Wulf Dorn: Die Kinder

Wie wäre unsere Welt ohne Erwachsene?

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Verlag: Heyne
Taschenbuch mit 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.09.2017
Genre: Thriller
Preis: 16,99 €
Bestellbar: hier

Autor:
Wulf Dorn, Jahrgang 1969, arbeitete zwanzig Jahre in einer psychiatrischen Klinik, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit seinem 2009 erschienenen Debütroman »Trigger« gelang ihm ein Sensationserfolg. Seitdem stehen seine Bücher auf internationalen Bestsellerlisten und haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den französischen »Prix Polar«.

Klappentext:
Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Meine Eindrücke:
Laura Schrader wollte ein paar schöne Tage zusammen mit ihrer Schwester Su und ihrer Nichte Mia verbringen. Ziel war das Ferienhaus ihrer Eltern, in dem Laura und ihre Schwester schon als Kinder ihre Ferien verbrachten.

Doch war das wirklich eine gute Idee?

Die Geschichte fängt sehr spannend an. Nach der Rettung von Laura versuchen die Polizei und der Psychologe Robert Winter herauszufinden was passiert ist. Was hat es mit der Leiche im Kofferraum auf sich und wo ist Laura’s Schwester. Nachdem die Polizei die Ermittlungen in dem Ort des Geschehens aufgenommen hat wird es noch merkwürdiger. Wo sind die ganzen Dorfbewohner hin? Keine Menschenseele weit und breit. Hier kann doch irgendwas nicht stimmen.

Laura erzählt dem Psychologen Robert Winter eine sehr mysteriöse Geschichte, über ihre Erlebnisse in den letzten Wochen, bis hin zu der Reise in die Berge, die ihr zum Verhängnis wurde. Doch je mehr Laura erzählt, umso verrückter wird es. Man weiß bis zum Schluss nicht, ob das Erlebte wahr ist oder ob Laura Wahnvorstellungen hat. Doch wie jemand, der unter paranoiden Störungen leidet, wirkte sie auf den Psychologen auch nicht.

Zeitweise fand ich die Erzählungen von Laura sehr langatmig und mir wurde dadurch auch die Spannung ein wenig genommen. Dazu kommt noch, dass die Charaktere in diesem Buch sehr wenig Tiefgang hatten, so dass ich nicht wirklich eine Beziehung aufbauen konnte.

Zwischendurch bekommt man, neben der eigentlichen Geschichte, Erlebnisse von Kindern aus anderen Teilen der Welt erzählt, die scheinbar willkürlich gewählt sind und mit dem eigentlichen Geschehen nichts zu tun haben. Im Großen und Ganzen ergeben diese eingeschobenen Geschichten zwar am Ende einen Sinn und zum Zeitpunkt des Lesens fand ich sie auch sehr interessant, aber sie haben mich verwirrt.

Das Ende entsprach dann auch nichts ganz meinem Geschmack. War mir dann doch ein wenig zu weit hergeholt.

Fazit:
Im Vorwort erklärt uns der Autor, dass einige Dinge in diesem Thriller tatsächlich geschehen sind. Wenn ihr am Ende dieses Buches angekommen seid, werdet ihr es auch verstehen. Das Buch war jetzt nicht unbedingt das Beste welches ich gelesen habe, aber nichts ist erschreckender und grausamer als das echte Leben und das machte diese Geschichte für mich wieder interessant. Der Fokus war die Kritik an der Gesellschaft. Die Kernaussage ist gelungen, aber Herr Dorn hätte sich ein wenig mehr auf den Spannungsaufbau konzentrieren können.

Dieser Thriller wurde mir von der Verlagsgruppe Random House, zum rezensieren, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!