagebuch der Polizei zu übergeben, liest er heimlich darin und erfährt Dinge, die er besser nicht gewusst hätte.

Das Buch wird aus drei Perspektiven erzählt. Polizistin Malin, Profilerin Hanne und Jake kommen abwechselnd zu Wort. Dadurch ist die Story sehr spannend gehalten und man bekommt immer mehr Einblicke in die Psyche, die Schwierigkeiten, aber auch die Sehnsüchte und Hoffnungen der einzelnen Charaktere.

Was mich wahnsinnig gestört hat, auf den ersten Seiten wurde ein Charakter mal Saga und dann wieder Sara genannt und das nicht nur einmal. Wie denn nun? Zum Glück zog sich dieser Fehler nicht durch das ganze Buch.

Die Protagonisten sind lebendig beschrieben und der Schreibstil ist sehr flüssig. Die Einsamkeit, das dauerhaft schlechte Wetter, die Kälte und der Schnee unterstreichen die Düsternis dieses Buches und das triste Leben der Einwohner von Ormberg.

Meiner Meinung nach, gab es zeitweise etwas unnötige Längen, doch die unerwarteten Wendungen und auch das völlig überraschende Ende haben mich dafür entschädigt.

Fazit:
Aktuelle Themen werden gekonnt durch Frau Grebe und ihre Schwester in die Story eingebaut. Das regt einige vielleicht zum Nachdenken an.

Der Thriller ist psychologisch raffiniert und fesselnd. Jeder hat Geheimnisse und vieles ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. So bleibt das Buch, bis auf einige Längen, spannend bis zum Schluss und ich wurde sehr gut unterhalten.